Gesellschaft
Lozärner Fasnacht: Gelebte Kreativität

So basteln Sie sich selber einen «Grend»

Zwei typische «Lozärner Fasnachtsgrende» (Bild: Jonas Willisegger)

Wer an die Lozärner Fasnacht geht, der tut das mit einem «Grend». Das Basteln und Tragen von Masken sind ein wichtiger Bestandteil der hiesigen Fasnachtskultur. Doch wie macht man einen «Grend»? zentral+ zeigt’s.

Der Fasnachts-Countdown läuft. Bald schon wieder beginnt für viele die «fünfte» Jahreszeit. Höchste Eisenbahn, sich um seine Verkleidung zu kümmern. In Luzern ist eine solche eben erst mit dem «Grend» komplett. 

Tradition lebt neu auf

Die traditionelle Luzerner Fasnachtsmaske, der «Grend», liegt wieder im Trend. Die kreative Strassenfasnacht ist zurück. Und damit das Intrigieren in den Beizen, auf den Strassen und in den Gassen. Stephan A. Furrer, Maskenchef des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK), bestätigt: «Kreativität wird wieder vermehrt gelebt.» Davon zeugen auch neu organisierte Fasnachtsanlässe, die sich speziell an Fasnächtler mit «Grenden» richten (zentral+ berichtete).

Am Anfang steht die Idee

In den beliebten vom LFK angebotenen Maskenbau-Bastelkursen lernen Fasnächtler unter kundiger Anleitung, wie man einen traditionellen «Grend» herstellt. Denn Ware ab Stange zu kaufen, das gehört sich für einen echten Fasnächtler nicht.

«Kreativität braucht Zeit und Musse.»

Basil Koch, Maskenbauer und Fasnachtskünstler

Lieber selber machen, auch wenn das mit ein bisschen Aufwand verbunden ist. Denn «Kreativität braucht Zeit und Musse», wie der bekannte Luzerner Maskenbauer und Fasnachtskünstler Basil Koch sagt. Das Schöne dabei: Der Phantasie sind damit keine Grenzen gesetzt. Alles ist möglich. Fasnacht ist die Zeit der Verwandlungskünstler. Dazu braucht es nicht viel, ausser ein bisschen Zeit, etwas Platz zum Basteln und natürlich einer Idee.

Nur drei Arbeitsschritte

Wie setzt man die Idee um? «Es braucht etwas Mut, sich selbst als Maskenbauer zu versuchen», meint Fachmann Koch schmunzelnd und rät: «Am besten einfach mal anfangen.» Für einen Grend nach traditioneller Art aus Papiermaché brauche man total nur etwa 12 Stunden, verteilt auf drei Abende. Dann mal los.

«Damit erweckt man seinen ‹Grend› zum Leben.»

Basil Koch

Der Herstellungsprozess beginnt mit dem Modellieren des Positivs. In diesem Schritt entsteht die Form und der Ausdruck des «Grends». «Hier beginnt die Kreativität», sagt Koch. «Diesen Arbeitsschritt empfinden viele als schwierig.» Davor dürfe man jedoch keine Hemmungen haben. «Sobald man angefangen hat, entwickelt sich der «Grend» von alleine. Das Handwerkliche mache den Bastlern dann keine Mühe mehr. Kleistern ist kinderleicht», so Koch. Wichtig sei nur, das Positiv zuerst mit Haushaltfolie zu überdecken, damit sich das Papiermaché nach dem Trocknen gut ablösen lässt.

In einem zweiten Arbeitsschritt werden aus der sogenannten «Halbmaske» Sicht- und Atemlöcher herausgeschnitten, eine Kopfhalterung aus Karton angebracht sowie Grundierfarbe aufgetragen. Die Halterung ist leicht, hält die Halbmaske vor dem Gesicht und sorgt dafür, dass der «Grend» gut und bequem sitzt.

Zu guter Letzt wird der «Grend» nach Belieben bemalt und dekoriert. Die Kopfhalterung wird dabei verkleidet, damit der Kopf des Trägers unsichtbar bleibt. So wird die Maske zum «Grend». Bei den Malarbeiten sollte man sich etwas Mühe geben. «Mit der Bemalung kann man viel herausholen, zum Beispiel die modellierten Konturen schattieren», weiss Koch. «Damit erweckt man seinen ‹Grend› zum Leben.»

 

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Anleitung zum Selbermachen: Lozärner «Fasnachts-Grend» nach traditioneller Bauweise von Maskenbauer Jonas Willisegger (Fotos: Jonas Willisegger)

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