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Hat der Bauchef gelogen?
  • Politik
Die Fassade des Anbaus, an denen kleine geplante Balkone für grossen Ärger und einen Marschhalt sorgen. Sie seien im Stadtrat besprochen worden, sagte der Bauchef im Interview. Sein Kollege widerspricht: Er habe davon aus der Zeitung erfahren. (Bild: zvg (myswitzerland.com) )

Stadtrat Zug Hat der Bauchef gelogen?

2 min Lesezeit 01.10.2014, 05:55 Uhr

Bauchef André Wicki hatte im Interview mit zentral+ gesagt, die Casino-Balkone seien im Stadtrat besprochen worden. Stimmt nicht, sagt sein Stadtratskollege Andreas Bossard: «Wenn er das jetzt so erklärt, entspricht das nicht der Wahrheit.»

«Ich muss den Bauchef richtigstellen», sagt Stadtrat Andreas Bossard, «denn das stimmt einfach nicht.» Im Interview mit zentral+ sagte André Wicki, er habe die Casino-Balkone zusammen mit dem Leiter Hochbau dem Stadtrat vorgestellt und man habe die Balkone zusammen besprochen. «Dies entspricht nicht ganz der Wahrheit», sagt Stadtrat Andreas Bossard. Der Leiter Hochbau, Paul Knüsel, sei zwar im Stadtrat gewesen, aus Zeitgründen habe er aber dieses Geschäft nicht mehr erläutern können. «Ich selber kenne den Begriff ‹Balkone› nur aus einem Leserbrief. In der verabschiedeten Baubewilligung stand nur etwas von ‹Austrittsplattformen›.» Der empörte Leserbrief einer Bürgerin hatte die Debatte um die Casino-Balkone überhaupt erst losgetreten. 

«Wir haben Herrn Wicki das im Stadtrat so gesagt»

«Die Pläne haben wir natürlich gelesen», sagt Bossard, «aber darin war von Balkonen keine Rede.» Die Renovation der Fassade sei ein altes Projekt gewesen, da sei er davon ausgegangen, dass nichts Neues dazugekommen sei. «Wir haben Herrn Wicki das im Stadtrat im Nachhinein auch so gesagt. Und haben dann beschlossen, keine grosse Geschichte daraus zu machen. Wenn er jetzt immer noch behauptet, der Stadtrat habe von den Balkonen gewusst, dann entspricht dies nicht den Tatsachen.»

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«Dass es jetzt einen Marschhalt gibt, haben wir ihm zugestanden»

Er glaube nicht, dass Stadtrat Wicki die Balkone am Stadtrat habe vorbeischmuggeln wollen, sagt Bossard. «Ich hätte das wohl auch so wie er eingeschätzt, dass diese nicht auf Widerstand stossen: Sie sind relativ klein, nehmen dem Bad Seeliken keinen Platz weg.» Trotzdem müsse man bei den Tatsachen bleiben. «Dass es jetzt einen Marschhalt gibt, das haben wir ihm zugestanden. Auch wenn die Baubewilligung schon da ist, und man loslegen könnte.» Wenn jetzt hundert, zweihundert Leute dagegen seien, dann müsse man noch einmal darüber reden.

Wieso sagte Wicki, die Balkone seien im Stadtrat besprochen worden, wenn das nicht stimmt? «Sicher spielen in der ganzen Situation die Wahlen eine gewisse Rolle», sagt Bossard. «Ich denke, dieses Geschäft hätte nach den Wahlen in der Öffentlichkeit wohl keine oder nur geringe Beachtung gefunden.» Für ihn sei  wichtig, dass die ganze Fassade nach dem energiepolitischen Leitbild der Stadt saniert werde. «Mit der jetzigen Fassade wird zu viel Energie ‹verpufft›. Über das und die dringend notwendige Sanierung des Casinos sollte man reden. Und nicht über mögliche Austrittsplattformen.»

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