Grillstellen im Zimmereggwald sorgen für Streit – lauschig sind sie trotzdem
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Die sechs Grillstellen im Zimmereggwald sollen der Meinung der CVP-Fraktion im Grossen Stadtrat Luzerns nach aufgepimpt werden. (Bild: jru)

Brätelwetter in Luzern Grillstellen im Zimmereggwald sorgen für Streit – lauschig sind sie trotzdem

4 min Lesezeit 2 Kommentare 24.04.2021, 11:33 Uhr

Die Stadt Luzern soll die sechs verlotterten Grillstellen im Zimmereggwald auffrischen. Dies fordert der CVP-Grossstadtrat Roger Sonderegger. Die Stadt findet jedoch, dass die Grillstellen in normalem, angemessenem Zustand seien. Wie ist es wirklich? zentralplus hat sich vor Ort ein Bild gemacht.

Ein warmes Wochenende steht uns bevor und der Wald lädt wieder zum Grillen ein. Rund um Luzern gibt es viele öffentliche Grillstellen (zentralplus berichtete). So auch im Zimmereggwald beim Luzerner Stadtteil Littau. Dem CVP-Grossstadtrat Roger Sonderegger ist im letzten November aber sauer aufgestossen, in welch schlechtem Zustand die sechs Feuerstellen im Naherholungsgebiet sein sollen.

Vergammelte Grillstellen gleich nicht besuchte Grillstellen

In einem Postulat forderte er den Stadtrat dazu auf, sich um den langfristigen Erhalt dieser Feuerstellen zu kümmern (zentralplus berichtete). Das Problem: Die Tische und Bänke bei den Grillstellen im Zimmereggwald sollen morsch und von Pilzen befallen sein. Dies soll gemäss Sonderegger dazu führen, dass diese Stellen wegen ihres Zustands «nicht oder nur teilweise benutzt» würden. Bei der Aufwertung soll der Stadtrat ausserdem die Quartiervereine miteinbeziehen.

Das Flair der Natur

Nun liegt die Antwort des Stadtrats vor. Aus seiner Sicht sind sind die Feuerstellen (noch) sauber und sicher. Dem stimmt Sonderegger zu. Die Stadtregierung räumt zwar ein, dass die Grillstellen nicht mehr die neuesten sind und nebst Gebrauchsspuren auch Pilzbefall und Feuchtigkeit den Möbeln vor Ort zu schaffen machen. Doch: wenn es nach der Stadt geht, «entspricht dies dem Charakter einer Grillstelle in freier Natur und ist deshalb bis zu einem gewissen Mass in Kauf zu nehmen».

Daher werden bei Schäden gewisse Teile repariert, aber nicht ganze Grillstellen grunderneuert. So weit, so gut. Es stellt sich die Frage, wer jetzt recht hat. Roger Sonderegger oder die Stadt? Oder lässt eine Grillstelle tatsächlich einen solch grossen Interpretationsspielraum offen?

Alles da, alles ganz

Ein Spaziergang durch den Wald zeigt, dass sämtliche sechs Grillstellen im Zimmereggwald in gutem Zustand sind. Sie sind sauber und zudem gut ausgerüstet. Sie erscheinen – zumindest aus der Sicht eines Laien – auch sicher zu sein. Immerhin deutet die Ummauerung um die jeweiligen Grillplätze herum darauf hin.

Hinzu kommt, dass die Stadt die Grillstellen offensichtlich alles andere als verlottern lässt. Alle Möbel an den Grillstellen sind vollständig funktionsfähig, einige dürften vor nicht allzu langer Zeit ausgetauscht worden sein. Einige Bänke sind mit etwas Moos bewachsen oder von Pilzen befallen. Ihre Funktionstauglichkeit scheint bei Trockenheit deswegen jedoch nicht eingeschränkt zu sein.

Aufgrund dieser Erkenntnis fragte zentralplus nochmals beim Postulanten Roger Sonderegger nach, wo genau dieser die Schäden gesehen hat: «Mängel habe ich bei mehreren Feuerstellen entdeckt», erklärt dieser. Und auf einem beigelegten Bild zeigt sich tatsächlich eine Bank, die eine Auswechslung dringend nötig hätte. Das Bild entstand jedoch vor längerer Zeit. Aktuell, einige Monate später also nach Einreichen des Postulats, würde Sonderegger die Situation rund um die Feuerstellen als mittelmässig gut beschreiben.

Roger Sonderegger ist unzufrieden

Es scheint, als sei die Situation nicht vollends geklärt – zumindest nicht für den Postulanten. Dieser bestätigt nämlich, dass die Stadt zwar den Handlungsbedarf erkannt habe, aber im Vergleich zu seinen Beobachtungen im November nur wenige Veränderungen feststellen konnte. Gleichzeitig bleibt die Stadt in ihrer Antwort auf das Postulat bei der Ansicht, dass sie defekte Elemente laufend repariere.

Sonderegger gibt sich damit aber nicht zufrieden: «Der Stadtrat vertröstet die Nutzerinnen und Nutzer auf später und erweckt den Eindruck, dass die Situation vor Ort durchaus in Ordnung sei. Das ist sie aber zu grossen Teilen noch nicht. Wieso nimmt der Stadtrat nicht einfach einen angemessenen Betrag ins Budget auf und erneuert diese vier oder fünf Feuerstellen, oder mindestens die drei meistbenutzten?»

Der Stadtrat verweise auf grosse Vorhaben, die weit in der Zukunft lägen. «Das heisst andersherum, dass hier vorläufig nichts passieren wird. Dabei bräuchte es nur ein paar neue Möbel.» Und – so schliesst Sonderegger ab: «Meine aktuelle Beobachtung dazu ist, dass seit letzten September diverse Erneuerungen statt gefunden haben, vorher aber jahrzehntelang keine.» Der Frust beim Thema Grillstellen im Zimmereggwald innerhalb der Stadtluzerner CVP-Fraktion ist definitiv spürbar, die Gründe dafür sind hingegen eher etwas nebelhaft.

Wie findest du die Brätelplätze im Zimmereggwald? Schnapp dir eine Wurst, teste es aus und sag uns deine Meinung in den Kommentaren.

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2 Kommentare
  1. Lars, 25.04.2021, 08:09 Uhr

    Danke für den Einsatz. Die Region braucht die Politik, denn es mangelt an vielen Ecken: fehlende Fussgängerstreifen, Schlaglöcher, Zugang zum Sonnenberg, etc.

  2. Roli Greter, 24.04.2021, 17:50 Uhr

    Bravo Roger!

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