Gesellschaft
Krienser Fotograf mit neuem Bildband

Social Distancing in der Lockdown-Zeit: Diese Bilder bleiben haften

Vorbildliches Social Distancing: Aufnahme des Luzerner Rosengartenplatzes. (Bild: Andreas Becker)

Es sind Bilder, die wir so schnell nicht wieder vergessen. Es sind Bilder einer Zeit, die wir uns kein zweites Mal wünschen. Fotograf Andreas Becker hat den Lockdown genutzt, um die Stadt Luzern während der speziellen Situation festzuhalten.

Die Stadt war wie leergefegt, ähnlich einer Geisterstadt. Wo sich sonst ganze Menschenmassen und Touristenströme treiben lassen, herrschte absolute Leere.

Andreas Becker, gelernter Polygraf und leidenschaftlicher Fotograf, sah während des Lockdowns die Chance, einmalige Bilder schiessen zu können. «Ich wollte das Undenkbare festhalten», sagt Becker.

Entstanden sind zahlreiche Bilder, die ab Ende August in einem Bildband erhältlich sind (siehe Box). Ein Teil des Erlöses aus dessen Verkauf geht an den Verein «Abseits Luzern».

Ihn plagte das schlechte Gewissen

Als Fotograf hat Becker eine sehr spannende Zeit erlebt, wie er sagt. Er recherchierte, wo und wann welche Veranstaltungen stattgefunden hätten, fuhr hin und hielt die stille und verlassene Szenerie fest.

Unter anderem sind folgende Bilder entstanden:

An Ostern fuhr Andreas Becker mit dem Auto in Richtung Gotthard. Um das festzuhalten, was es wohl noch nie gab: den nicht vorhandenen Stau. Nicht selten wurde er gar von einem schlechten Gewissen geplagt, hiess es doch, man müsse zu Hause bleiben. «Bei der Autofahrt in Richtung Gotthard war ich wirklich praktisch alleine auf der Autobahn.»

Die Stadt war beinahe schon beängstigend

Becker suchte immer wieder die (Geister-)Stadt Luzern auf. Auch samstagnachts, wenn üblicherweise viele für einen Abstecher ins Theater, Restaurant oder in den Nachtclub in die Stadt pilgern. Die menschenleeren Gassen seien «wahnsinnig eindrücklich» gewesen, sagt Becker.

Hier gibts mehr Bilder

Der 88-seitige Bildband des Fotografen Andreas Becker kann hier vorbestellt werden. Das Buch kostet 65 Franken – 20.20 Franken gehen an den Verein «Abseits Luzern».

«Zu sagen, dass es schön war, wäre falsch», so der 36-Jährige. «Zum Teil war die menschenleere Stadt fast schon ein wenig beängstigend. Es herrschte eine spezielle Stimmung.»

Auch sozial benachteiligten Menschen begegnete er immer wieder. Die Corona-Krise trifft jeden – sozial Schwächere umso heftiger. «Denn auch sie haben ihre Kunden verloren», sagt Becker. So ist die Idee mit der Spende an den Verein «Abseits Luzern» entstanden.

Bildband soll zu einem Zeitdokument werden

Noch bis Ende Juli wird Andreas Becker unterwegs sein, um die spezielle Zeit festzuhalten. Auch Mitte Juli, wenn das Luzerner Seebecken im Rahmen des Blue Balls Festivals neun Tage von Musikern bespielt worden wäre. Weiter wird er das nicht stattfindende Welttheater in Einsiedeln, das Brünigschwinget und den Zirkus Knie auf der Allmend festhalten.

Die besten Bilder publiziert Andreas Becker in einem Bildband, der einst als «einmaliges Zeitdokument» dienen soll. «Ich habe die Hoffnung, dass die Corona-Krise einmalig bleibt und dass wir in ein paar Jahren das Buch zur Hand nehmen und sagen: Hey, das waren noch Zeiten!»

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