Gesellschaft
Kanton bereitet vierte Impfung vor

Fasnacht: Darum verzichtet Guido Graf auf Freudensprünge

Fasnacht findet statt – Peti Federer (LFK) und Regierungsrat Guido Graf freuen sich. (Bild: Emanuel Ammon/AURA) (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Der Jubelschrei der Fasnächtler ist gross! Von Umzug bis Tagwache – für alles gibt es grünes Licht. Was aber kommt danach? zentralplus spricht mit dem LFK und dem Luzerner Regierungsrat Guido Graf nicht nur über die fünfte Jahreszeit.

Die Freude bei Peti Federer, dem Mediensprecher des Luzerner Fasnachtskomitees LFK, sprüht förmlich durch das Telefon hindurch. «Die Freude ist riesig, es ist einfach traumhaft schön! Wir reiben uns immer noch ein bisschen die Augen, weil es nun so schnell gegangen ist. Wer hätte das gedacht?»

Die Vorwärtsstrategie der Fasnächtler ist aufgegangen. Auch wenn es vor einigen Wochen noch gar nicht klar war, ob es eine Fasnacht gibt – die Verantwortlichen haben eine mögliche Fasnacht unbeirrt vorbereitet. «Zum Glück hatten wir den Mut, immer vorwärtszuschauen. Es ist egal, ob die Gruppen mit einem alten Sujet oder einem neuen kommen. Hauptsache Fasnacht!»

Das Motto von LFK-Präsident Daniel Abächerli «Hauptsach Fasnacht» hat nun eine neue Bedeutung bekommen. Peti Federer sagt: «‹Hauptsach Fasnacht› hatte während der Pandemie irgendwie einen ironischen Unterton. Jetzt wird dies zum Jubelspruch.»

Gesundheitsdirektor Guido Graf ist erleichtert

Auch Gesundheitsdirektor Guido Graf ist erleichtert über das grüne Licht aus Bern. «Ich bin froh, dass die Luzerner Fasnacht stattfinden kann und freue mich für die Fasnächtler! Ich bin mir aber auch bewusst, was diese Öffnung bedeutet.» Omikron bleibt hochansteckend. Dies betont auch der Geschäftsführer von Coronatest24, Christian Arnold. «Ich rechne nach der Fasnacht mit einem Anstieg der Fälle» (zentralplus berichtete).

In den letzten Wochen gab es immer wieder Diskussionen, ob und wie die Fasnacht über die Bühne gehen soll. Wie die Stadt Luzern am Runden Tisch mit den Fasnächtlern umgegangen ist, sorgte für rote Köpfe (zentralplus berichtete). Das LFK will dies nun alles hinter sich lassen und blickt nach vorne. «Die Diskussionen im Vorfeld sind vergessen und jetzt geht es für uns weiter. Es war sicherlich für alle beteiligten Seiten nicht angenehm», meint Peti Federer.

«Es gab nie persönliche Angriffe von Fasnächtlern auf mich.»

Guido Graf, Gesundheitsdirektor Kanton Luzern

Guido Graf hat den Kontakt mit den Fasnächtlern wiederum nicht negativ in Erinnerung. «Gut, hoch anständig. Es gab nie persönliche Angriffe von Fasnächtlern auf mich.» So habe er sich auch mit Vertretern des LFK in der Stadt zum Kaffee getroffen. «Ich liebe die Fasnacht und beide Seiten haben vom Gespräch profitiert.»

Mit Vorsicht in die Zukunft

Dass es nun in die Normalität zurück geht, ist auch für die Psyche gut. Graf betont: «Der Bevölkerung tut diese Öffnung gut. Wir können uns freuen. Es gibt eine Fasnacht, es gibt Ostern und einen Sommer. Allerdings kommt dann auch der Herbst.»

«Es kann ja jeder frei entscheiden, ob er an die Fasnacht gehen will.»

Peti Federer, Mediensprecher Luzerner Fasnachtskomitee

Dass die Zahlen nach der fünften Jahreszeit ansteigen werden, ist schier programmiert. Allerdings sieht Guido Graf einen grossen Vorteil in der Omikron-Variante: «Wir haben im Moment Glück, dass das Virus nicht Massen von schweren Krankheitsverläufen auslöst.»

Falls das Virus in einer neuen Variante zurückkommen würde, will der Kanton vorbereitet sein. «Wir sind schon in den Vorbereitungen für eine vierte Impfung. Wir gehen davon aus, dass das Virus bleiben wird.»

Dass es sicher auch einige gibt, die angesichts der Menschenmassen kein gutes Bauchgefühl haben, kann auch Peti Federer verstehen. «Ich habe Verständnis, wenn jemand ein schlechtes Gefühl hat. Es ist ein Prozess, den die Gesellschaft machen muss. Es kann ja jeder frei entscheiden, ob er an die Fasnacht gehen will.»

Stadt Luzern schickt Mitarbeiter mit FFP2-Masken in die Massen

Nebst Bund und Kanton gibt auch die Stadt Luzern grünes Licht für die Fasnacht. Um seine Mitarbeiter zu schützen, verteilt die Stadt unter ihnen FFP2-Masken. So werden die Frauen und Männer in Orange in diesem Jahr maskiert unterwegs sein.

Adrian Borgula lässt sich in der Mitteilung der Stadt folgendermassen zitieren: «Wir bitten die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, unserem Personal den nötigen Respekt entgegenzubringen und ihnen genügend Abstand zur Ausübung ihrer Tätigkeiten zu gewähren. Und wir bitten um Verständnis, wenn mal ein Abfallkübel nicht innert kürzester Frist geleert ist».

Verwendete Quellen

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