Gesellschaft
Zwei Schwestern, ein Verein und vielleicht auch du

Diese Zugerinnen haben 2022 Ausserordentliches geleistet

Gleich zwei Regierungsrätinnen gingen dieses Jahr aus der Oberägerer Familie Dittli hervor. (Bild: zvg)

So lange man «e Guets Neus» wünschen darf, darf man auch noch über das verflossene Jahr sinnieren, finden wir. Wir tun es und holen noch einmal jene Zuger ins Rampenlicht, die im letzten Jahr Ausserordentliches geleistet haben.

Das war ja ein ganz schön wildes Jahr. Für die Welt, aber auch für Zug. Während sie heute (zum Glück) bei grossen Teilen der Bevölkerung beinahe in Vergessenheit geraten zu sein scheint, dominierte die Pandemie den Anfang des Jahres 2022 noch. Nur Genesene und Geimpfte durften sich in Restaurants verpflegen lassen, die Maske war allgegenwärtig und Pflicht in geschlossenen, öffentlichen Räumen. Bereits heute ist das kaum mehr vorstellbar.

Die Masken verschwanden, der russische Angriff auf die Ukraine kam und mit ihm Hunderte von Kriegsbetroffenen, die im Kanton Zug Schutz suchten und fanden. Gleichzeitig gerieten hier ansässige russische Firmen in die Bredouille, und auch der Zuger Regierungsrat mit seiner ausserordentlich wirtschaftsfreundlichen Haltung handelte sich schweizweit Kritik ein (zentralplus berichtete). Doch weg von der Kritik und hin zu den Helden!

Iiiiiissportverein!

Denn im Frühling näherte sich Zug einem historischen sportlichen Höhepunkt. Auf dem Eis schuftete sich nämlich der EVZ ab und wurde dann auch für seine unglaubliche Zähigkeit belohnt. Die Zuger holten sich Anfang Mai den Meisterschaftstitel. Dies zum dritten Mal in ihrer Geschichte und zum zweiten Mal in Folge. Es wurde gefeiert, als ob es kein Morgen gäbe.

Gruppenbild mit Pokal: Die Zuger Meistermannschaft 2021/2022
Gruppenbild mit Pokal: Die Zuger Meistermannschaft 2021/2022 (Bild: Tobias Lackner)

Auf einen Hitzesommer folgte ein heisser Wahlkampf, der sich in den Gesamterneuerungswahlen 2022 entlud. Womit wir bei den nächsten Gewinnerinnen wären.

Les sœurs Dittli

Mit Bravour schaffte es die Zuger Mitte-Politikerin Laura Dittli (31) in den Regierungsrat. Sie ist nicht die einzige Erfolgreiche in der Familie Dittli in diesem Jahr. Laura Dittlis Schwester Valérie wurde im Frühling mit 29 Jahren in den Waadtländer Regierungsrat gewählt (zentralplus berichtete).

Die Dittlis haben nun zwei Regierungsrätinnen in der Familie: Laura (links, Zug) und Valérie Dittli, Waadt.
Die Dittlis haben nun zwei Regierungsrätinnen in der Familie: Laura (links, Zug) und Valérie Dittli (rechts, Waadt). (Bild: wia)

Laura Dittli war nicht die einzige Frau, die im Oktober in Zug zu überzeugen vermochte. SP-Frau Barbara Gysel wurde neu in den Stadtrat gewählt und schrammte zudem im zweiten Wahlgang unerwartet knapp am Stadtpräsidium vorbei (zentralplus berichtete). Der Posten ging letztlich an den langjährigen Stadtrat André Wicki (SVP).

Barbara Gysel gratuliert dem neuen Stadtpräsidenten André Wicki zur Wahl. (Bild: wia)

Der Diamant aus Zug

Weg von der Politik, ab in die Kultur. Der Roman «Der Rote Diamant» des Zuger Autors Thomas Hürlimann wird von der «FAZ» als «Meisterwerk» bezeichnet. Hürlimanns Buch, das vom Leben eines Jungen in einem Schweizer Klosterinternat in den 60ern handelt, war als einer von fünf Romanen für den Schweizer Buchpreis 2022 nominiert. Gemäss einer Publikumsumfrage von SRF, bei der rund 1600 Menschen teilnahmen, hätte «Der Rote Diamant» – Kopf an Kopf mit dem «Blutbuch» von Kim de l'Horizon – den Preis verdient.

Zur zentralplus-Rezension des Buches geht es übrigens hier.

Thomas Hürlimann wurde 2022 mit «Der Rote Diamant» für den Schweizer Buchpreis nominiert. (Bild: Jürgen Bauer)

Bravo, liebe Bevölkerung

Last, but not least: Ein Kränzchen winden muss man in diesem Jahr auch der Zuger Bevölkerung. Unzählige Zugerinnen haben ihre Türen seit Beginn des Ukrainekriegs für Geflüchtete geöffnet. Von den insgesamt 867 im Kanton untergebrachten Ukrainerinnen leben 402 Personen bei Privatpersonen. Für den Kanton Zug ist diese Hilfe sehr wertvoll.

Die Direktion des Inneren erklärt auf Anfrage: «Ohne die Unterstützung von Gastfamilien wäre die Unterbringung der geflüchteten Menschen aus der Ukraine in so kurzer Zeit kaum zu bewältigen gewesen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Krise.» Darum: Ein grosses «Chapeau» an alle, die sich dieser nicht ganz einfachen Aufgabe angenommen haben und Menschen für mehrere Wochen oder von Anfang an und bis heute bei sich unterbringen.

Unsere Liste ist natürlich längst nicht abschliessend. Fällt dir jemand ein, der oder die in Zug Ausserordentliches geleistet hat im vergangenen Jahr? Dann freuen wir uns auf deinen Kommentar.

Verwendete Quellen
  • Rezension über «Der Rote Diamant» in der FAZ
  • SRF-Umfrage zum Schweizer Buchpreis
  • Anfrage bei der Direktion des Inneren
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