Gesellschaft
Verdeckte Filmaufnahmen in Ställen

Luzerner Schweinezüchter im Visier von Tierschützern

So wie auf diesem Bild geht es in den meisten Schweinemastbetrieben angeblich nicht zu. Oft soll Stroh und anderes wichtiges Material fehlen (Symbolbild). (Bild: Roy Buri/Pixabay)

Eine Tierschutzorganisation hat mutmasslich in mehreren Schweizer Schweinemastbetrieben Missstände aufgedeckt. Darunter sind mehrere Betriebe aus dem Kanton Luzern. Beim Bauernverband spricht man von Einzelfällen.

Bewaffnet mit Film- und Fotokameras machte die Organisation «Tier im Fokus» verdeckte Aufnahmen in Schweineställen in sieben Kantonen. Ziel war es zu prüfen, ob die geltenden Tierschutzgesetze eingehalten werden und allfällige Missstände aufzuzeigen.

Aufnahmen von den aus Sicht der Organisation unwürdigen Bedingungen wurden in insgesamt 13 Betrieben gemacht. Mindestens einer davon befindet sich im Kanton Luzern. Neun Betriebe wurde schweizweit wegen mehrfacher Tierquälerei angezeigt.

Verstörende Bilder

«In einer Schweinemast schläft ein Schwein auf nacktem Beton, immer wieder wird es von einem heftigen Keuchhusten geschüttelt. Anderswo türmen sich tote Ferkel in einem Abfallkübel. In einem dritten Betrieb kauen verhaltensgestörte Schweine den Ringelschwanz eines Artgenossen blutig. In vielen weiteren Ställen leben die Schweine inmitten ihrer Exkremente», schildert «Tier im Fokus» die Eindrücke aus den Betrieben.

Der Zeitpunkt der Aufnahmen sei laut der Organisation nicht zufällig gewählt worden. «Just in dem Zeitraum, in dem die Aufnahmen entstanden, lief ein Schwerpunktprogramm zu Tierschutzkontrollen in der Schweinehaltung im Auftrag des Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV)», so «Tier im Fokus».

Kontrollen brachten nichts

Bei vertieften, unangemeldeten Kontrollen seien etwa das vorgeschriebene Beschäftigung- und Spielmaterial der Tiere sowie die Betreuung von kranken oder verletzten Schweinen geprüf worden. «Das BLV kündigte das Schwerpunktprogramm frühzeitig an, wovon man sich eine präventive Wirkung» erhoffte, schreibt die Organisation.

«Die TIF-Recherche zeigt, dass die Warnung des BLV wirkungslos verpuffte», wird deshalb moniert. Viele Landwirte würden systematisch die Regeln missachten, selbst wenn Kontrollen angekündigt wurden, so Sennhauser. In der Fleischindustrie könne das Wohl der Schweine nicht garantiert werden.

Bauernverband spricht von Einzelfällen

Beim Schweizer Bauernverbande ist man aufgrund der Bilder alarmiert: Es ist gut, dass die vorgebrachten Fälle nun rechtlich abgeklärt werden», sagt Direktor Martin Rufer gegenüber «Pilatus Today». Man gehe indes davon aus, dass es sich bei den fehlbaren Züchtern um schwarze Schafe handelt. «Die Mehrheit der Schweine wird in Ställen gehalten, bei denen das Tierwohl wesentlich über das gesetzliche Niveau hinausgeht», so Rufer.

So sieht es in einem von drei Luzerner Betrieben aus, in die sich die Tierschützer geschlichen haben:

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