Gesellschaft
Worauf wir hier genauso gut verzichten könnten

Tag gegen Lärm: Die nervigsten Geräusche in Luzern

Dauerrauschen rund um den Kasernenplatz, einer der lärmgeplagtesten Orte der Stadt. (Bildmontage: zentralplus)

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Wer in der Stadt lebt, ist sich lärmtechnisch einiges gewohnt – und das ist gut so. Doch manches Getöse lässt selbst den robustesten Luzerner innerlich losschreien. Zum internationalen Tag gegen Lärm präsentieren wir eine Hitparade der fiesesten Geräusche.

Gemäss Bundesamt für Umwelt ist jeder fünfte Schweizer Verkehrslärm ausgesetzt, der über den Grenzwerten liegt, in der Stadt sogar jeder dritte. Und der stete Lärmteppich nervt nicht nur, sondern stresst: Bei Lärm gerät der Mensch in Alarmbereitschaft und schüttet Stresshormone aus. Das Herz rast, der Blutdruck steigt, man wird müde und gereizt. Auf die negativen Folgen der Dauerbeschallung macht diesen Mittwoch der internationale Tag des Lärms aufmerksam (siehe Box).

«Lärm ist das Geräusch der anderen», hat Kurt Tucholsky einst gesagt. Welcher Sound jemandem auf den Wecker geht, ist individuell. Wir zeigen, auf welche nervigen Geräusche wir in der Stadt Luzern getrost verzichten könnten:

1. Vrooooom: Man kennt solche Szenen nicht nur in der Luzerner Neustadt (über die Plage hat zentralplus berichtet): Besitzer fetter Sportkarren drücken selbst für die 20 Meter bis zum nächsten Stoppschild das Pedal durch. Gefühlte 120 Dezibel, die mächtig an den Nerven zerren.

Quelle: Giphy

2. Üble Musik: Noch schlimmer: Wenn der Fahrer (ja, meist handelt es sich um Vertreter der männlichen Spezies) sonnenbebrillt, den Arm lässig durchs offene Fenster hängend, das halbe Quartier lautstark mit grottenschlechter Musik beschallt.

Tag gegen Lärm

Der International Noise Awareness Day wurde 1996 in den USA initiiert. In der Schweiz setzt sich der Cercle Bruit seit 20 Jahren für weniger Lärm ein. Mitunter auf seine Initiative hin hat die Schweiz 2005 erstmals am Aktionstag teilgenommen. Jährlich wird eine andere Facette der Lärmproblematik thematisiert. Dieses Jahr sind es die Folgen von Lärm für Kinder, wie Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten. Kinder seien sich nicht bewusst, dass Lärm schaden kann, teilt die Eidgenössische Kommission für Lärmbekämpfung mit. Zudem hätten Kinder noch keine effiziente Strategie entwickelt, wie sie Lärm meiden können.

3. Trööööt: Und damit noch nicht genug des Autofahrer-Bashings: Nicht nur das Motorengeheul schlägt lärmgeplagten Städtern aufs Gemüt, sondern auch das Gehupe. Und auf das trifft man zu Stosszeiten an so manchem Verkehrsknoten der Stadt.

4. Ächz: Doch natürlich können nicht nur Autos laut werden. Auch das knorzige Geräusch verrosteter und ungeölter Fahrradketten könnte man unserer Meinung nach unverzüglich abschaffen. Und mit ihm das wiederholte, nervöse Geklingel gleich dazu.

5. Ach, Kinder: Das Ärgernis aller Pendler in Bussen und Zügen: Schulklassen, die bereits am Morgen um 7.30 Uhr vergnügt um Sitzplätze streiten, Pommes-Chips verzehren und durch die Gänge stapfen, als wüssten sie nicht, dass andere um diese Zeit noch schlafen. Wenn noch das Gequietsche des Zuges dazukommt, ist an Geruhsamkeit nicht mehr zu denken.

