Gesellschaft

Mietvertrag für Luzerner Haus 2018 ausgelaufen
«Eichwäldli»-Bewohner weigern sich zu gehen

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Unschwer zu erkennen: Die Bewohner haben nicht die Absicht, das Gebäude zu verlassen.   (Bild: zvg)

Die Bewohner des Luzerner «Eichwäldli» wollen ihr Haus nicht räumen. Obwohl der Vertrag mit der Stadt Luzern Ende Jahr ausgelaufen ist, wollen sie die Aktivitäten weiterführen. Sie hätten den Mietzins für den Januar bereits überwiesen.

Seit Sommer leben acht Personen in der ehemaligen Soldatenstube an der Murmattstrasse 2 beim Luzerner Eichwald. Die Liegenschaft gehört der Stadt Luzern. Diese hat den Bewohnern das Haus bis Ende des letzten Jahres bis zum 31. Dezember 2018 überlassen.

Noch im Dezember aber erhielten die Bewohner Besuch von Beamten der Baudirektion. Die Mitarbeiter der Stadt legten ein Gutachten vor, welches das Gebäude als instabil und deshalb als zu gefährlich einstuft (zentralplus berichtete). Aus diesem Grund forderte sie die Bewohner auf, das Haus am darauf folgenden Tag zu verlassen; eine Erwartung, der die Mieter nicht nachkommen wollten.

Forderung: Verbleib bis ins Jahr 2030

Stattdessen schreiben sie nun in einer Mitteilung, dass sie weiterhin im Haus bleiben würden. «Nun ist der Mietvertrag ausgelaufen, die Familie Eichwäldli bleibt trotzdem und hält an ihren Forderungen fest». Sie fordern, dass sie das Haus mindestens bis ins Jahr 2030 für ein Wohn- sowie niederschwelliges Nachbarschaftsprojekt nutzen können. Ausserdem verlangen sie von der Stadt «lösungsorientierte, konstruktive und wertschätzende Gespräche über die anfallenden baulichen Massnahmen und die weitere Nutzung».

Man werde weitermachen wie bisher und habe die Miete für den Januar trotz fehlendem Mietvertrag bezahlt. Auch die öffentlichen Anlässe wie ein Mittagstisch, ein Znachtsowie ein wöchentliches Yogatraining werde man weiterführen. Dies, obwohl die Stadt dazu aufgefordert hat, solche Events zu unterlassen, da die Statik des Hauses gefährdet sei.

Aussage im Dezember: Kein weiteres Zuwarten

«Die Mieter haben uns gesagt, dass sie sich an diese Aufforderung halten werden», sagte Baudirektorin Manuela Jost vergangenen Dezember gegenüber zentralplus. Die Massnahme sei aufgrund des Zustandes des Hauses unumgänglich. «Ein weiteres Zuwarten könnten wir nicht verantworten», so die Stadträtin. Damals sagte die Luzerner Bauchefin auch, dass die Bewohnerinnen und Bewohner das Haus bis Ende Dezember normal nutzen könnten. Sie gehe davon aus, dass die vereinbarte Schlüsselübergabe am 3. Januar erfolgen werde.

Verdacht der Kriminalisierung

Wie die Stadt auf die Weigerung zur Räumung reagieren wird, wird sich zeigen. «Wir haben den Verdacht, dass sie uns präventiv und pauschal kriminalisieren wollen», sagte einer der Bewohner des Hauses an die Adresse der Stadt. Denn dann seien sie die Kriminellen, wegen denen die Polizei kommen musste. Und von dieser hält man nicht allzu viel. «Wir empfinden die Polizei als Institution die Gewalt schafft, legitimiert und leider nicht zur Lösung von Konflikten beiträgt,» schreiben die Bewohner in ihrem Manifest.

Vordergründig biete die Stadt zwar Plätze, die offen, nonkonform und eigenständig erscheinen. Diese Orte würden bei genauerer Betrachtung aber als profitorientierte Konsumstätten funktionieren, argumentieren die Bewohner in ihrer Mitteilung vom Dienstag. Weil die Stadt Luzern weder Stadtenwicklungs- noch Antigentrifizierungskonzepte bereithalten würde, brauche es selbstbestimmte und mutige Initiativen.

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3 Kommentare
  1. Sarastro, 02.01.2019, 14:17 Uhr

    Interessant: Vor 10 Jahren wollte ich das Gebäude mieten und dort eine Tagesstätte für Kleintiere einrichten. «Kommt nicht in Frage. Das Gebäude muss abgerissen werden und kann nicht als Wohnraum genutzt werden.» (Für den Abriss wurden Kosten von Fr. 30.000.- genannt!) Seiter wurde das Gebäude von verschiedenen Mietern bewohnt! Nun ist es – wiederum aus Sicherheitsgründen – plötzlich nicht mehr bewohnbar, kann aber als Materialraum genutzt werden, zumal die Stadt in unmittelbarer Nähe über eine moderne Einrichtungen verfügt. Das tönt nach Alibibegründung und zeugt – wie anderes auch – von willkürlicher «Situationsplanung».
    Und mit Verlaub: Was sind Antigentrifizierungskonzepte?

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    1. Sarastro, 02.01.2019, 15:56 Uhr

      Druckfehler: Es sind nicht 10, sondern fast 20 Jahre seither!!!

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  2. Alois, 02.01.2019, 10:22 Uhr

    Ist ja keine Frage, wer am Schluss gewinnt. Freue mich dann auf die Begründung der Stadt.

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