Beistände haben alle Hände voll zu tun

Stadt Luzern braucht mehr Stellen für die Kesb

Die Kesb hat alle Hände voll zu tun – die Stadt will sie mit einer Stellenaufstockung entlasten. (Bild: giw)

Eigentlich sollten Berufsbeistände in der Stadt Luzern maximal 65 Mandate pro Person haben. In den letzten Monaten ist die Belastung für die rund 10 Vollzeitstellen stark angestiegen. Die Stadt Luzern beantragt deshalb einen Kredit für eine Stellenaufstockung.

Die Stadt Luzern beantragt für rund 153’000 Franken eine Stellenaufstockung für den Kinder- und Jugendschutz. Gemäss dem Bericht und Antrag des Stadtrats seien seit Anfang Jahr rund 20 neue Beistandschaften nötig geworden. Auf die rund 10 Vollzeitstellen entfallen so rund 690 Mandate – also rund 69 Mandate pro 100-Prozent-Stelle.

Damit greift das von der Stadt Luzern 2011 eingeführte Ressourcen- und Controllinginstrument. Dieses regelt, dass Luzerner Berufsbeistände maximal 65 Mandate pro Vollzeitstelle haben. Liegt die effektive Zahl während sechs Monaten zu hoch, findet eine Stellenaufstockung statt. So auch im vorliegenden Fall.

Wie Sozialvorsteher Martin Merki gegenüber dem «Regionaljournal» schildert, betreuen die Beiständinnen immer mehr Fälle von Jugendlichen, deren Eltern mit ihnen überfordert sind. Die Corona-Pandemie hat sehr vielen Luzerner Jugendlichen psychisch stark zugesetzt (zentralplus berichtete). Viele hätten ihren Rhythmus verloren. Entsprechend gefordert ist auch die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (zentralplus berichtete).

Um mit dem Anstieg der Mandate zurechtzukommen, beantragt der Luzerner Stadtrat eine 80-Prozent-Stelle für einen Berufsbeistand und eine 30-Prozent-Stelle für eine Fachbearbeiterin. Das letzte Wort dazu hat der Grosse Stadtrat.

Verwendete Quellen
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