Gesellschaft
Schutzmaske verweigert

Zuger Beizer ging auf die Barrikaden – jetzt droht eine massive Geldstrafe

Der Beizer Iwan Iten bei seiner Rede an der Corona-Demo in Lachen. (Bild: Screenshot)

An der Corona-Demo letztes Wochenende in Lachen hatte der Wirt einer Zuger Beiz einen grossen Auftritt. Er hatte sich im Oktober geweigert, in seinem Restaurant die Maskenpflicht einzuhalten. Nun läuft gegen ihn ein Strafverfahren.

«Wie lange wollen wir noch dieses Corona-Theater mitmachen?», fragt der Zuger Wirt Iwan Iten rhetorisch. Die Menge klatscht. Rund 1’000 Personen waren es, die sich am letzten Samstag in Lachen (SZ) zusammengefunden haben, um gegen die Corona-Massnahmen zu demonstrieren (zentralplus berichtete).

Der Beizer tritt als Vertreter der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) auf. Er wirft dem Bundesrat vor, im Sommer zu wenig Vorkehrungen gegen die zweite Welle getroffen zu haben. Auf Youtube existiert ein Mitschnitt der Rede. Der Bundesrat reagiere unverhältnismässig, sagt Iten darin. Und er trage die Konsequenzen der angeordneten Massnahmen nicht mit. Das sei eine «Sauerei». Wenn man etwas gegen die Maske sage, werde man diffamiert.

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Der Wirt erzählt in seiner leidenschaftlichen Rede, dass er und sein Team sich bei der Einführung der Maskenpflicht weigerten, den Nasen-Mund-Schutz anzuziehen. Nach 14 Tagen sei sein Betrieb von der Polizei geschlossen worden. Daraufhin habe er sich in Absprache mit den Mitarbeitenden der Maskenpflicht gefügt. «Wir sind ja keine Rebellen. Aber wir fordern den Dialog.» Doch weder die Zuger Regierung noch Gastro Zug hätten dazu Hand geboten.

Zuger Polizei bestätigt die Verstösse

Die Zuger Polizei bestätigt auf Anfrage von zentralplus: «Bei mehreren Kontrollen wurde festgestellt, dass der Pächter des Restaurants sich nicht an die Bundesverordnung zur Bekämpfung des Coronavirus hält», sagt Sprecher Frank Kleiner. Das vorhandene Schutzkonzept sei nicht entsprechend umgesetzt worden.

«So trugen das Servicepersonal sowie die Verantwortlichen keine Schutzmasken», so Kleiner weiter. Der Pächter sei mehrmals auf die geltenden Bestimmungen aufmerksam gemacht, verwarnt sowie angezeigt worden. Der Polizeisprecher bestätigt auch, dass das Lokal Ende Oktober für 36 Stunden zwangsweise geschlossen wurde. Dies, weil der Beschuldigte «fehlende Einsicht» gezeigt und es sich um Wiederholungsfälle gehandelt habe.

Öffentliche Gesundheit gefährdet?

Aus Sicht der Zuger Polizei hat der Beizer die öffentliche Gesundheit unmittelbar gefährdet. Gemäss einem Regierungsratsbeschluss vom Juli kann die Polizei in solchen Fällen Betriebe für bis zu 36 Stunden schliessen. «Eine längere Schliessung muss vom Regierungsrat mittels Verfügung angeordnet werden», erklärt Kleiner die Rechtslage. So weit kam es vorliegend nicht.

Der Wirt war für zentralplus bisher nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Er trage inzwischen aber eine Schutzmaske, wenn er arbeite, wie er in der «Zuger Zeitung» sagte. Trotzdem könnte seine Verweigerung noch ein juristisches Nachspiel haben.

Zwar hat die Polizei derzeit keine Möglichkeit, bei Verstössen gegen das Epidemiengesetz unmittelbar eine Busse auszusprechen. Stellt sie eine Widerhandlung fest, wird die Person aber bei der Staatsanwaltschaft angezeigt. Im Falle einer Verurteilung drohen Bussen bis zu 5’000 Franken oder es werden Geldstrafen verhängt. Noch ist das Verfahren allerdings nicht rechtskräftig abgeschlossen.

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