Für Langzeitversorgung im Alter

Ägerital braucht in Zukunft mehr als doppelt so viele Betten

Oberägeri und Unterägeri setzen sich mit den Themen Wohnen, Betreuen und Pflegen im Alter auseinander. (Bild: Symbolbild: Adobe Stock)

Ober- und Unterägeri schauen in die Zukunft und wollen die Pflege von betagten Personen langfristig planen. Dabei ist den Gemeinden aufgefallen, dass die massiv aufstocken müssen.

Während die 118 Betten im Jahr 2021 noch ausgereicht haben, braucht das Ägerital im Jahr 2045 voraussichtlich 310 Betten für die Grundversorgung von Menschen im Alter. Das ergab eine externe Studie, die Unter- und Oberägeri in Auftrag gegeben haben.

Das heutige Bettenangebot in der stationären Versorgung im Ägerital wird in Zukunft also bei weitem nicht ausreichen. Das schreiben die zwei Gemeinden am Freitag in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Ein akuter Handlungsbedarf bestehe vor allem für Oberägeri. «Es ist deshalb entscheidend, jetzt die richtigen Weichen zu stellen für eine zukunftsgerichtete Alterspolitik», lässt sich Oberägerer Gemeinderätin Laura Marty-Iten zitieren.

Um den Bedarf an Pflegebetten zu reduzieren, wollen die Gemeinden nun dafür sorgen, dass ältere Menschen möglichst lange in ihren eigenen vier Wänden verbleiben können. Dazu benötige es eine stärkere Vernetzung und Koordination von verschiedenen Unterstützungsangeboten – wie beispielsweise dem Mahlzeitendienst und den Spitexleistungen.

Die Herausgeber der Studie empfehlen darüber hinaus eine engere Zusammenarbeit der beiden Gemeinden. Ober- und Unterägeri prüfen nun die Schaffung einer Fachstelle, die sich auf das Zusammenspiel von Politik, Leistungserbringer und der Bevölkerung im Ägerital fokussieren soll.

Eine weitere Möglichkeit, einen möglichst langen Verbleib in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, ist das Schaffen von Wohnangebot, das speziell auf ältere Menschen ausgerichtete ist. Auch dies würde die Gemeinden nun prüfen. Ebenfalls prüfen wollen Unter- und Oberägeri Möglichkeiten wie Tag-Nachtstrukturen, Ferienbetten und Kurzzeitaufenthalte.

Die Studie ergab ausserdem, dass Unterägeri eine Gruppenpraxis für die medizinische Grundversorgung schaffen soll. Diesen Handlungsbedarf habe die Gemeinde bereits erkannt. «So kann unsere Bevölkerung an der Landsgemeinde am 16. Juni über die Gründung und Finanzierung eines Ärztezentrums abstimmen», meint Roland Müller, Gemeinderat aus Unterägeri.

Verwendete Quellen
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