Gesellschaft
Cham: Neubaupläne am Kirchbühl

Sind die Tage des Café Plaza gezählt?

Die zwei zusammengebauten Häuser am Kirchbühl in Cham (rechts) gehören seit Kurzem beide der Jego AG.

(Bild: )

Ein Totalunternehmer hat vor zwei Jahren das Chamer Café Plaza gekauft. Vor kurzem nun erwarb das Hünenberger Bauunternehmen auch das Nachbargebäude vor der Kirche St. Jakob. Weitere sollen folgen. Was also tut sich im alten Chamer Dorfkern?

Der Totalunternehmer Jego AG aus Hünenberg ist mittlerweile ein grosser Player auf dem Zentralschweizer Immobilienmarkt. In Cham hat er die Wohnüberbauung Eichmatt realisiert, in Baar diejenige am Falkenweg. Laut Website baut der Totalunternehmer momentan weitere Projekte in Ober- und Unterägeri, Walchwil, Baar und Zug sowie in Hildisrieden LU und in Goldau SZ.

Nun hat das Unternehmen im historischen Kern von Cham zwei nebeneinander stehende Liegenschaften erworben. Respektive Schritt für Schritt gekauft: Seit Ende 2015 ist die Firma Jego AG Besitzerin des Wohnhauses mit dem Café Plaza im Erdgeschoss. Die Adresse lautet Kirchbühl 5.

Nun gab es laut Grundbuch auch eine Handänderung bei der Nachbarliegenschaft mit der Adresse Kirchbühl 3. Neue Besitzerin ist ebenfalls die Firma Jego. Im Wohnhaus lebt und arbeitet Urs Baumgartner, der Inhaber des Marketingbüros Baumgartner.

Langfristige Investition

Ivo Jeggli, Verwaltungsratspräsident der Jego AG, bestätigt auf Anfrage von zentralplus den Kauf in Cham. Man habe die Liegenschaften als langfristige Investition erworben. «Wir wollen versuchen, in den nächsten Jahren eventuell noch weitere Immobilien in der Nachbarschaft zu kaufen, wie wir das in anderen Gemeinden wie Baar oder Hünenberg auch getan haben. Das ist aber ein langwieriger Prozess und braucht Geduld.»

Momentan gibt es laut Jeggli kein konkretes Bauprojekt in Cham. Das Café Plaza findet er «wunderschön». Diese und die Nachbarliegenschaft seien aber nicht mehr sehr gepflegt. «Man könnte etwas Schönes machen an diesem Ort», ist der VR-Präsident überzeugt.

Die Liegenschaft des Café Plaza (rechts), links die katholische Kirche von Cham.

Die Liegenschaft des Café Plaza (rechts), links die katholische Kirche von Cham.

Baumgartner hat Wohnrecht von vier Jahren

Bis ein konkretes Neubauprojekt vorliegt, könnten aber noch einige Jahre ins Land ziehen. Laut Jeggli existiert eine Bebauungsplanpflicht in diesem Gebiet, sodass die Gemeinde und die Chamer Bevölkerung ebenfalls noch ein Wort mitreden können. Dass ein Neubau erst in einigen Jahren ein Thema werden könnte, bestätigt auch die Aussage des Café-Nachbars Urs Baumgartner. «Ich habe ein Wohnrecht von vier Jahren in der Liegenschaft», sagt er gegenüber zentralplus.

Die Freunde des Cafés können ebenfalls beruhigt werden. Besitzerin Marianne Brechbühl-Bär hat von den neuen Besitzern die Zusicherung erhalten, in einem Neubau wieder ein Café betreiben zu können. «Ich habe das schriftlich», sagt die 43-Jährige gegenüber zentralplus. Ivo Jeggli von der Jego AG bestätigte das. «Das Café Plaza läuft ja gut. Ein Café ist ein Bedürfnis an diesem Ort», sagt er.

Das schmale Wohnhaus von Urs Baumgartner von der hinteren Seite. Es hat über 100 Jahre auf dem Buckel.

Das schmale Wohnhaus von Urs Baumgartner von der hinteren Seite. Es hat über 100 Jahre auf dem Buckel.

Neustart im Café erfolgte 2016

Die Jego AG hat die Liegenschaft des Cafés Ende 2015 der Familie Bär abgekauft, die 40 Jahre lang das Grand Café Plaza mit der Bäckerei und dem berühmt-berüchtigten Pub betrieb. Der Gastronomiebetrieb war vor dem Verkauf ziemlich heruntergekommen.

Seit dem Neustart 2016, als Marianne und Andreas Brechbühl-Bär den Betrieb übernommen haben, ist das Plaza wieder beliebter bei den Chamern. Im Innern ist das Lokal heimelig eingerichtet, es gibt hausgemachte Lasagne und andere Spezialitäten, ein Büezerfrühstück. Beliebt sei auch die grosse Kinderecke, wie man hört.

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