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Grippewelle führt zu langen Wartezeiten
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Über die Festtage stieg die Anzahl der Grippefälle markant an. Gleichzeitig waren viele Arztpraxen geschlossen.   (Bild: fotolia)

Trotz Hospitalisierungen kein Engpass in LU und ZG Grippewelle führt zu langen Wartezeiten

2 min Lesezeit 04.01.2017, 11:24 Uhr

Die Grippe schlägt zu: Seit den Festtagen ist die Anzahl der Patienten stetig gestiegen, während die Ärzte sich die wohlverdienten Ferien gönnten. Und jetzt, Anfang Januar, nehmen die Fälle nochmals rapide zu. In der Region kam es zu Hospitalisierungen.

Pünktlich zum neuen Jahr ist endlich der Schnee da – und weniger sehnlich erwartet: die erste richtige Grippewelle.

In dieser Saison hat sie die Schweiz jedoch aussergewöhnlich früh erwischt, wie das Bundesamt für Gesundheit vermeldet. Während vergangenen Winter die Zahl der gemeldeten Grippeerkrankungen erst im Januar oder Februar merklich angestiegen ist, haben die Krankheitsfälle in dieser Saison schon vor den Festtagen stark zugenommen. Bereits ab Mitte Dezember wurden merklich mehr Grippepatienten verzeichnet. Über die Feiertage, Ende Jahr, haben die Fälle noch stetig zugenommen und seit Anfang 2017 kommt nun offenbar die richtige Welle.

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Deutlich mehr Patienten als letzten Winter

Die Leiterin der Notfallpraxis Luzern, Carolin Hauschild, zeigt auf: «An einem gewöhnlichen Wochentag sehen wir in der Notfallpraxis im Durchschnitt 55 Patienten.»

Vom ersten Weihnachtsfeiertag bis zum 2. Januar 2017 wurden nun jedoch täglich durchschnittlich 82 Patienten in der Notfallpraxis Luzern behandelt. Im letzten Jahr waren es lediglich 70 pro Tag. Und seit dem 28. Dezember ist die tägliche Anzahl der Patienten mit Grippesymptomen nochmals deutlich angestiegen.

Hauschild erklärt: «Während der Ferien ist das Patientenaufkommen bei uns höher als gewöhnlich, da einige Hausärzte in den Ferien beziehungsweise die Praxen an den Feiertagen geschlossen sind.»

Sie liegen noch nicht flach?

Zur Vorbeugung von Grippe ist Hygiene das A und O.

Der Grund: Die Erkältungsviren werden beim Händeschütteln oder über den Kontakt mit infizierten Oberflächen (beispielsweise Türklinken oder Einkaufswagen) übertragen. Gründliches und mehrfach tägliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife beugt hier vor. Auf jeden Fall ist dies nach dem Toilettengang und nach der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel einzuhalten.

In Zug haben die Grippefälle ebenfalls seit Mitte Dezember merklich zugenommen, bestätigt das Zuger Kantonsspital auf Anfrage. Dabei ist es auch zu mehreren Hospitalisierungen gekommen. Bezüglich des steigenden Verlaufs im neuen Jahr zeigt sich das gleiche Bild wie in Luzern.

Viele Hausärzte im Urlaub

Da sich die Spitäler und Permanencen auf einen Anstieg an Patienten vorbereitet hatten, weil viele Hausärzte sich über die Festtage frei nehmen, kam man trotz der frühen Grippewelle nicht ans Limit. So arbeitete an den Feiertagen mehr medizinisches Personal in den Notfallpraxen als üblich. «Auch die Anzahl der behandelnden Ärzte wurde aufgestockt, sodass am Tag mindestens drei Ärzte, am Abend mindestens zwei Ärzte vor Ort waren», erklärt Hauschild von der Notfallpraxis.

Trotzdem waren die Wartezeiten länger als üblich. «Wir versuchen, diese unter 1,5 Stunden zu halten. Die Behandlungsreihenfolge erfolgt dabei nach Dringlichkeit des Notfalls», erklärt sie.

In der Schweiz führe die Grippe jedes Jahr zu 112’000 bis 275’000 Arztkonsultationen, so das Bundesamt für Gesundheit. Aufgrund von Krankheitskomplikationen kommt es bei der Grippe auch zu mehreren Tausend Hospitalisationen und zu mehreren Hundert Todesfällen. Dabei betroffen sind vorwiegend Menschen mit einem erhöhten Risiko für Grippekomplikationen wie Schwangere, Frühgeborene, ältere Menschen und Menschen mit gewissen chronischen Erkrankungen.

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