Zuger Impfzentrum bleibt, Luzerner wird geschlossen

Jetzt kommt der grosse Personalabbau in den Impfzentren

Der Bundesrat hat am Mittwoch fast alle Corona-Massnahmen gestrichen: Wie gehen die Kantone nun mit den Impfzentren um? (Bild: Emanuel Ammon/AURA/Kanton Luzern)

Im Kanton Luzern schliessen die kantonalen Impfzentren spätestens Ende März. Im Kanton Zug sieht es dagegen anders aus. Das ist die weitere Taktik der beiden Kantone.

Nicht nur während der Pandemie, auch in der Endemie sind die Kantone unterschiedlich unterwegs. Der Kanton Luzern reduziert sein Angebot in den Impfzentren schrittweise. Spätestens Ende März schliessen die kantonalen Zentren. Falls die Zahlen der Impfungen noch schneller und stärker in den Keller fallen, gehen diese Einrichtungen noch schneller zu (zentralplus berichtete).

Anders sieht die Taktik im Kanton Zug aus. Aurel Köpfli von der Zuger Gesundheitsdirektion schreibt auf Anfrage von zentralplus, dass der Kanton noch keine Schliessung plant. «Das Zuger Impfzentrum wird aktuell nicht geschlossen und mit reduzierten Öffnungszeiten weiterbetrieben.»

Gründe sind laut Köpfli der Service an der Bevölkerung und die Weiterentwicklung. «Zum einen kann so nach wie vor allen Zugerinnen und Zugern einfach die Möglichkeit geboten werden, sich impfen und boostern zu lassen. Zum anderen sind wir so auf eine mögliche vierte Impfung vorbereitet und können die Kapazitäten rasch wieder hochfahren.»

Bleiben die Kantone auf Impfdosen sitzen?

Der Bund sitzt im Moment auf rund 34 Millionen Impfdosen. Diese sind nicht für den Abfall, denn der Bund braucht diese bei einer vierten Impfung. Wie sieht es bei den Kantonen aus?

Auf Nachfrage beim Kanton Luzern, schreibt uns David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport, dass der Kanton seit Dezember keinen neuen Impfstoff mehr bestellt habe. «Ob wir allenfalls Impfstoff vernichten müssen oder nicht, hängt von diversen Faktoren ab, beispielsweise der Anzahl von Impfungen (wir impfen aktuell täglich noch immer mehrere hundert Personen), oder ob der Impfstoff anderweitig verwendet werden kann.»

Auch der Kanton Zug bestellt beim Bund nur so viel Impfstoff, wie er benötigt. «Das Zuger Impfzentrum ruft bei der Armeeapotheke jeweils nur die Mengen an Impfstoff ab, die in den folgenden Wochen voraussichtlich verwendet werden», schreibt uns Aurel Köpfli. Und weiter: «Es müssen also trotz tieferer Nachfrage nur sehr wenige Impfdosen entsorgt werden. Konkret sind dies die am Ende eines Betriebstages angebrochenen Impfstofffläschchen, was pro Tag eine einstellige Anzahl Impfdosen ausmacht.»

Personalabbau bei beiden Kantonen

Weniger Besucher bedeutet weniger Arbeit. Wie der Kanton Luzern mitteilt, haben in den drei kantonalen Impfzentren um die 800 Personen gearbeitet. «Es handelt sich vorwiegend um freiwillige Helferinnen und Helfer, deren Einsätze zu Ende gehen», schreibt David Dürr.

Der Kanton Zug hat sich auf Ende 2021 nochmals Personal geholt. Der Kanton müsse die Nachfrage der Booster-Impfungen abdecken können. «Dieses wird nun schrittweise abgebaut werden, was auch die Beendigung von Arbeitsverhältnissen bedeutet», schreibt Köpfli.

Überraschend kommt dieser Abbau für das Personal nicht. «Dies wurde den neu angestellten Personen von Beginn an transparent so mitgeteilt. Viele der Mitarbeitenden im Impfzentrum sind ohnehin aus dem Ruhestand in diese Funktion zurückgekommen.»

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