Gesellschaft

Wegen Gefährdung des Lebens
Jetzt also doch: Heidi Joos erstattet Anzeige gegen die Luzerner Polizei

  • Lesezeit: 2 min
  • Kommentare: 9
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Die Mahnwache erfolgte auf dem Schwanenplatz, nachdem sie spontan vom Bahnhofplatz dorthin verlegt wurde. (Bild: jal)

Alt-Kantonsrätin Heidi Joos wirft der Luzerner Polizei unter anderem Freiheitsberaubung, Amtsmissbrauch und falsche Anschuldigung vor. Nun hat sie die Staatsanwaltschaft Luzern eingeschaltet. Diese hat die Ermittlungen bereits aufgenommen – auf Initiative der Polizei.

Im Zusammenhang mit einer Mahnwache gegen die Corona-Massnahmen ist Alt-Kantonsrätin Heidi Joos am Pfingstwochenende festgenommen worden (zentralplus berichtete). Gegen sie läuft ein Strafverfahren wegen Gewalt und Drohung gegen Behörden. Nun bläst sie zum Gegenangriff – und erstattet ihrerseits Strafanzeige gegen die Luzerner Polizei.

Die Liste der Vorwürfe ist lang: Heidi Joos wirft den Polizistinnen unter anderem vor, ihr Leben gefährdet und sie ihrer Freiheit beraubt zu haben. Dies seien Offizialdelikte, welche die Staatsanwaltschaft von Amtes wegen untersuchen müsse. Darüber hinaus stellt sie Strafantrag wegen Beschimpfung und Tätlichkeiten – und fordert eine Genugtuungszahlung.

Staatsanwaltschaft wird den Inhalt prüfen

Die Staatsanwaltschaft Luzern hat im Zusammenhang mit dem Vorfall am Pfingstwochenende bereits Ermittlungen aufgenommen. Dies nachdem die Luzerner Polizei von sich aus darum gebeten hat, die Vorwürfe gegen die Polizisten rechtlich abzuklären (zentralplus berichtete).

Das Schreiben von Heidi Joos hat die Staatsanwaltschaft Luzern noch nicht erreicht, wie Sprecher Simon Kopp auf Anfrage sagt. «Wenn die Beschwerde bei uns eintrifft, wird der zuständige Staatsanwalt prüfen, inwiefern der Inhalt für die Untersuchung relevant ist», kündigt er an.

Parallel dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen Heidi Joos, weil sie eine Polizistin gebissen haben soll. Sie selber räumt dies nicht ein, sondern schreibt davon, dass sie die Frau während der Verhaftung «offenbar mit dem Kopf streifte».

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9 Kommentare
  1. Roland Grueter, 08.06.2020, 17:14 Uhr

    Sorry – aber das Ganze ist schlichtweg ein Affen-Theater. Provokationen beiderseits sollten unterlassen werden. Die «Hundstage» liegen doch noch fern. Also beschäftigt sich die Allgemeinheit doch mit sinnvollerem.

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    1. Schoelu Schöpfer, 20.08.2020, 14:25 Uhr

      Na ja, ein Affen-Theater kann nur sagen, wer das Ausmass dahinter einfach nicht erkennen kann.

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  2. Andi Neukomm, 08.06.2020, 15:51 Uhr

    «Das Schreiben von Heidi Joos hat die Staatsanwaltschaft Luzern noch nicht erreicht, wie Sprecher Simon Kopp auf Anfrage sagt. «Wenn sie bei uns eintrifft, wird der zuständige Staatsanwalt prüfen, inwiefern der Inhalt für die Untersuchung relevant ist», kündigt er an.»

    Worauf wartet die Staatsanwaltschaft? Auf das Schreiben oder auf Frau Joos?

    Und dann sind ein paar der Anführungs-/Schlusszeichen ziemlich im Schilf.

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  3. estermap, 08.06.2020, 14:51 Uhr

    Der Kommandant wird sicherlich betonen, dass seine Leute einen Altersunterschied einschätzen können. Seine Leute sind fit und möchten zeigen, was sie gelernt haben. Imponiergehabe. Wo bleibt der Respekt vor dem Alter? Ausserdem – so macht man das: https://www.zentralplus.ch/luzerner-polizei-erklaert-sich-nach-kritik-an-rekrutierungskampagne-1813865/

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  4. Peter Bitterli, 08.06.2020, 14:07 Uhr

    Jetzt frage ich mich gerade, wieso Sie mir die Einschätzung, dass es sich hier um einen sehr sehr traurigen und tragischen Fall handelt, aus dem Posting rausgestrichen haben.

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    1. Redaktion Redaktion zentralplus, 08.06.2020, 15:17 Uhr

      Weil Sie noch mehr Angaben zur Person gemacht haben, haben wir diese Passage aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes gelöscht.

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    2. Peter Bitterli, 08.06.2020, 16:08 Uhr

      Eigentlich nicht, nein. Sei‘s drum.

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  5. mebinger, 08.06.2020, 13:06 Uhr

    Recht hat sie

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    1. Peter Bitterli, 08.06.2020, 13:39 Uhr

      Ja, mebinger, Krawallrhetorik klingt natürlich jederzeit rattenscharf.
      Zu gewinnen sind solche Prozesse allerdings kaum je. Je schwerer die Böller, die Sie in so eine Corpsgeist-Truppe hineinjagen, desto schwerere kommen zurück. Es braucht dann ein sehr hohes Mass an seelischer Stabilität, um so einen unappetitlichen Riesenprozess bis hin zu Lokalterminen, Gegenüberstellungen und psychiatrischen Gutachten durchzustehen. Ein so hohes Mass, dass man sich sehr ernsthaft fragen muss, wieviel Verantwortungsgefühl der Anwalt mitbringt, der hier nicht zur Deeskalation rät.
      Diese Einschätzung ändert selbstverständlich nicht das Geringste an der Tatsache, dass sich die Luzerner Polizei – glaubt man den detaillierten Schilderungen der Betroffenen – mit ihrer bewusst erniedrigenden und auch noch lang andauernden Vorgehensweise vollkommen inadäquat verhalten hat. Das hat mit nicht zu gewährendem „Prominentenbonus“ oder Durchsetzung von law and order (wogegen eigentlich) gar nichts zu tun, was in diesem Forum manche nicht begriffen haben. Bei solcher Polizeipraxis wäre der allseits beliebte Manser mit seinen Plakaten seinerzeit im Keller der Kantonspolizei verschimmelt.

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