Gesellschaft
Finale des Romer-Prozesses

Ivo Romer: «Ich bin in meiner Existenz ruiniert, aber bleibe aufrecht»

Der Beschuldigte Ivo Romer auf dem Weg zum Gericht.  (Bild: mbe)

Der Prozess gegen den früheren Zuger FDP-Stadtrat Ivo Romer ist zu Ende. Ein Urteil liegt frühestens Ende Jahr vor. Romer brach sein Schweigen doch noch und sagte, er bedaure den Tod der Millionärin. «Sie hätte diesem Prozess ein Ende setzen können.» Er sei nicht uneinsichtig wie behauptet. Romer spricht von «böswilligen Unterstellungen».

Der mehrtägige Prozess gegen Ivo Romer ist am Dienstag zu Ende gegangen. Und damit auch eine über drei Jahre dauernde Untersuchung, welche zu Anklage und Gerichtsverfahren führte. Am Montag hatte die Anklage das Wort (zentralplus berichtete). Am Dienstag hatte der Verteidiger Romers das Wort. Er bestritt verschiedene von den Staatsanwältinnen und dem Vertreter der Familie vorgebrachte Punkte. Ivo Romer selbst äusserte sich im Schlusswort, ohne allerdings eine Schuld einzugestehen (siehe Liveticker unten).

Der frühere Finanzvorstand der Stadt Zug zeigt laut Staatsanwaltschaft weder Einsicht noch Reue, darf also nicht auf Strafmilderung hoffen. Vor Gericht schwieg er, abgesehen von ein paar flapsigen Antworten am Anfang und in seinem Schlusswort. Romer soll sechs Jahre und zehn Monate ins Gefängnis. Die Privatkläger fordern ausserdem 3,9 Millionen Franken zurück.

2009 in den Stadtrat gewählt worden

Ivo Romer war bis zu seinem Rücktritt Ende 2012 Vorsteher des Finanzdepartements und sass drei Jahre für die FDP im Stadtrat. Er war 2009 in einer Ergänzungswahl für den zurückgetretenen SVP-Stadtrat Ueli Straub in den Stadtrat gewählt worden, hatte zuerst die Bildung übernommen, später die Finanzen.

Romer wird vorgeworfen, eine reiche Witwe, die ihm vertraute, um ihr Vermögen gebracht zu haben. Neben seiner politischen Tätigkeit verwaltete Romer das Vermögen der hochbetagten Baslerin, die ihren Lebensabend in Zug verbrachte. Zudem soll Romer eine Familien-Stiftung deliktisch geführt und sich in einer weiteren Stiftung bedient haben.

Die Staatsanwaltschaft Zug wirft dem 52-jährigen Informatik-Projektleiter und eidgenössisch diplomierten Wirtschaftsinformatiker folgende Delikte vor: Veruntreuung, ungetreue Geschäftsbesorgung, Betrug, Urkundenfälschung und Geldwäscherei.

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