Gisikon verwöhnt seine Einwohner – Kriens muss sparen
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MIt Schwung ins 2021: Mehrere Luzerner Gemeinden verschenken Abos für den Veloverleih «nextbike». (Bild: PD)

Tages-GA, Zoobesuche und Rigifahrten Gisikon verwöhnt seine Einwohner – Kriens muss sparen

5 min Lesezeit 04.01.2021, 05:00 Uhr

Aufs Jahresende hin sind Gemeinden im Kanton Luzern wieder grosszügig. Zumindest einige davon. Während Gisikon mit vielen Vergünstigungen für seine Bevölkerung aufwartet, lagen bei Kriens die Spendierhosen offenbar nicht unterm Weihnachtsbaum – aus gutem Grund.

Um Anreize für Zuzügerinnen zu schaffen, bieten die Gemeinden des Kantons Luzern verschiedene Vergünstigungen für ihre Bewohner. Das Tages-GA hat sich in den letzten Jahren etabliert und wird auch im neuen Jahr von den meisten Gemeinden angeboten – in verschiedenen Verfügbarkeiten und Stückzahlen. Eine Übersicht über die Angebote und Bestelloptionen gibt es hier. Die Tageskarten können vielerorts sowohl online als auch direkt vor Ort bei der Gemeindeverwaltung bezogen werden. Eine Reservation wird empfohlen.

Manche Gemeinden hingegen gehen noch die Extrameile und verwöhnen ihre Bewohnerinnen mit weiteren Zückerchen – trotz eines schwierigen Jahres.

Die Spendable: Gemeinde Gisikon

Wie schon in den Vorjahren zeigt sich die Gemeinde Gisikon als besonders spendabel. So dürfen alle Gisiker kostenlos auf die Rigi fahren. Wie die Gemeinde schreibt, sind die Jahreskarten ab Januar auch für die Skilifte gültig – sollten sie denn geöffnet sein. Analog zur Rigi können die Einwohner Gisikons auch von einem See-GA profitieren, mit dem sie einen Tag lang auf dem ganzen Vierwaldstättersee herumschippern können.

Auch wieder dabei sind Tageskarten für das Verkehrshaus Luzern – sobald es denn wieder geöffnet ist. Wer aber statt Züge anzuschauen lieber in einen solchen sitzen möchte, kann auf die vergünstigte SBB-Tageskarte zurückgreifen, die im Verbund mit der Gemeinde Root angeboten wird und für 45 Franken bei der dortigen Gemeindeverwaltung bezogen werden kann.

Der Tierpark Goldau war eines der beliebtesten Ausflugsziele der Gisiker.

Im kommenden Jahr nicht mehr dabei sind jedoch die Gratiseintritte für den Tierpark Goldau. «Das war unser beliebtestes Angebot», sagt die Verwaltungsangestellte Céline Solleder auf Anfrage. Weil der Tierpark das Format ab Neujahr nicht mehr anbietet, hat die Gemeinde eine Alternative gesucht – und gefunden. Ab Januar können tierfreudige Gisikerinnen einmalig bis zu vier Eintritte für den Zoo Zürich beziehen und statt heimische Tiere Exoten wie Giraffen, Elefanten und Löwen bestaunen.

Trotzdem läuft das Tierparkangebot offiziell noch bis zum 31. Januar. Ob es genutzt werden kann, wird die epidemiologische Lage erst noch zeigen müssen. Aktuell ist die Anlage bis mindestens am 22. Januar geschlossen.

Die Gemeinde Gisikon hat übrigens auch in vergangenen Jahren schon mit einer Vielzahl von Geschenken aufgewartet, die über die Gemeindekasse finanziert wurden (zentralplus berichtete).

