Heiss wie Frittenfett: Zuger Captain macht gegen künftigen Arbeitgeber Dampf
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Mit zwei Torvorlagen: EVZ-Captain Raphael Diaz war beim Heimsieg gegen seinen künftigen Arbeitgeber Fribourg eine treibende Kraft der Zuger. (Bild: Daniela Frutiger/Freshfocus)

Zuger 6:3-Gala gegen Verfolger Fribourg Heiss wie Frittenfett: Zuger Captain macht gegen künftigen Arbeitgeber Dampf

3 min Lesezeit 09.01.2021, 05:03 Uhr

Ist Spitzenkampf, streift sich der EV Zug sein Sonntagsgewand über. Es war ein nahezu perfektes Spiel des Leaders – und Captain Raphael Diaz mit zwei Punkten und einer Plus-2-Bilanz eine der tragenden Säulen. Der 35-Jährige zeigte, worauf sich sein neuer Arbeitgeber Fribourg freuen kann.

Im 23. Saisonspiel war es soweit – die Zuger standen dem letzten von total elf Liga-Konkurrenten erstmals gegenüber. Warum aber kann man trotzdem nicht guten Gewissens behaupten, es sei das erste Aufeinandertreffen in dieser Saison gewesen?

Weil Raphael Diaz schon vor Wochen Kontakt zu den Fribourger Klubverantwortlichen pflegte – und sich letztlich dazu entschloss, das ab der nächsten Saison gültige Vertragsangebot 2025 zu unterschreiben (zentralplus berichtete).

Damit stiess der Captain und die Integrationsfigur des EV Zug die eigenen Fans vor den Kopf. Das Unverständnis für den Entscheid von Raphael Diaz ist nach wie vor gross. Mit den Spielleitern gehört er wohl zu den wenigen im Schweizer Eishockey, die froh darüber sind, dass keine Zuschauer im Stadion zugelassen sind.

«Das könnte man besser verteidigen.»

EVZ-Captain Raphael Diaz

Doch die Kuh hat der spielstarke Verteidiger noch immer nicht vom Eis geschoben. Bis zum heutigen Tag schweigt er sich darüber aus, warum er einen neuen Dreijahresvertrag der Zuger ausgeschlagen und sich stattdessen im Herbst seiner Karriere noch zu einem Wechsel entschlossen hat.

Erst kassiert er einen Nackenschlag

Zumindest lief Raphael Diaz gegen Fribourg heiss. Und zwar von der ersten Minute an. Er brauste nach vorne, als sei er an diesem Freitagabend Stürmer und nicht Verteidiger.

Doch seine persönliche Vorstellung begann vorerst mit einem Nackenschlag. Der Captain stand auf dem Eis, als Killian Mottet die frühe Führung der Zuger aus dem Slot heraus mit einem Schuss in den Winkel zum 1:1 beantwortete.

«Das könnte man besser verteidigen», kritisierte Raphael Diaz hinterher.

Nicht oft gelungen: Zug zieht 60 Minuten durch

Später im Spiel sollte es aber für Diaz und den EVZ besser kommen. Der Verteidiger war einer der fünf Zuger auf dem Eis, als sich Yannick Zehnder mit seinem zweiten Treffer anschickte, den ersten Hattrick seiner Karriere zu erzielen. Und nur 23 Sekunden danach assistierte Raphael Diaz zu Sven Leuenbergers 3:1.

«Ich habe mich gut gefühlt und nehme die guten Sachen mit.»

Es sei eine nahezu perfekte Teamleistung gewesen, weil es der Mannschaft noch nicht so oft gelungen sei, ihr System über 60 Spielminuten abzurufen, befand Diaz im Rückblick. «Aber es gibt immer noch Kleinigkeiten, die wir besser machen können.»

Im letzten Drittel erlebte Diaz beide Treffer auf dem Eis. Er löste jenen Angriff im Überzahlspiel aus, den Carl Klingberg zum zwischenzeitlichen 6:2 nutzte.

Ganz weit oben in der Bestenliste

Also stapfte Raphael Diaz im Spitzenkampf gegen seinen künftigen Arbeitgeber nicht nur als Sieger vom Eis. Mit zwei Assists und einer Plus-2-Bilanz (Plustore im Verhältnis zu den Gegentoren bei gleicher Anzahl Spieler auf dem Eis) hat der 35-Jährige abgeliefert.

Mit der aktuellen Bilanz von plus 14 ist der Abwehrspieler in der nationalen Bestenliste die Nummer 3 hinter den Lausanne-Stürmern Brian Gibbons und Denis Malgin (je plus 17). Und mit vier Toren und 13 Assists ist Raphael Diaz zur Zeit die Nummer 5 der produktivsten Verteidiger der Liga.

Aber wie ordnete er seine Leistung ein? Raphael Diaz schien keinen Wind darum machen zu wollen. Er habe sich gut gefühlt und nehme die guten Sachen mit. Ihm fällt es in diesen Tagen und Wochen offensichtlich leichter, mit Taten statt mit Worten von sich reden zu machen.

Am Sonntag kann er sich erstmals in seiner künftigen Heimstätte präsentieren. Zum zweiten aufeinanderfolgenden Mal wird Fribourg der Gegner sein.

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