Gibts mehr als 50 neue Veloparkplätze?
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Das Zurgilgenhaus (links) in Luzern. Hier verschwinden eventuell die Autoparkplätze – was noch zu Reden geben dürfte. (Bild: Luca Wolf)

Facelifting in Luzerner Altstadt Gibts mehr als 50 neue Veloparkplätze?

3 min Lesezeit 20.03.2015, 17:06 Uhr

Im Herbst 2019 könnte die neu herausgeputzte Achse Grendel-Löwengraben feierlich eröffnet werden. Bis dann ist auch klar, ob es in der Altstadt auf Kosten der Autoparkplätze mehr als die bislang 50 zusätzlichen Veloparkplätze geben wird. Und ob sich die Stadt doch noch ein paar Sitzbänke leisten will.

Am 5. März hat das Luzerner Stadtparlament einen fast historischen Entscheid gefällt: Die Achse Grendel-Grabenstrasse-Löwengraben in der Altstadt soll für 3,7 Millionen Franken doch noch saniert werden. Über zehn Jahre lang haben die Politiker nach einer Lösung gerungen (zentral+ berichtete). Der bisherige, eher improvisiert wirkende Strassencharakter soll dem einer Flaniermeile weichen.

Einweihung im Herbst 2019?

Der Fahrplan für die langersehnte Umsetzung sieht laut Daniel Nussbaumer, Projektleiter bei der Stadt, wie folgt aus: Noch dieses Jahr starten die umfangreichen Vorbereitungsarbeiten. «Diese werden 2017 abgeschlossen, damit 2018 und 2019 die Ausführung erfolgen kann.» Wann genau die Achse Grendel-Löwengraben in neuem Glanz erscheint, ist laut Nussbaumer noch offen. Womöglich werde es Herbst 2019. Nussbaumer verspricht: Man werde weiterhin alle Interessierten über die Arbeiten informieren.

20 Veloparkplätze weniger am Grendel

Alle Velofahrer dürfte Folgendes interessieren: Am wegen seiner Uhren- und Touristenshops hochfrequentierten Grendel verschwinden 20 Veloparkplätze. Neu wird es dort aus «städtebaulichen Gründen» noch etwa 50 geben, sagt Nussbaumer. Die heute optisch nicht sehr propere Lösung, wo Velos frei auf den Parkplätzen abgestellt werden können, wird durch ein Halterungssystem ersetzt. Ein solches System gibts bereits auf dem Mühleplatz.

Am Grendel wird derzeit kräftig gebaut. Danach wird es 20 Veloparkplätze weniger geben.

Am Grendel wird derzeit kräftig gebaut. Danach wird es 20 Veloparkplätze weniger geben.

(Bild: Luca Wolf)

Als Ersatz gibt es im Bereich Grabenstrasse-Löwengraben 70 Veloparkplätze mehr. Auch hier soll das neue Halterungssystem zum Einsatz kommen. Unter dem Strich stehen folglich für die Velofahrer auf der gesamten Achse 50 Abstellplätze mehr zur Verfügung. In der Altstadt hat es zudem auf dem Mühleplatz noch 90 weitere Veloparkplätze.

Weichen Autoparkplätze den Velos?

Doch es könnten noch mehr werden, schliesslich will und muss die Stadt den Anteil an Velofahrenden in der Stadt erhöhen. Das geht hauptsächlich über eine attraktivere Infrastruktur, zu der auch genügend Parkplätze gehören. «Konkret prüft die Stadt im Rahmen des Veloparkierungskonzepts Innenstadt nun eine Parkierungsanlage vor dem Zurgilgenhaus», sagt Martin Urwyler, Projektleiter Mobilität bei der Stadt. Dieses historische Gebäude mit dem runden Turm liegt am Kapellplatz, direkt an der Reuss.

Dort stehen zwar heute schon Velos – aber auch rund ein Dutzend Autoparkplätze, etwa die Hälfte davon ist für Taxis reserviert. Dazu sagt Urwyler: «Wenn man Platz schaffen möchte für zusätzliche Veloabstellpätze, müssten wohl Autoparkplätze weichen.» Das aber sorgte schon 2012 für Aufruhr. Damals wurde noch über das gescheiterte Grendel-Vorgängerprojekt «Walk oft Watches» diskutiert. Um dieses umzusetzen, hätten bis zu 80 Veloparkplätze am Grendel zum Zurgilgenhaus verschoben werden müssen. Doch dagegen wehrte sich die Interessengemeinschaft Kapellplatz. Sie befürchtete damals laut «Neue Luzerner Zeitung» Konflikte zwischen Fussgängern und Velofahrenden. Entschieden ist laut Urwyler noch nichts. Man darf also gespannt sein, wie es auf diesem Platz weiter geht.

So wie dieser Veloparkplatz auf dem Mühleplatz sollen auch die anderen in der Altstadt ausgestattet werden.

So wie dieser Veloparkplatz auf dem Mühleplatz sollen auch die anderen in der Altstadt ausgestattet werden.

(Bild: Luca Wolf)

Sitzbänke bleiben wohl Wunschvorstellung

Mit dem aktuellen Projekt sind zwar viele, aber noch nicht alle zufrieden. So wurde in der Vergangenheit kritisiert, dass es entlang des Grendels keine öffentlichen Sitzmöglichkeiten geben wird. Das sei gerade für ältere Personen, die sich zwischendurch mal hinsetzen möchten, schade. Dazu sagt Daniel Nussbaumer von der Stadt: «Aktuell sind keine Sitzbänke vorgesehen. Aufgrund der Rückmeldungen aus der Begleitgruppe werden wir aber in der weiteren Planung dazu Überlegungen machen.»

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