Gesellschaft
«Für eine Kultur der Akzeptanz und Vielfalt»

Luzerner Traditionsfirma Schindler gibt Versprechen an Regenbogen-Community

Am diesjährigen feministischen Streik hat man auch ein Zeichen für mehr Rechte der LGBTI-Community gesetzt. (Bild: ber)

Der Luzerner Lifthersteller Schindler hat ein Versprechen für die LGBTI-Community unterzeichnet. Das gibt die Firma demnächst in einem Inserat einer grossen Schweizer Tageszeitung bekannt. zentralplus hat nachgefragt, warum sie das tut – und was Ziel dieser Kampagne ist.

«Wir bewerten deine Arbeit nach vielen Kriterien … Doch niemals werden wir deine Arbeit danach bewerten, wer du bist oder wen du liebst. Niemals.»

Es lautet «Das LGBTIQ+-Versprechen». 24 CEOs bekannter Unternehmen haben dieses unterzeichnet. Darunter die NZZ, Swisscom und die UBS. Und das Luzerner Traditionsunternehmen Schindler. Das Statement mit dem Versprechen erscheint in der NZZ vom 19. Juni. Und es ist vom 14. bis 20. Juni auf den APG-Screens zu sehen. Also mittendrin im alljährlichen Pride Month, der weltweit gefeiert wird. Dabei wollen die Firmen ein Zeichen gegen Diskriminierung und ein Zeichen für mehr Rechte und Toleranz der Regenbogen-Community setzen.

Hinter der Aktion «Das LGBTIQ+-Versprechen»steht Daniel Kessler, Schweiz-Chef von Boston Consulting Group. Er will damit zeigen, dass sein Unternehmen für eine offene, tolerante und inklusive Firmenkultur einsteht. Die Idee, sich mit anderen Firmen zusammen zu tun, entstand nach dem Ausfall der Zurich Pride. Warum ist die Aktion nötig? «Weil wir als Wirtschaft und Gesellschaft noch nicht dort sind, wo wir sein müssten – solange LGBTIQ+-Personen nicht frei von jeglicher Diskriminierung leben können», sagte Kessler gegenüber dem Schweizer Wirtschaftsmagazin «Persönlich».

Auch die Unterschrift von Patrick Hess, CEO von Schindler Schweiz, steht unter dem Versprechen. Thomas Langenegger, Medienverantwortlicher von Schindler, sagt, weshalb sich das Unternehmen an der Kampagne beteiligt: «Wir wollen uns damit für eine Kultur der Akzeptanz einsetzen und der Vielfalt unserer Belegschaft Rechnung tragen.»

Als LGBTI-freundliches Unternehmen zertifiziert

Der Lifthersteller feiert bald seinen 150. Geburtstag. «Gleichstellung war für Schindler schon immer ein Thema», so Langenegger. Diversity und Inklusion seien wichtige Werte der Unternehmenskultur. Schindler hat 2017 die «Swiss Diversity Initiative» ins Leben gerufen, die sich für Vielfalt am Arbeitsplatz einsetzt. Der Fokus liegt auf der Erhöhung des Frauenanteils und Vereinbarkeit von Familie und Beruf, der Alters- und Generationenvielfalt sowie Inklusionsarbeitsplätzen. Weiter setzt sich die Initiative für eine Kultur der Akzeptanz ein, so Langenegger.

Im Rahmen des offenen Netzwerkes «Pride & Friends» können sich die Mitglieder austauschen. Zudem werden «LGBTI-freundliche» Events organisiert. Beispiele dafür sind der regelmässige Pride Lunch oder der Pride & Friends Fondue Event.

«Wir wollen der Vielfalt unserer Belegschaft Rechnung tragen.»

Thomas Langenegger, Schindler Schweiz

Letztes Jahr hat das Traditionsunternehmen das Swiss LGBTI-Label bekommen. Eine Auszeichnung, die auch die Stadt als Arbeitgeberin anpeilt (zentralplus berichtete). Mit dem Zertifikat werden Arbeitgeber ausgezeichnet, die Offenheit und Inklusion leben. Auch wenn das ein Prozess ist. Um das Label zu bekommen, müssen Unternehmen und Organisationen eine Selbstdeklaration abgeben. Für grosse Organisationen mit mehr als 250 Mitarbeitenden ist das ein Fragenkatalog, bestehend aus 60 Fragen, unter anderem zum Leitbild, der externen Kommunikation und zur Personalrekrutierung. Mindestens 33 von 100 Punkten müssen erfüllt sein, um das Label zu erhalten.

Schindler setzt auf genderneutrale Toiletten

Vor einem Jahr teilte Schindler mit, dass man das Feedback der LGBTI-Kommission dafür nutzen werde, weiterhin an der Integration der LGBTI-Community zu arbeiten. Was hat sich seither bei Schindler getan?

Laut Langenegger sind mehrere Massnahmen bereits unternommen worden oder geplant. Beispielsweise die Verwendung einer inklusiven Sprache, genderneutrale Toiletten oder eben die Teilnahme am «LGBTIQ-Versprechen» der Boston Consulting Group.

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