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Pandora Papers zeigen Gütsch-Besitzer liess seinen Online-Auftritt aufhübschen

Präsentierte im Sommer seine Pläne für den Gütsch: Eigentümer Kirill Androsov (Mitte) mit Verwaltungsratspräsident Benno P. Hafner und Direktor Andreas Gartmann.

Um im Internet gut dazustehen, hat Kirill Androsov viel Geld investiert. Der neue Besitzer des Luzerner Chateau Gütsch heuerte eine Firma an, die ihm ein positives Online-Image verschaffte.

Der neue Besitzer des Luzerner Chateau Gütsch hat online einen guten Ruf – und das hat seinen Grund: Der Russe hat eine Schweizer Firma dafür bezahlt, dass sein digitales Profil besonders glänzt. Das berichtet die «Sonntagszeitung» mit Verweis auf Belege aus den Pandora Papers. Unter diesem Namen veröffentlichten verschiedene Medien Anfang Oktober eine Recherche, basierend auf geleakten Daten, über die Geschäfte in Steueroasen von zahlreichen Privatpersonen und Firmen.

Darin taucht auch der Name des russischen Oligarchen Kirill Androsov auf, aber nicht im Zusammenhang mit umstrittene Steuergeschäften. Vielmehr habe er vor wenigen Jahren quasi eine digitale Schönheitsoperation durchgeführt, heisst es im Artikel. Denn damals habe die Google-Suche an prominenter Stelle Beiträge angezeigt, die den Gütsch-Besitzer nicht in einem guten Licht erschienen liessen, zum Beispiel im Kontext mit dem russischen Machthaber Wladimir Putin.

Es geht um mehr als das öffentliche Image

Eine Genfer Firma habe ihm deshalb angeboten, dank mehr positiven Inhalten diese Beiträge zu verdrängen. Zudem sollten Leute engagiert werden, die den Wikipedia-Artikel über Androsov aufhübschten. Die Firma habe ihre Arbeit für insgesamt 219’000 Franken offeriert – am Ende seien über eine Offshore-Firma aber «nur» 153’000 Franken geflossen.

Weder der Russe noch sein Luzerner Verwaltungsrat äusserten sich gegenüber der «Sonntagszeitung» inhaltlich zur Darstellung. Die involvierte Firma begründete die Aktion derweil mit der Kreditwürdigkeit und dem Ansehen von Androsov bei den Banken: «Durch diese Operation werden wir sicherstellen, dass der Klient und seine Vermögenswerte weltweit mehr bankfähig werden», so der Firmenchef. Er betont, dass die Optimierung der digitalen Identität legal und faktenbasiert sei.

Kirill Androsov wurde diesen Sommer als neuer Besitzer des Luzerner Schlosshotels vorgestellt. Derzeit ist das Chateau Gütsch wegen Renovationsarbeiten geschlossen, im Januar ist die Wiedereröffnung geplant. Der Russe will das Lokal unter anderem wieder vermehrt den Einheimischen schmackhaft machen (zentralplus berichtete).

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