Gesellschaft
Vandalenakt in der Stadt Luzern erhitzt Gemüter

Wegkreuz mit Katholiken-Beleidigung beschmiert

Der Sockel des Kreuzes wurde mit «Fuck Christ» bemalt.

(Bild: les)

Ein denkmalgeschütztes Wegkreuz in der Stadt Luzern wurde Opfer von Vandalismus. Wie es nun weitergeht, ist derzeit noch offen. Sicher ist: Es wurde eine Anzeige eingereicht. Die Sprayerei ist dabei nur ein Strafbestandteil.

«Pietätslos», «unterste Schublade», «Schweinerei». Die Reaktionen auf einen Vandalenakt in der Stadt Luzern sind eindeutig. Mit grünen Buchstaben hat jemand vor Wochen «Fuck Christ» an das Wegkreuz an der Hofstrasse 1 gesprayt. 

Jürg Koch ist einer der Eigentümer der Liegenschaft. Grosse Lust, die Aktion zu kommentieren, hat er nicht. Er ist genervt und fragt sich, wie man nur auf solche Gedanken kommen könne. «Die Aktion beleidigt alle Gläubigen.» Das Kreuz sei erst im November des vergangenen Jahres gereinigt worden. «Jetzt muss man die Schmiererei vom Sandstein entfernen, das bedeutet unnötigen Aufwand und Kosten», so Koch. 

Das Kreuz an der Hofstrasse 1. Im Hintergrund ist das Löwencenter sichtbar.

Das Kreuz an der Hofstrasse 1. Im Hintergrund ist das Löwencenter sichtbar.

(Bild: les)

Das Gebäude an der Hofstrasse 1 wird gerade saniert. In diesem Rahmen habe man im November auch das Kreuz gereinigt. Das Kreuz befindet sich zwar im Besitz der Eigentümer der Liegenschaft, Koch spricht jedoch von einem Vertrag mit der Stadt Luzern. «Dieser besagt, dass die Stadt für die Pflege und Beleuchtung zuständig ist», sagt Koch. Er schiebt aber nach: «Dieser stammt aus dem letzten Jahrhundert und ich bezweifle, dass man den bei der Stadt gerade zur Hand hat.» Sein Exemplar habe er auch «irgendwo». Er müsse es hervorsuchen.

Cony Grünenfelder von der kantonalen Denkmalpflege hat vom Vandalenakt gehört. Weil das Kreuz unter Denkmalschutz steht, muss es fachgerecht gereinigt werden. «Im Rahmen der Renovation der Liegenschaft war die Denkmalpflege vor Ort», sagt sie. Vom Vertrag zwischen Koch und der Stadt Luzern hat sie gehört. «Da der Vertrag sehr alt ist, bezweifle ich aber, dass bei der Stadt noch jemand arbeitet, der selbst damit zu tun hatte.» Eine Nachfrage von zentralplus beim Ressort Baugesuche der Stadt Luzern brachte jedenfalls keinen Erfolg.

Sprayer zu schnappen, wird schwierig 

Mit dem Fall beschäftigen wird sich jedoch auch die Justiz. «Ich kann bestätigen, dass diesbezüglich eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung erstattet wurde», sagt Polizeisprecher Urs Wigger. Dies ist ein Teil des Vergehens. Wigger weist auf einen Paragrafen im Strafgesetz hin: «Störung der Glaubens- und Kultusfreiheit».

Darin heisst es: «Wer öffentlich und in gemeiner Weise die Überzeugung anderer in Glaubenssachen (…) beschimpft oder verspottet oder Gegenstände religiöser Verehrung verunehrt (…), wird mit einer Geldstrafe bestraft.» Ob «Fuck Christ» am Kreuz diesen Strafbestand trifft, kann Wigger nicht abschliessend sagen. «Dies kann erst dann beurteilt werden, wenn die Täterschaft und das Motiv für die Tat bekannt sind.»

«Es gibt Leute, deren Intellekt nur noch von ihrem Sozialverhalten unterboten wird.» 

Pirmin Müller, SVP-Kantonsrat

Gemäss Kriminalstatistik kam es 2016 zu 1’435 Anzeigen wegen Vandalismus. Die Aufklärungsquote liegt bei 21,8 Prozent. 468 Mal wurde Vandalismus in Form von Sprayereien festgestellt – dort wird die Aufklärungsquote nicht ausgewiesen. Es ist also zumindest fraglich, ob der Täter ermittelt werden kann. 

Werden religiöse Gefühle verletzt?

Die «Tat» gibt derweil auch in den sozialen Medien zu reden. Auf Facebook kommentiert SVP-Kantonsrat Pirmin Müller: «Es gibt Leute, deren Intellekt nur noch von ihrem Sozialverhalten unterboten wird.» Auf Nachfrage erklärt er: «Es gibt in der Stadt Luzern sehr viele Menschen, denen der Glaube wichtig ist und die ihn ernst nehmen. Mit dem Ausdruck ‹Fuck Christ› werden die religiösen Gefühle dieser Menschen mutwillig verletzt.» Er bezeichnet die Verunglimpfung als «unreflektiert» und «plump».

Müller vermutet, dass die Verursacher sich der Bedeutung des Christentums für die Gesellschaft gar nicht bewusst sind. «Die Menschen in unserem Land geniessen die Freiheiten, den Wohlstand und die Sicherheit – zu Recht. Es muss uns aber bewusst sein, dass diese Vorzüge nicht per Zufall entstanden sind, sondern auf dem Fundament des Christentums aufgebaut wurden.»

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