Stadt Willisau

In der Stadt Willisau hat sich die Coronapandemie hingegen auf die Angebote ausgewirkt. Weil die Nachfrage nach dem öffentlichen Verkehr in den letzten Monaten eingebrochen ist und Willisau die SBB-Tageskarten nicht weiter verkaufen kann, hat die Stadt nun beschlossen, das Angebot auf zwei Tageskarten pro Tag zu reduzieren. «Wenn sich die Lage wieder beruhigt, erhöhen wir das Kontingent vielleicht wieder», sagt Stadtschreiber-Substitut Philipp Dobmann auf Anfrage.

Komplett weggefallen sind die Gratiseintritte für das Verkehrshaus Luzern. «Der Preis für die Karten hat sich so weit erhöht, dass es sich für die Gemeinde nicht mehr rentiert hat», so Dobmann weiter. Er bedauert die Entwicklung, denn das Angebot sei rege genutzt worden.

Dobmann könnte sich aber vorstellen, dass im kommenden Jahr weitere Aktionen hinzukommen könnten – auch, weil Willisau ab dem kommenden Jahr mit einem veränderten Stadtrat agieren wird.

Die Mittellose: Kriens

Kriens bietet – wie schon in den Vorjahren – keine Vergünstigungen für seine Bewohner an. «Wir sehen es nicht als Aufgabe der Gemeinde, in Einzelfällen Freizeitaktivitäten von Privatpersonen zu subventionieren», hiess es in den letzten Jahren auf Anfrage (zentralplus berichtete).

Heuer kommt noch hinzu, dass die Gemeinde mit finanziellen Engpässen zu kämpfen hat und ohne Budget ins neue Jahr starten muss. «Ausgaben, zu denen die Stadt weder über ein Gesetz noch über einen Vertrag verpflichtet ist, sind im Prinzip nicht mehr möglich, bis ein rechtsgültiges Budget vorliegt», schreibt die Gemeinde auf ihrer Website.

Auch kein Budget für Ebikon

In einer ähnlichen Situation befindet sich die Gemeinde Ebikon. Weil das Budget bei der Abstimmung am 29. November abgelehnt wurde (zentralplus berichtete), mussten nun die ersten Einsparungen getätigt werden. Wie die Gemeinde Ebikon auf Anfrage erklärt, werden Tageskarten deswegen nur noch bis Ende Februar angeboten.

Sollte der kommunale Finanzplan bei der nächsten Abstimmung vom März jedoch angenommen werden, stellt Ebikon auch in Aussicht, das Tageskartenangebot wieder aufzunehmen.

Dafür Budget für Vitznau

Ganz anders sieht es in Vitznau aus. Weil hier das Budget bewilligt wurde, hat die Gemeinde als Dankeschön einen Einkaufsgutschein im Wert von 70 Franken an alle Einwohner verschickt. Dieser kann bei lokalen Geschäften eingelöst werden und soll das Vitznauer Gewerbe solidarisch unterstützen. Der Gutschein ist noch bis am 31. Juni gültig.

Sursee animiert zum Schwimmen

Sursee unterstützt neben eisenbahnfreudigen Naturen auch Wasserratten. Die Stadt bietet Ermässigungen auf Eintritte in das Strandbad Sursee, das Hallenbad beim Schweizerischen Paraplegikerzentrum in Nottwil und der Sportarena Campus Sursee.

Der Kanton fördert Velofahren

Einige Luzerner Gemeinden nehmen auch im neuen Jahr an der «Take a Bike»-Aktion teil. So kriegen Einwohner der Stadt Luzern, Ebikon, Sursee, Meggen und Horw ein Abonnement geschenkt, mit dem sie von Veloverleihs wie Nextbike oder Carvelo2go profitieren können. In einigen Gemeinden läuft dieses Angebot noch zeitlich befristet. Eine Übersicht gibt es hier.

Das Angebot sei beliebt, schreibt die Stadt Luzern. 2018 wurden rund 122’000 Fahrten mit einem Nextbike zurückgelegt. Das Angebot beschränkt sich dabei nicht nur auf den Kanton Luzern. Auch Nidwalden und Teile von Schwyz sind bei der Aktion dabei.

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