Kampf gegen Fachkräftemangel

Luzerner Ärztegesellschaft fordert Ende des Numerus clausus

Im Kanton Luzern mangelt es an Ärztinnen. (Bild: Adobe Stock)

Die beiden Präsidenten der Luzerner Ärztegesellschaft haben drei Massnahmen vorgestellt, wie sie den Mangel an Fachpersonal in Luzerner Arztpraxen bekämpfen würden.

Es gibt im Kanton Luzern zu wenig Ärzte. Das ist seit längerem eine bekannte Tatsache. Das Co-Präsidium der Luzerner Ärztegesellschaft fordert nun neue Massnahmen gegen den Mangel an medizinischem Fachpersonal. Ihre Ideen lassen aufhorchen.

Letztes Jahr erhielten zehn Prozent mehr Ärzte im Kanton Luzern eine Berufsbewilligung als 2022. Und trotzdem bleibt die Lage angespannt (zentralplus berichtete). Während das Problem in allen Praxen besteht, stossen insbesondere die Kinderarztpraxen des Kantons zusehends an ihre Grenzen (zentralplus berichtete).

Der Regierungsrat hat kürzlich einen Plan vorgelegt, wie er gegen den Ärztemangel vorgehen will. Seine Vorschläge, um die medizinische Grundversorgung im gewohnten Mass aufrecht zuerhalten, stiessen allerdings auf reichlich Kritik (zentralplus berichtete).

Weniger Administration, neue Praxen

Brigitte Bleiber und Andreas Hirth präsidieren zusammen die Luzerner Ärztegesellschaft. Gegenüber der «Luzerner Zeitung» erklären sie, dass sie eine Abschaffung des Numerus clausus verlangen. Würde der Eignungstest am Anfang des Studiums fallen, könnten mehr junge Medizinerinnen ausgebildet werden, führen sie aus.

Die Idee ist brisant, allerdings nicht neu. Der Berufsverband der Schweizer Ärzte forderte dies bereits 2018. Bisher hatte der Vorschlag aber kaum Chancen aufgrund des grossen Widerstands aus der Politik und von den Universitäten.

Im Übrigen fordern Bleiber und Hirth die Politik auf, den Arztberuf von administrativen Aufgaben zu befreien. Und sie verlangen neue Arbeitsmodelle für den Beruf des Mediziners. Wie sie der «Luzerner Zeitung» sagen, brauche es die Unterstützung von Gemeinden und Kanton, um neue, attraktive Praxen wie auch Gesundheitszentren zu schaffen.

Verwendete Quellen
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