Gesellschaft
34-Jährige in Cham ausgerastet

Streit um Pflanzen in Treppenhaus eskaliert: Frau verprügelt ihre Nachbarin

Die Frau schlug ihrer Nachbarin ins Gesicht und trat auf sie ein. (Bild: Symbolbild, Adobe Stock)

Ein Nachbarschaftsstreit in Cham ist im November 2017 ausgeartet. Eine Frau attackierte ihre Nachbarin, schlug ihr ins Gesicht und trat sie mehrmals in den Unterbauch. Nun wurde sie verurteilt.

Es begann mit einem harmlosen Gespräch über die Pflanzen im Treppenhaus. Doch wie sagte der deutsche Schriftsteller Stefan Schütz einst so schön: «Was lange gärt, wird endlich Wut.» Was dem Austausch alles vorausging, ist nicht bekannt. Klar ist nur: Die Situation geriet völlig ausser Kontrolle.

Die drei Nachbarinnen – eine in Begleitung ihres Ehemannes – redeten vor dem Lift des Hauses, als eine der Frauen in Rage geriet. Zunächst wurde der Streit immer lauter, dann verpasste die Frau ihrer Nachbarin eine schallende Ohrfeige.

Doch damit nicht genug. Noch bevor der Mann des Opfers dazwischengehen konnte, riss sie dessen Ehefrau an den Haaren. Als Nächstes trat sie ihr mehrmals heftig gegen den Unterbauch, in den Intimbereich und die Flanke, ehe sie von ihrem Opfer abliess.

Wird sie nicht rückfällig, bleibt es bei 700 Franken Busse

Der Ausraster der damals 34-Jährigen hat glücklicherweise keine bleibenden Schäden verursacht. Doch immerhin hatte die Nachbarin nach dem Angriff Schürfungen an den Beinen sowie Prellungen am Kopf, am Bauch und an den Armen.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft Zug hat sich die Frau mit ihrem Verhalten einer versuchten einfachen Körperverletzung schuldig gemacht. Sie wird deshalb mit einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à je 140 Franken verurteilt, wie aus dem Strafbefehl hervorgeht. Diese wird allerdings nur fällig, falls die Täterin innerhalb einer Probezeit von zwei Jahren rückfällig wird. Sofort bezahlen muss die Frau eine Busse von 700 Franken sowie Verfahrenskosten von 400 Franken.

Mann ging mit einem Beil auf seinen Nachbarn los

Streitigkeiten unter Nachbarn sind leider verbreitet. Immer wieder kommt es dabei auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Bereits vor etwas mehr als einem Jahr eskalierte in Hünenberg ein Streit unter Nachbarn, bei dem sogar ein Messer eingesetzt wurde (zentralplus berichtete).

In Hitzkirch (LU) ging letztes Jahr ein Mann gar mit einem Beil auf seinen Nachbarn los (zentralplus berichtete). Dagegen sind die beiden Nachbarn in Luzern fast schon harmlos, die sich in der Stadt Luzern seit langem um die Grundstücksgrenze streiten und sich deshalb seit Jahren mit allen juristischen Mitteln bekriegen (zentralplus berichtete).

In Anbetracht des grossen Aufwands und des Leids, das durch solche Streitigkeiten verursacht wird, könnte man sich durchaus wieder einmal diese Erkenntis des legendären Mark Twain zu Herzen nehmen: «Bist du ärgerlich, so zähle bis vier; bist du sehr ärgerlich, so fluche.»

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