«Rassistischer Angriff»

Luzerner Comedian wehrt sich gegen mutmassliche Beschimpfung

Mav Bun alias «Johnny Burn» hat nach einem Vorfall in einem Parkhaus Anzeige erstattet. (Bild: Archivbild: jav)

Der Luzerner Comedian und Sänger Mav Bun alias «Johnny Burn» hat gegen eine ältere Frau Anzeige erstattet. Sie soll ihn in einem Parkhaus wüst beschimpft haben.

Der Luzerner Comedian Mav Bun alias «Johnny Burn» hat eine Anzeige wegen Beschimpfung gegen eine ältere Frau erstattet. Wie der «Beobachter» berichtet, geht die Anzeige auf eine Begegnung in einem Parkhaus 2022 zurück. Er wollte mit seinem Velo nach draussen laufen, als ihm eine ältere Frau auffiel. Diese hielt in der einen Hand die Leine von drei Hunden, in der anderen ein Handy, das sie vor sich ausstreckte, wie sich Bun gegenüber der Zeitschrift erinnert.

Danach gehen die Beschreibungen der Frau und des Comedians auseinander. Gemäss Bun habe er die Frau gefragt, ob sie ihn fotografiere. Danach sei sie mit ihren Hunden nahe auf ihn zugekommen und hätte ihn als «Saupack» und «Drecksausländer» bezeichnet, der in parkierte Fahrzeuge einbreche. Durch die bellenden Hunde habe er sich bedroht gefühlt und sei zurückgewichen. Für ihn war das «ein rassistischer Angriff», wie er der Zeitschrift erzählt. Er habe sogar die Polizei gerufen. Doch die sagte nur, sie könne nichts machen. Also erstattete er Anzeige.

Bezirksgericht spricht Frau mangels Beweisen frei

Die Frau erhielt einen Strafbefehl wegen Beschimpfung, die Staatsanwaltschaft Luzern schlug darin eine bedingte Geldstrafe von fünf Tagessätzen à 390 Franken und eine Busse von 450 Franken vor. Doch die Beschuldigte erhob Einsprache, gemäss ihr habe sich der Vorfall anders abgespielt, wie die Zeitschrift weiter schreibt. Sie beteuere, dass Bun sich aggressiv ihr gegenüber verhalten habe. Sie wollte ihn nur darauf hinweisen, dass es im Parkhaus immer wieder zu Einbrüchen komme. Doch gemäss der Frau habe der Luzerner ihr in der Wut gar nicht zugehört. Das Bezirksgericht Luzern sprach die Frau frei, da es keine «anderweitige Beweismittel» gebe. Zudem habe das Gericht die Aussagen der Frau als grundsätzlich glaubwürdig anerkannt.

Bun zog das Urteil weiter – obwohl ihm bewusst sei, dass es ein Vieraugendelikt sei und er den Vorfall nicht beweisen könne. Doch ihm gehe es dabei um Gerechtigkeit, wie er der Zeitschrift sagt: «Ich kann nicht zulassen, dass Leute rassistisch beschimpft werden und das keine Konsequenzen hat.» Es gilt die Unschuldsvermutung.

Der Vorfall im Parkhaus ist nicht sein einziger Kampf gegen Rassismus. 2020 wurde ein Vorfall publik, bei der er sich von einer Bank rassistisch behandelt fühlte (zentralplus berichtete). Er wollte ein Konto bei einer Luzerner Bank eröffnen, doch eine Angestellte akzeptierte seinen Fahrausweis nicht als Beweis seiner Identität. «Es klingt etwas rassistisch, aber Sie sehen nicht aus wie ein Schweizer und ihr Name klingt auch nicht schweizerisch», soll die Bank-Angestellte zum Luzerner Komiker gesagt haben. Weil er danach auf den sozialen Medien beschimpft worden sei und es rund um sein Haus zu Sachbeschädigungen gekommen sei, zog er sich aus den sozialen Medien zurück.

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2 Kommentare
  • Profilfoto von SunnySunshine
    SunnySunshine, 09.12.2023, 13:18 Uhr

    „Leider“ ist das so – im Zweifel (oder bei Unbeweisbarkeit) immer für den Angeklagten! Prinzipiell ist das System gut, doch es war/ist auch eine Art Freipass für Straftaten..
    er mag recht haben, hat aber das Recht nicht auf seiner Seite!
    Die Glaubwürdigkeit? Naja, ich denke nicht das er es nötig hat eine ältere Dame für nichts zu Beschuldigen (meine Meinung).

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  • Profilfoto von Vero
    Vero, 08.12.2023, 20:58 Uhr

    Er hat sowas von recht und ganz klar das Recht, sich zu wehren. Mit Rassismus, egal ob subtilem oder offensichtlichem, durchzukommen ist immer noch die Regel und nicht die Ausnahme. Wenn sich das öffentliche Bewusstsein darüber durch diesen garantiert nicht so superkomfortablen Kampf gegen Windmühlen mittels der medialen Thematisierung zumindest etwas verändert, ist schon was erreicht.

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