Gesellschaft

Erinnerung an die Verhaftung George Floyds
Luzerner Polizei erklärt sich nach Kritik an Rekrutierungskampagne

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 4
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Die Luzerner Polizei geriet wegen einer Szene in ihrem Rekrutierungsvideo in Kritik. (Bild: Screenshot Facebook)

Die Luzerner Polizei rührt gerade die Werbetrommel, um Nachwuchs zu gewinnen. Unter anderem in den sozialen Medien. Das Bild einer Verhaftung schreckte viele auf – weil es an die Verhaftung des Amerikaners George Floyd erinnert.


Am vergangenen Wochenende wurde die Rekrutierungskampagne der Luzerner Polizei von verschiedenen Seiten, unter anderen auch in den Social-Media-Kanälen, kritisiert. Auch das Nachrichtenportal nau.ch hatte die Kritik in seiner Berichterstattung aufgenommen.

Dabei geht es insbesondere um die Bild- und Filmsequenz einer Festnahme. Das zunächst gewählte Bild für die Kampagne zeigte eine Verhaftung, bei der eine Polizistin niederkniet, um einen Mann zu arretieren. «Im Zusammenhang mit dem tragischen Todesfall eines schwarzen US-Amerikaners bei einer Polizeikontrolle hat unsere Kampagne offenbar bei vielen Personen Gefühle verletzt», schreibt die Luzerner Polizei nun in einer Mitteilung, die sie via Twitter verbreitet.

Bild des Anstosses: So machte die Polizei Werbung für Nachwuchs. Es wurde inzwischen entfernt. (Bild: Luzerner Polizei)

Das entsprechende Bild sei inzwischen ersetzt worden, heisst es weiter.

Polizei bedauert die Bildwahl

Die Luzerner Polizei distanziert sich weiter «von jeglicher Form von Gewalt und Rassismus» und drückt ihre Anteilnahme am gewaltsamen Tod von George Floyd aus. «In unserem Polizeikorps haben Gewalt und Rassismus keinen Platz. In der Auswahl der künftigen Polizistinnen und Polizisten sowie in der Aus- und Weiterbildung legen wir darauf ein besonderes Augenmerk.» Falls man mit unserer Rekrutierungskampagne Gefühle von Menschen verletzt haben sollte, «bedauern wir dies».

Die Polizei lege «grössten Wert» darauf, dass Polizistinnen und Polizisten im Rahmen ihrer zweijährigen Ausbildung und in zahlreichen Weiterbildungen lernen, «mit den richtigen Festnahmetechniken ihre Arbeit kompetent und korrekt ausüben».

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4 Kommentare
  1. Kim, 09.06.2020, 10:57 Uhr

    Ich warte auf den ersten farbigen Polizisten bei der Luzerner Kapo.
    Wird wohl noch etwas dauern in der Innerschweiz, leider …

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  2. B Suter, 09.06.2020, 07:27 Uhr

    Der Griff gehört zum normalen Polizeirepetoire, wurde jedoch bei Floyd leider absichtlicht schmerzhaft und übertrieben ausgeführt, was schliesslich auch zum Tod führte. Im Lichte dieses traurigen Ereignisses, ist es schon fragwürdig, dass niemanden die Paralelen aufgefallen ist. Ich hoffe sehr, dass das ein Versehen war.
    Ganz nebenbei: will man bei der Polizei Leute ansprechen, die es „geil“ finden jemanden gewaltsam zu verhaften? Auch wenn das Teil der Polizeiarbeit ist, muss man damit Rekrutieren?

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  3. Gregor R. Bruhin, 08.06.2020, 15:59 Uhr

    Typische Reaktion wieder der Überempfindlichen. Das Gewaltmonopol liegt beim Staat, die Polizei ist eine der Umsetzer dieses Gewaltmonopols und glücklicherweise handelt die Schweizer Polizei meiner Meinung nach mit 95% Verhältnismäßigkeit, die restlichen 5% sind dem Faktor Mensch geschuldet. Aber gerade dieser Faktor Mensch macht es möglich, dass 95% Verhältnismäßigkeit herrscht. Ich finde es tragisch, was in den USA passiert (ist), das ist falsch und darf nicht sein. Aber das 1:1 auf die Polizisten hier umzumünzen, die a) eine längere und b) eine bessere Ausbildung geniessen, ist unfair. Und zum Schluss, Polizisten machen Verhaftungen, das ist Teil ihres Jobs. Wer das nicht kann oder will, ist am falschen Ort, darum auch völlig ok damit zu werben. Ich rufe zu mehr Gelassenheit auf.

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  4. Andreas Peter, 08.06.2020, 14:37 Uhr

    Naja, die Werbung soll ja auch künftige Polizisten ansprechen und keine Schneeflöckli.
    Man muss ja auch nicht dauernd alles entschuldigen, worüber sich ein paar wenige in den «sozialen Medien» empören.

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