Heinz Tännler über Crypto-Leaks, Begrenzungsinitiative und die Fifa
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Der Zuger Finanzdirektor Heinz Tännler arbeitet einst für die Fifa. (Bild: Wolfgang Holz)

Zuger Finanzdirektor zu Affären Heinz Tännler über Crypto-Leaks, Begrenzungsinitiative und die Fifa

2 min Lesezeit 17.08.2020, 07:36 Uhr

Immer wieder führen Spuren von Wirtschaftsskandalen nach Zug. Das sei ja logisch, findet der Finanzdirektor Heinz Tännler. Ein Problem sieht er im Gespräch mit der «NZZ» vor allem bei den Sportorganisationen.

Ob Panama-Leaks, Crypto-Affäre oder der Fifa-Skandal – auffällig oft tauchen Zuger Firmen, Namen oder Adressen im Zusammenhang mit Wirtschaftsskandalen auf.

Im Gespräch mit der «NZZ» kommentiert der Zuger SVP-Finanzdirektor Heinz Tännler einzelne Fälle. Er spricht sich zudem gegen die Begrenzungsinitiative seiner eigenen Partei aus und plädiert für die Beibehaltung des bilateralen Wegs. Er würde auch «1000 Franken wetten», dass die Initiative den bachab geht, da die SVP allein auf weiter Flur kämpfe.

Crypto-Affäre schadet der Schweiz, nicht Zug

Die Vergangenheit zeige, so der ehemalige Fifa-Funktionär vorneweg, dass Zug keinen Imageschaden erleide, wenn eine Spur «wieder mal» nach Zug führe. Es sei nicht zu vermeiden, dass von den vielen internationalen in Zug angesiedelten Unternehmen einzelne in Affären verwickelt seien. Und er macht deutlich: «Wir wollen diese schwarzen Schafe auf unserem Wirtschaftsplatz nicht.»

Tännler äusser sich weiter zu Crypto-Leaks: «Wenn schon, muss man sich fragen, ob der Ruf der Schweiz darunter leidet.» Im Ausland hätten die Vorgänge überhaupt keine grossen Wellen geschlagen, das Thema werde in erster Linie von Politikern und Medien in der Schweiz bewirtschaftet. Er sei überzeugt, dass bei einer seriösen Abklärung der Vorgänge «letztlich nichts am Kanton Zug hängenbleibt.»

Sportverbände als Quellen der Korruption

Tännler war bis 2006 Direktor der Rechtsabteilung der Fifa. Die NZZ wollte wissen, wie stark er die Gebahren des Weltfussballvereins heute noch verfolge. Tännler antwortet, dass er bei seinem Abgang auf Missstände hingewiesen habe. «Das Resultat sehen wir heute». Die Schweiz müsse sich fragen, ob sie der Fifa und anderen Organisationen weiterhin die Vereinsform zustehen wolle und ihnen damit steuerliche Vorteile verschaffe.

Tännler verweist zudem, dass auch andere weltweite Sportverbände in Skandale verwickelt sind, etwa der internationale Leichtathleitik-Verband. Korruption spiele in vielen internationalen Sportverbänden immer wieder eine Rolle. «Solange zwielichtige Figuren an der Spitze dieser Sportverbände stehen, wird man die Korruption schwerlich besiegen», folgert er.

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