Gesellschaft
Friedliche antikapitalistische Demo

Hunderte gehen in Luzern gegen das WEF auf die Strasse

Die Anti-WEF-Demo führte unter anderem über die gesperrte Seebrücke. (Bild: jwy)

Nach dem Motto «WEF OFF! – Die Zukunft gehört uns!» haben in Luzern am Samstagnachmittag rund 250 bis 300 Personen gegen das WEF in Davos protestiert. Der einstündige bewilligte Demomarsch blieb friedlich – nur Autofahrer brauchten etwas Geduld.

Ein bunter Haufen aus allen Altersgruppen versammelte sich am Samstag ab 14 Uhr beim Torbogen auf dem Bahnhofplatz. Antikapitalistische Transparente, Fahnen, ein Wagen mit Musik – alles war bereit für den Umzug durch die Neu- und Altstadt.

Aufgerufen zum Protestmarsch hatten Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe Resolut. Das «World Economic Forum» (WEF) in Davos sei ein «stinkendes Feigenblatt der Mächtigen», so die Kritik. Auch die linken Jungparteien Juso und Junge Grüne waren zugegen, zudem Klima-Aktivisten und Frauenrechtlerinnen. Das zeigt: Das Widerstand gegen das WEF ist breit gefächert.

Besammlung der Anti-WEF-Demo auf dem Bahnhofplatz. (Bild: jwy)

Ein Transparent zeigte deutlich, gegen wen hier Lärm gemacht wird: Trump, Erdogan, Orbán und Konsorten. Politiker, welche die «Elite alter, weisser Männer repräsentieren, die nach Macht und Profit streben», so die Gruppe. «In Zeiten des wiederkehrenden Faschismus, der brennenden Regenwälder und der immer noch existierenden Lohnsklaverei nehmen wir uns die Strasse», hiess im Aufruf.

Ab 21. Januar treffen sich Staatsmänner und Wirtschafsführer in Davos wieder zum jährlichen WEF. Aber auch Kritikerinnen, wie etwa die 17-jährige Greta Thunberg, werden wieder anwesend sein.

Verkehr wurde aufgehalten

Doch zurück zur Demo: Die Polizei war entlang der Kundgebung stets diskret präsent und hielt rund um den Bahnhof vorübergehend Autos und Busse auf, so dass sich um 14.30 Uhr die Gruppe in Bewegung setzen konnte.

Ein Polizeiauto fuhr voraus, um den Verkehr zu regeln – das funktionierte reibungslos und ohne Zwischenfälle. Die Route führte über die Zentralstrasse via Bundes- auf den Helvetiaplatz, wo es einen ersten Stopp mit Reden gab. In den Wortmeldungen wurde auch auf Anliegen des Klimaschutzes und der Frauenrechte aufmerksam gemacht.

Auf dem Helvetiaplatz gab's eine paar Reden. (Bild: jwy)

Weiter ging die Demo über die Winkelriedstrasse zum Theaterplatz, dann via Reussbrücke in die Altstadt, wo es auf dem Rathausplatz einen weiteren Stopp gab. Auch in den engen Gassen der Altstadt blieb es friedlich, der Umzug wurde zur Touristenattraktion. Schliesslich ging’s über den Kapellplatz über die verkehrsbefreite Seebrücke wieder zurück auf den Bahnhofplatz.

Die Stimmung erinnerte an ein Volksfest. Eine Gruppe mit Pauke und Bläsern sorgte für fasnächtliche Stimmung (einfach ohne Vermummung) und untermalte die Parolen: «Wipe out WEF!» oder «W. E. F. – Mördertreff».

Polizei ist zufrieden

Vermummte gab es erfreulicherweise an der ganzen Demo keine, Sachbeschädigung blieben bis zum Ende des Umzugs ebenfalls aus. Die Verantwortlichen erinnerten vor Start an die Regeln des bewilligten Umzuges.

Im Vorfeld hatte die drohende Ankündigung der Demonstranten für Misstöne gesorgt: Man werde unbewilligt demonstrieren, sollte die Stadt keine zentrale Route vor Ladenschliesszeiten zubilligen. Schliesslich hat die Stadt die Demo wunschgemäss bewilligt. Die Stadt habe vor den Forderungen der Demonstranten kapituliert, kritisierte darum die städtische SVP.

Auch aus Polizeisicht verlief die Demo ohne Probleme, auch wenn das Aufgebot beträchtlich war. «Die Auflagen der Bewilligungsinstanz wurden eingehalten», resümierte die Luzerner Polizei. Die temporäre Sperrung des Verkehrs führte zu kleineren Rückstaus.

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