Glencore geht gegen Urheber der Konzern-Initative vor
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Glencore wehrt sich gegen den Vorwurf der Kinderarbeit. (Bild: zvg)

Vorwurf der Kinderarbeit Glencore geht gegen Urheber der Konzern-Initative vor

2 min Lesezeit 3 Kommentare 25.11.2020, 16:13 Uhr

Glencore soll in der Mine Porco in Bolivien Kinder beschäftigen, die unter «unmenschlichen Bedingungen Zink, Blei und Silber abbauen». Das zumindest behauptet ein Flyer der Initianten der Konzernverantwortungs-Initiative. Das will der Rohstoff-Gigant aus Zug nicht auf sich sitzen lassen.

Glencore hat beim Obergericht Zug ein Begehren um vorsorgliche und teilweise superprovisorische Massnahmen gegen den Verein Konzernverantwortungsinitiative eingereicht, «um zu verhindern, dass diese falschen Behauptungen weiterverbreitet werden», wie das Unternehmen in einer Mitteilung vom Mittwoch schreibt.

In seiner Verfügung vom 24. November 2020 hat der Einzelrichter am Obergericht des Kantons Zug in einem ersten Schritt dem Verein Konzernverantwortungsinitiative zunächst das Recht auf eine Stellungnahme eingeräumt und davon abgesehen, ein Superprovisorium zu erlassen.

Entscheid noch nicht gefällt

Grund hierfür sei, dass «es nicht mehr möglich ist, zu verhindern, dass die genannten Publikationen bereits einem breiten Publikum zur Kenntnis gebracht worden sind.» Die Verfügung spreche zwar von «schwerwiegenden» und «durchaus polemischen» Vorwürfen, enthalte aber keine Angaben darüber, ob das Gericht die strittigen Vorwürfe für begründet hält oder nicht. Darüber wird erst im Entscheid über die vorsorglichen Massnahmen nach Stellungnahme des Komitees entschieden.

«Glencore unterstützt eine offene und konstruktive Debatte. Sie muss aber auf Fakten und nicht auf Unwahrheiten beruhen», teilt das Unternehmen schliesslich mit. Zur «Wahrung seiner Rechte» habe Glencore diese Woche reagieren müssen. «Wir haben diesen Schritt zum Schutz unseres Rufs und unserer Mitarbeitenden eingeleitet.»

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3 Kommentare
  1. Jean Baptiste Huber, 26.11.2020, 08:12 Uhr

    @zentralplus Weshalb vor Obergericht? Erste Instanz wäre doch das Kantonsgericht. Ist die Sache schon in zweiter Instanz?

  2. Rudolf, 26.11.2020, 06:36 Uhr

    Die Abfuhr erfolgte zu Recht. Beispiel Australien: Die​ vom Unternehmen 2018 allein in Australien geförderten 104 Millionen Tonnen Kohle verursachten in einem Jahr viermal so viel CO2 wie die ganze Schweiz. Glencore hat in den letzten Jahren sein klimaschädigendes Geschäft in Australien ausgebaut und mit einer PR-Kampagne Einfluss auf die australische Politik und Öffentlichkeit genommen, um Klimaschutzmassnahmen​ zu verhindern – bisher mit Erfolg. Der Konzern ist auch Mitverursacher der verheerenden Klimabrände in Australien.

  3. Kasimir Pfyffer, 25.11.2020, 16:25 Uhr

    «Zum Schutz unseres Rufs …» – Welcher Ruf?

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