Politisch umstrittener Deal des Baarer Konzerns Glencore: Lukrativer Erdölvertrag in Russland

1 min Lesezeit 09.12.2016, 09:41 Uhr

Der in Baar ansässige Rohstoffhändler Glencore hat gemeinsam mit Katar einen Anteil des russischen Ölkonzerns Rosneft übernommen. Dadurch sichert sich Glencore zusätzliche Liefermengen an Öl, handelt sich aber gleichzeitig Kritik von politischer Seite ein.

Der Zuger Rohstoffhändler Glencore hat einen lukrativen Deal an Land gezogen. Das in Baar ansässige Unternehmen hat gemeinsam mit dem Staatsfonds des Emirats Katar 19,5 Prozent an Russlands grösstem Ölkonzern Rosneft übernommen. Wie das Unternehmen mitteilt, engagiert es sich dafür mit 300 Millionen Euro. Glencore erwirbt bloss 0,54 Prozent am Kapital von Rosneft, steht aber weiteren Kooperationen gegenüber offen. 

Besonders interessant dürften die Vermarktungsrechte der täglich 220’000 Fass Erdöl von Rosneft sein, die sich Glencore als Teil der Vereinbarung für fünf Jahre gesichert hat. Das ist zwar nur ein Zehntel der Menge, die Glencore im ersten Halbjahr 2016 täglich handelte, trotzdem dürfte diese zusätzliche Liefermenge die Rolle des Baarer Unternehmens im Erdölhandel stärken.

Politisch heikel?

Gemäss der «Neuen Zürcher Zeitung» ist der Deal durch die langjährigen Beziehungen des Konzernchefs Ivan Glasenberg zu russischen Machthabern gelungen. In diversen Medien ist von einem politisch heiklen Geschäft die Rede. So habe unter anderem das amerikanische Aussenministerium die Vereinbarung gerügt, weil die EU und die USA Sanktionen gegen Russland verhängt haben, nachdem sich Putin die  ukrainische Halbinsel Krim einverleibt hat. Der Vertrag mit Russland verstosse aber in keiner Weise gegen die Sanktionen, betonte ein Sprecher von Glencore gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

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