Party nach dem Friedensgipfel – eine Glosse

Wo Olaf Scholz garantiert (nicht) sein Füdli schwenken wird

Feiern, als obs kein Morgen gäbe – was in der gegenwärtigen Weltlage durchaus möglich wäre. (Bild: Symbolbild: Adobe Stock)

Noch einmal schlafen, bis auf dem Nidwaldner Berg der Friedensgipfel steigt. zentralplus hat hier einen – nicht ganz ernst gemeinten – Feierratgeber für Olaf Scholz, Kamala Harris, Giorgia Meloni und Co.

Einmal am Bartresen einen «Sex on the Beach» schlürfen und Olaf Scholz neben einem stehend erspienzeln. Oder Kamala Harris morgens um vier auf der Pilatusstrasse begegnen, wie sie sich nach einer durchzechten Nacht in die Schlange stellt, um sich eine fetttriefende «Hänggi»-Pizza zu ergattern. Oder einen Präsidenten mit weiss gepuderten Nasenflügeln beim Koksen auf der Clubtoilette erwischen. Wer weiss – allzu an den Haaren herbeigezogen erscheint dies in der Nacht von Samstag auf Sonntag nicht.

Nur 8,57 Kilometer Luftlinie entfernt, auf dem luxuriösen Bürgenstock-Resort, herrscht am Wochenende nämlich Ausnahmezustand. Einige der mächtigsten Köpfe der Welt marschieren ein und debattieren über Frieden. Die Gästeliste ist gewaltig – über 80 Staaten sind eingeladen. Darunter Vizepräsidentin Kamala Harris (USA), Bundeskanzler Olaf Scholz (Deutschland) und Präsident Emmanuel Macron (Frankreich), Premierministerin Giorgia Meloni (Italien), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und, und, und … Ausser eben Russland.

So prall gefüllt die Gästeliste, so dicht ist auch deren Agenda. Pressekonferenzen, Plenarsitzungen, Eröffnungs- und Schlussreden, Galadinner – und «Break-out Sessions» in kleineren Gruppen. Es gibt viel zu tun, und das Programm dürfte wohl bis in die späte Nacht dauern, bis es am Sonntag weitergeht. Denn der Frieden kommt nicht von allein – der Krieg in der Ukraine tobt seit dem Tag des russischen Überfalls im Februar 2022 unverändert.

Doch liebe Präsidenten: Die Welt auf dem Bürgenstock steht kopf, Politikerinnen sind ein eigenes «Völkli», das Resort auf dem Berg ist ein abgekapselter Mikrokosmos. Deswegen: Stellt eure Hoyo-de-Monterrey-Zigarren auf dem Aschenbecher ab, ext euer Moët-Champagner-Glas und schlürft die letzten Austern weg – dann gehts ab nach Luzern.

Hier wird der Prosecco ganz räudig aus der Dose getrunken, die Zigarren gegen die Selbstgedrehte eingetauscht – und schon winkt die Einbürgerung als Stadtluzerner Clubgängerin.

Deswegen folgt hier – Trommelwirbel – die ultimative, bald präsidentenerprobte Clubtour durch Luzern. Im Quickie-Format. Und nicht ganz ernst gemeint.

Halt 1: Blutte Füdlis bestaunen

Für einen Kaltwasser-Kulturschock empfiehlt sich als Erstes ein Abstecher in Luzerns «Füdli-Schuppe»-Club – das «Princesse» am Hallwilerweg. Hier tanzen die Frauen oben ohne – maximal mit Sticker auf den Nippeln bekleidet. Sie liegen in schwebenden Betten, rekeln sich in überdimensional grossen Cosmopolitan-Gläsern und an der Stange – überall, wos nur geht. Ein paar soliarumgebräunte Halbsixpacks, die Stühle begatten, gibts hier ebenso. Wer denkt da noch an Völkerrecht, nukleare Sicherheit und Freiheit der Schifffahrt?

Eine Garantie für den Einlass gibts nicht – eure angesteckten Flaggen, Massanzüge und Machtpositionen interessieren hier niemanden. Unter den glitzernden Discokugeln und flackernden Strobolichtern sind eben alle gleich.

Die Türsteher sind hier breitbeinig und nicht selten bös blickend – Frauenbegleitung ist empfohlen, Bekleidung etwas zwischen Smoking und Jogginghose. Prösidösli sollten nicht unter der Jacke reingeschmuggelt werden. Der «Sex on the Beach» kostet hier eh nur fünf Franken.

Wer sich nicht traut, sein Füdli selbst über die Tanzfläche zu schwenken, kann das Geschehen aus sicherer Entfernung von den in Zebra- und Tigerstreifen überzogenen Samtsofas aus beobachten.

Halt 2: Es wird käsig

Nach dem aufreizenden Spektakel brauchen Herr Präsident und Frau Staatschefin erstmals Nervennahrung. «Irgendöpis mit Chäs» gibts nur 100 Schritte nebenan, im «Suter’s Meile». Für ein paar Franken. Und wenn das Portemonnaie in der Luxussuite liegen sollte – man kanns bestimmt auch auf die Spesenrechnung setzen. Quittung nicht vergessen!

Halt 3: Töggele

Eigentlich könnte man die Friedenssituation generell am Töggelikasten entscheiden lassen. Beispielsweise in der Hafenbar zur Metzgerhalle. Ganz ohne Bomben und Gemetzel. Aber dafür müssten halt auch beide betroffenen Parteien an die Verhandlung respektive den Töggelikasten geladen sein …

Halt 4: Kiosk

… um dann in Luzerns berühmt-berüchtigter und als «Rue de Blamage» abgestempelte Gasse abzutauchen. Hier lernen die Friedenskonferenzteilnehmerinnen Luzern abseits von schicken Museggtürmen und Touristinnensujets kennen.

Sich selbst und seine Mitkolleginnen kann man bestens in den Tiefen eines Technokellers verlieren – wie etwa dem neu eröffneten «Kiosk».

Halt 5: Ausnüchtern auf dem Gütsch

Keine Sorge, von den feuchtfröhlichen Runden «Stürzen mit Scholz», «Melonis Martini-Massakern» und der gnadenlos atonalen «Karaoke-Kamala» braucht die Welt nichts zu wissen. Was an der Baselstrasse passiert, bleibt an der Baselstrasse. Auf dem Rückweg zum Bürgenstock liegt jedoch noch ein weiterer empfehlenswerter Halt drin.

Also kurz ins Gütsch-Bähnli gehuscht und die kurze Strecke zum Märchenschloss hoch gegondelt. Von hier aus gibt es einen herrlichen Sonnenaufgang zu bestaunen. Weiterer Vorteil: Die ganzen erhabenen Staatsoberhäupter können von hier oben wie gewohnt herrlich auf das Volk herabschauen. Den Sonnenaufgang gibt es gratis obendrauf. Und steuerfrei. Wer Schildkröten im Gütschweiher erblickt: Die sind echt, «it's not a hallucination».

Halt 6: Sinnieren im Gottesdienst

So, nachdem sich die Damen und Herren der Weltmächte in den letzten Stunden gottlos betrunken, besinnungslos getanzt oder bis unter den Scheitel zugekokst haben, gilt es, ein bisschen Absolution zu ergattern. Also ab ins nächste Gotteshaus.

Keine Bange, Luzern hat für fast alle Konfessionen das passende Obdach zu bieten. Sei es die Jesuitenkirche in der Stadt, die Barmherzigkeits-Moschee an der Baselstrasse oder das Buddhistische Zentrum an der Rössligasse – es sollten alle fündig werden, bevor der Berg wieder ruft.

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