6. Das Leben der Anderen: Kindern sei ja noch verziehen. Was noch schlimmer ist: Nach Feierabend im Zug zurückzulehnen, nur um dann nervöse, aufgeregte oder – wie in den meisten Fällen – stinklangweilige Einblicke ins Leben des Sitznachbarn mitanhören zu müssen. Da wünscht sich mancher Pendler wohl ein eigenes Auto oder zumindest schalldichte Kopfhörer.

 

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7. Unnötige Maschinen: Der Klassiker unter den Dezibel-Schleudern: Laubbläser und samstagnachmittägliche Rasenmäher. Natürlich sind wir bereit, zugunsten herausgeputzter Wege, Wiesen und Wohlstandsvorgärten etwas Lärm in Kauf zu nehmen – aber doch bitte nicht direkt in unserer Nähe! Zudem gäbe es ja noch den guten alten Besen, der macht so gemütliche Geräusche.

8. Zilp-zilp-zwitscher: Apropos schöne Natur, auch die kann das Gehör empfindlich stören. Oder wer hat sich noch nie am Sonntag über das Gezwitscher der lieben Vögel genervt, die selbst am Wochenende nicht ausschlafen?

 

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9. Wuff: Ebenfalls tierisch nervig ist das Gekläffe kleiner, unerzogener Hunde, das oft so gar nicht zu ihrem niedlichen Wesen passt. Wenn’s nach der Stadt geht, dürfte sich dieser «Lärm» in Zukunft womöglich beim Churchill-Quai konzentrieren, doch so ganz sicher ist das noch nicht (zentralplus berichtete).

10. Touri-Führer: Wer regelmässig am Grendel vorbeikommt, weiss, wovon wir sprechen: Oftmals reicht das Fähnlein des Touristenführers nicht aus, nein, er muss lauthals um die Aufmerksamkeit der hinter ihren iPads versteckten Reisegäste buhlen. Wie wär’s denn mit diesen Audioguides, die man aus den Museen kennt?

11. Übertriebene Höflichkeit: «Händ Sie d Cumulus-Charte?» – «Dörf’s sösch no öppis si?» – «Nei? Danke, ade, merci, bittegärn»: Wir mögen ja gesellige und gesprächige Menschen, aber an mancher Verkaufsstelle ist auch mal gut mit der teils doch arg strapazierten Höflichkeit.

12. Zwangsberieselung: Nun gut, der vorherige Punkt war womöglich etwas übertrieben. Denn wirklich nervig in den Läden ist vielmehr die seichte Zwangsbeschallung aus den Boxen. Sie sollte uns wohl zum Kauf animieren, doch ist sie vielleicht nicht auch ein Grund, wieso immer mehr Leute online shoppen?

13. Schnelle Flugis: Die Sonne scheint, der Balkon ruft – und dann donnert die Patrouille Suisse oder ein Kampfjet gefühlt direkt über den Liegestuhl hinweg. Ob’s die Kunstflieger am Luzerner Himmel braucht oder nicht, darüber gehen die Meinungen aber auseinander (zentralplus berichtete).

Quelle: Giphy

14. Poltertruppen: Besonders am Nervenkostüm sägt Lärm in der Nacht. Einen Podestplatz nehmen dabei kreischende und lallende Partygänger ein. Auf dem obersten Treppchen: Poltergesellschaften. Nur gut, darf in Luzern in so vielen Lokalen noch geraucht werden – sonst wär’s noch übler (zentralplus berichtete).

15. Gehörlos auf dem Dancefloor: Natürlich stürzen auch wir uns ab und zu ins Nachtleben. Da plagt uns dann ein weiterer Lärmteufel – in Gestalt des DJs, der meint, guter Sound müsse sich anfühlen wie ein Presslufthammer im Ohr.

16. Jammerlappen: Und zu guter Letzt noch ein laut geschrienes Plädoyer für eine gesunde Portion Gelassenheit. Denn welch Geräusch ebenfalls nervt: übertriebenes Gejammer.

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