Geteiltes Glück ist doppeltes Glück – auch beim Lesen
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Jungunternehmer Sami Gashi mit einigen seiner Lieblingsbücher. (Bild: mam)

Sami Gashi betreibt einen ungewöhnlichen Bücherblog Geteiltes Glück ist doppeltes Glück – auch beim Lesen

4 min Lesezeit 2 Kommentare 26.05.2021, 05:00 Uhr

Bücher können dein Leben verändern, glaubt Sami Gashi. Was er aus Ratgeberliteratur, wissenschaftlichen Büchern und Belletristik schöpft, gibt er weiter – die besten Werke verschenkt er auch. Sein Bücherblog ist als Spende von Wissen gedacht.

Lesen hilft, um im Leben erfolgreich zu sein. Das ist die Überzeugung von Sami Gashi (28), Managing-Partner der Onlinemarketing-Agentur One Line in Steinhausen. In seiner Wohnung im Business Village D4 in Root erklärt er, warum er ausserdem seit rund zwei Jahren einen Bücherblog betreibt, der ziemlich gut läuft.

«Ich habe seit früher Kindheit viel gelesen», sagt er bei einer Tasse Kakao, die für ihn ein Ritual ist. «Der Inhalt von Büchern hat meine persönliche Haltung stark geprägt und es mir ermöglicht, Meinungen zu bilden und Sachen kennenzulernen, über die ich wenig Bescheid wusste.»

Für jede Situation gibt’s ein Buch

Der Reichtum an Wissen aus Büchern weckte in Gashi den Wunsch, etwas davon der Welt zurückzugeben. Er habe den Inhalt der Bücher, die er gelesen habe, für sich immer schon zusammengefasst, sagt er. Dies tut er nun auch in seinem Bücherblog – verschenkt aber darüber hinaus aber auch jeden Monat 10 Ausgaben eines Werks, das er als Buch des Monats auszeichnet. Und von dem er überzeugt ist, dass es nicht nur ihn, sondern auch viele andere Menschen weiterbringen kann.

«Das passende Buch muss nur gefunden werden.»

Sami Gashi, Bücherblogger

«Es gibt für jeden Menschen in jeder Situation das passende Buch, es muss nur gefunden werden», sagt er. Ebenso nehme jede und jeder aus einem tollen Buch nur das mit, was für ihn wichtig ist. Daher beschränkt er sich nicht auf Rezensionen, sondern verschenkt ganze Bücher.

Lieblingsbuch: «Der Alchimist»

Gashi kommt nicht aus dem typischen Germanistenmilieu, sondern ist mit einer kaufmännischen Ausbildung ins Berufsleben gestartet. «Leute aus meinem Umfeld glauben oft nicht, dass ich nebenbei einen Bücherblog betreibe», sagt er. Doch genau dies macht seinen Blog speziell: Es werden nicht Bücher behandelt, die in einer sozialen Gruppe gerade besonders angesagt sind, sondern alles, was Sami Gashi interessant scheint. Also vieles. Denn er hat einen offenen Geist.

Gerade sei er an einem Buch über die Bedeutung des Schlafs, einem über Geschäftsstrategie und einem anderem mit dem Titel «Virus-Wahn». «Ich lese oft mehrere gleichzeitig», sagt er. Sein Lieblingsbuch ist ein belletristisches Werk. «Der Alchimist» des brasilianischen Schriftstellers Paulo Coelho. Ausserdem mag er «1984» von George Orwell besonders.

Drang nach Erkenntnis

Auf den ersten Blick sind beide Bücher ziemlich unterschiedlich. Auf den zweiten Blick jedoch verbindet sie ein Motiv. In «Der Alchimist» will der Protagonist seine Träume verwirklichen – und lernt auf einer langen Reise immer Neues dazu und häuft wertvolles Wissen an. Im düsteren Zukunftsroman «1984» wehrt sich der Protagonist gegen ein Leben in Bevormundung und Unwissenheit – auch hier geht es unter anderem also um persönlichen Erkenntnisgewinn und um Selbstverwirklichung.

Gashis Tage sind durchstrukturiert. Innerhalb weniger Jahre hat er ein Unternehmen mit 10 Angestellten mit aufgebaut. Daher muss er früh aus den Federn und kommt spät von der Arbeit zurück. Das Lesen hat einen festen Platz im Tagesablauf – mindestens eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen gehört der Literatur. «Ich habe mir das so angewöhnt», sagt er, der ausserdem auf Geschäftsreisen oder in den Ferien die Nase in die Bücher steckt und auch Hörbücher schätzt.

Bücher gehen weg wie warme Weggli

Gashis 10 Bücher des Monats werden seit eineinhalb Jahren regelmässig nachgefragt – oft von Frauen, wie er sagt. Den Bücherblog möchte er trotz seines grossen Arbeitspensums im eigenen Geschäft weiterführen. Er schliesst auch einen Ausbau nicht aus. «Wer weiss, vielleicht wird etwas in Zusammenarbeit mit einem Bücherhaus möglich?» Am Herzen läge ihm die Vermittlung für Bücher an Kinder von fremdsprachigen Eltern, die sich mit Lesen ihre eigene Welt auf Deutsch erschliessen können.

Er habe selbst Büchern viel zu verdanken, das Lesen werde allgemein unterschätzt, sagt Gashi. Von Büchern profitiere man, daher eignen sie sich auch besonders als Präsent. «Mit Geschenken kann man anderen Menschen eine Freude machen», sagt Sami Gashi, «für mich gibt es nichts Schöneres.»

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2 Kommentare
  1. Aurmel Müller, 28.05.2021, 18:56 Uhr

    Wirklich spannender Beitrag über Sami Gashi.
    Das freut mich, dass Leute so einen schönen Gedanken mitsich tragen.
    Weiterso.

  2. Jessica, 26.05.2021, 22:48 Uhr

    Was für eine tolle Idee von Sami Gashi

    Ich habe mir nun auch ein Buch bestellt welches auf seinem Buchblog zu finden war. Mal schauen ob es mich ebenfalls so anspricht.

    Liebe Grüsse

    Jessy

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