Grün statt grau: So soll sich das Luzerner Inseli bis 2035 entwickeln
  • Politik
Das ist klar: Die Car-Parkplätze auf dem Inseli sollen weg. (Bild: uus)

Stadt stellt Eckpfeiler vor Grün statt grau: So soll sich das Luzerner Inseli bis 2035 entwickeln

3 min Lesezeit 4 Kommentare 18.09.2020, 12:25 Uhr

Die Stadt gibt die Eckpfeiler für die Aufhübschung des Inselis bekannt. Bevor es zum Wettbewerb der Ideen kommt, kann die Bevölkerung noch einmal ein Wort mitreden.

Kaum kommt das Thema wieder an die Öffentlichkeit (zentralplus berichtete), zieht Baudirektorin Manuela Jost (GLP) das Konzept aus der Schublade: Wie es mit dem «lebendigen Inseli» weitergehen kann, zeigt die nun abgeschlossene Testplanung auf. Der Zeithorizont: Die verschiedenen Szenarien reichen bis ins Jahr 2035.

Drei Architektur- und Planungsbüros haben ihre Vorschläge eingereicht, wie man den Volksentscheid für ein «lebendiges Inseli statt Blechlawine» von 2017 umsetzen kann. Im Zentrum stehen dabei der öffentliche Raum entlang des linken Seeufers und die Anbindung des Tribschenquartiers. Die Vorschläge und Empfehlungen sollen in das nun entstehende Konzept einfliessen, bei dem auch die Bevölkerung, Quartierkräfte und das Gewerbe mitreden sollen. Ein paar Ideen aus dem 40-seitigen Synthesebericht:

Die Testplanung ist also abgeschlossen, nun folgt die Mitwirkung. Das Konzept soll bis im Frühling 2020 zu stehen kommen und daraufhin der Wettbewerb folgen.

Die Stadt hat zudem fünf zentrale Grundsätze festgelegt, an denen sich die weitere Planung orientieren soll.

1. Mehr Naherholung, Gewässerschutz und Biodiversität

Die bereits heute im Ansatz vorhandene Abfolge von befestigtem Ufer mit Industrie- und Hafenatmosphäre bis naturnah gestalteten Uferlandschaften soll erhalten und die Identitäten und Eigenarten der Teilräume sollen verstärkt werden.

Das Ufer vom Inseli bis zum Werftplatz soll sich durch eine urbane Gestaltung und hohe Nutzungsintensität auszeichnen. Ab dem Werftplatz soll die Gestaltung und Nutzung verstärkt auf Naherholung, Gewässerschutz und Biodiversität fokussieren. Zwischen Motorboot- und Segelboothafen sind ökologische Massnahmen zur Schaffung neuer
Ufer- und Gewässerlebensräume vorgesehen.

2. Der Werftplatz soll zu einem urbanen Begegnungsort werden

Die Testplanung hat auch gezeigt, dass ein neu angeordneter Werftplatz beim technischen Sporn eine zentrale Rolle hat. Einerseits ist er eine Art Scharnier zwischen der urbanen und der naturnahen Ufergestaltung. Zudem führen viele Wege wie zum Beispiel der geplante Rösslimatthain dorthin. An diesem Knotenpunkt soll ein urbaner Platz für Begegnungen geschaffen werden.

3. Alpenquai als grüne Fuss- und Veloachse

Auf dem Alpenquai soll eine Verbindungsachse für den Fuss- und den langsamen Veloverkehr entstehen. Damit der Baumbestand den notwendigen Platz erhält und neue Freiräume geschaffen werden können, ist eine starke Reduktion der öffentlichen Parkfelder notwendig. Dadurch kann der Durchgangs- und Suchverkehr vor allem an schönen Wochenenden reduziert werden.

4. Stadtklima optimieren

Für den Umgang mit der zunehmenden Veränderung des Stadtklimas sowie zur Erhöhung der Aufenthaltsqualität sollen die Strassenräume im Tribschenquartier mit Bäumen beschattet, Flächen gezielt entsiegelt sowie mit einem System für das Wassermanagement ergänzt werden.

5. Keine Busverbindung durch die Werkhofstrasse

Der Werkhofstrasse kommt eine zentrale Rolle bei der Erschliessung des Tribschenquartiers und des Seeufers für den Autoverkehr zu. Eine Busverbindung durch das Quartier drängt sich für den untersuchten Zeithorizont bis 2035 vorerst nicht auf.

Die Stossrichtung ist dabei klar: Die bereits vorhandenen Qualitäten am linken Seeufer stärken. «Das linke Seeufer präsentiert sich heute als aufstrebendes und dynamisches Stadtgebiet, das sich in den vergangenen Jahren zum Beispiel mit einer Citybay spürbar entwickelt hat», heisst es in der Mitteilung der Stadt. Zudem würden sich weitere Entwicklungen, etwa mit der Rösslimatt, abzeichnen.

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4 Kommentare
  1. paul, 19.09.2020, 04:05 Uhr

    @ oli …. bahnhofstrasse dauerte es jahre bis etwas passierte ….. und na ja …… inseli versucht mann mit diesem „gesammtkonzept“ nur zu verzögern….. das inseli grün nachen ist ruck zuck ungesetzt. gesammtkonzept sehr schön — wünscht das luzern? ich nicht

  2. Peter Lehmann, 18.09.2020, 14:06 Uhr

    Das Inseli war ein Inseli und wird nie mehr eines sein. Vor wenigen Monaten wurden die neuen See-Energie Leitungen inkl. riesigem Schacht in den PP verbaut.
    Schöne Idee, in der Praxis leider nicht allzu praktikabel. Ein nicht seltenes Manko bei (Test-)Planungen von Landschaftsarchitekten.
    Zudem dürften auch die Määs-Veranstalter nicht gerade Freude an der Idee haben.

    Generell aber sicher die richtige Vorgehensweise, um das Gebiet etwas attraktiver zu gestalten.

  3. paul, 18.09.2020, 13:05 Uhr

    wir wollten keine carparkplätze mehr! ein inseli für alle! nicht ein neues linkes seeufer!!!!
    mann o mann!!!! da wird wieder mal einfach etwas angehöngt……

    1. Oli, 18.09.2020, 14:45 Uhr

      @Paul: Das macht doch komplett Sinn. Eine ganzheitliche und vorausschauende Planung erwarte ich vom Stadtrat ehrlich gesagt auch. Damit wird dem Wunsch der Bevölkerung nach einem „neuen Inseli“ entsprochen und statt einem Flickenteppich wird ein ganzheitliches Konzept ausgearbeitet bei dem die Bevölkerung erst noch mitreden darf. Dafür hat die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler diesen Stadtrat ja auch gewählt, dass er nicht nur reagiert sondern agiert. Da verstehe ich Ihre Kritik beim besten Willen nicht.

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