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Gigantisches Medienecho: Familie Hofer kommt kaum noch zum Heuen
  • Gesellschaft
Die Netzgemeinde solidarisiert sich mit der Bauernfamilie Hofer aus Meggen. (Bild: Bildmontage )

Knatsch um Geruch eines Luzerner Schweinestalls Gigantisches Medienecho: Familie Hofer kommt kaum noch zum Heuen

3 min Lesezeit 5 Kommentare 19.06.2019, 13:30 Uhr

Mit so viel Solidarität hätte Bauernfamilie Hofer aus Meggen wohl kaum gerechnet: Nach dem zentralplus-Bericht über den drohenden Abriss ihres Schweinestalls, ging ein regelrechter Aufschrei durch die Schweizer Medienlandschaft. Sogar Zürcher Medien griffen die Geschichte auf – und es hagelte Hunderte von Leserkommentaren.

«Eine Schweinerei! Auch ich rieche zwar nicht gerne Saugülle. Aber ich ziehe nicht in die Nähe eines Schweinestalls …», schreibt eine Leserin als Kommentar zu dem Artikel, in dem zentralplus die Geschichte der Familie Hofer erzählt.

Zur Erinnerung: Der Kanton hat entschieden, dass die Ställe der Familie Hofer künftig nicht mehr genutzt werden dürfen, weil sich Anwohner über den Geruch der Tiere beschwert hatten. Die Stallungen seien zu nahe an der Bauzone, beschied die zuständige Dienststelle. Weil sich die Familie den Bau eines neuen Stalls nicht leisten kann, steht nun ihre Existenz auf dem Spiel (zentralplus berichtete).

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Der Hof war zuerst da

Mit ihrer Meinung ist die zentralplus-Leserin bei Weitem nicht alleine. Nachdem auch andere Medien die Geschichte der Familie Hofer aufgegriffen haben, ging ein regelrechter Aufschrei durchs Netz. Es hagelte Hunderte von Leserkommentaren.

Der Tenor ist klar: Der Bauernhof Hochrüti, der seit sieben Generationen von der Familie Hofer bewirtschaftet wird, war zuerst da. Zuzüger dürfen sich nicht beschweren.

Die Bauzone neben dem Hof besteht seit 1980. «Da kann man sich ja nur noch komplett verwundert und verstört die Augen reiben», schreibt daher ein zentralplus-Leser. «Dann wurde die Bauzone im Verfahren zu nahe an die Landwirtschaftszone herangezogen. Der Fehler liegt also bei den Behörden und keinesfalls bei der Familie Hofer und ihrem Betrieb», findet er.

Die heutigen Richtlinien gelten seit 1995

Ein Leserkommentator von «Tele Züri», welches ebenfalls über den Fall berichtet hat, bläst ins gleiche Horn.  «Gemeinden können nicht planen, bauen zu nah an der Landwirtschaftszone, Neuzuzüger*innen schnallen nix. Bei ein paar Reklamationen knicken die Gemeinden ein. Es zeigt auch exemplarisch, wie weit wir uns von unseren Lebensgrundlagen entfernt haben.»

Bei der Einzonung galten allerdings noch nicht die heutigen Richtlinien betreffend die Mindestabstände zwischen Landwirtschaftsbetrieben und Wohngebieten. Diese traten erst 1995 in Kraft. Seit diesem Zeitpunkt widerspricht die Situation eigentlich den rechtlichen Vorgaben. Ans Licht kam dies allerdings erst durch die Geruchsemmissionsklage eines Nachbarn.

Familie von Solidaritätswelle fast überrollt

Eine Kommentatorin schreibt denn auch: «Es bringt nichts, sich über die gesetzliche Lage in Meggen zu ärgern!» Was Familie Hofer jetzt brauche, sei Geld, um einen neuen Stall in weiterer Entfernung zur Wohnzone zu bauen.

«Acht Millionen Menschen leben in der Schweiz. Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir Geld spenden, ist es der Familie Hofer schon bald möglich, ihren Generationenbetrieb weiter zu führen!»

Die Familie Hofer selber scheint von der ganzen Berichterstattung etwas überrollt worden zu sein. Am Dienstag lief das Telefon jedenfalls derart heiss, dass man nicht dazu kam, zu heuen. Das kann nun wegen der erwarteten Gewitter nicht mehr warten.

Ob sich die Solidarität der Leserschaft bereits in der Spendenaktion bemerkbar macht, wird man daher erst am Freitag erfahren, wenn das Heu ins Trockene gebracht ist.

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5 Kommentare
  1. Joseph de Mol, 24.06.2019, 07:13 Uhr

    Die Gemeinde Meggen und der handlangernde Kanton Luzern gehören in dieser Sache eingeklagt! Diese Institutionen sind durchdrungen von plutokratischen Steigbügelhaltern, die alles absegnen, was das Kapital fordert! Nötigenfalls und unter Druck verteidigt wohl sogar der Luzerner Regierungsrat dieses Vorgehen! Die neuen Habsburger sitzen längst in unseren eigenen Reihen und knechten und vervogten, was das Zeug hält! Pfui!

  2. Philippe Steiner, 21.06.2019, 23:54 Uhr

    Guten Morgen

    Ich finde die Berichterstattung zu diesem Thema sehr wichtig. In erster Linie wird hier ein Verdrängungskampf geführt. Ein alteingessener Bauer, der mehere Generationen Landwirtschaft betreibt, gegen ein Neureicher Zuzüger, der billig Land gekauft hat im Wissen das es halt “zum Himmel Stinkt”.

    Ich denke die grössten Fehler hat die Gemeinde selbst geschaffen, indem Sie die Wohnzohne zu nah an den Bauernhof gezogen hat.

    Ich wünsche mir hierfür seitens der Redaktion massiv mehr informationen beitseits, um auch besser urteilen zu können.

    Gruss aus Basel…

  3. Jöre müller, 21.06.2019, 17:03 Uhr

    Nicht die Bauern Familie soll gehen, die Behörden, die müssen gehen,, , was für ein Gemeinde Presi ist das ,habt Ihr vergessen woher das Essen kommt ,alleine in Emmen wurden die Letzten Jahre Etliche Höfe vertrieben, Pfui schämt Euch…jöre

  4. Tino Zimmermann, 19.06.2019, 17:40 Uhr

    Lasst doch diese Bauersleute ihre Arbeit und ihr Leben bestreiten!! Die Reklamierer sind sicherlich keine Büetzer und schon gar einheimische Megger! Uf Buredütsch: Frachs Soupack!!!

  5. Joseph de Mol, 19.06.2019, 13:39 Uhr

    Ein riesiges Medienecho! Das ist exakt das, was die Hofers jetzt benötigen. Der Druck auf Villenbesitzer, die Gemeinde Meggen und auch den Kanton Luzern wächst beständig und das ist gut so. Vielleicht schalte sich jetzt noch die eine oder andere Honoration ein (bissige Rechtsanwälte wären ideal) und schon bald herrscht Ruhe und die Hofers können wieder ihren gewohnten Beschäftigungen nachgehen. Meggen – du babylonisches Freudenmädchen! Merks dir, damit kommst du nicht durch!! Filetstück Bauland in spe ade!