Fristlose Kündigung war gerechtfertigt

Das steckt hinter dem Knatsch um Zuger Heilmittelinspektor

Ludek Cap wurde als Heilmittelinspektor fristlos entlassen – zu Recht, wie das Verwaltungsgericht Zug findet. (Bild: ber)

Ludek Cap scheitert vor dem Verwaltungsgericht Zug. Dieses kommt zum Schluss, dass seine fristlose Kündigung rechtens war. Das Urteil gibt zudem Einblick in die Hintergründe der medienträchtigen Streitigkeiten in der Zuger Gesundheitsdirektion.

Der ehemalige Heilmittelinspektor von Zug, Ludek Cap, hat letztes Jahr seine Stellvertreterin, den Kantonsarzt, den Gesundheitsdirektor und den Gesamtregierungsrat angezeigt. Unter anderem wegen Amtsmissbrauchs (zentralplus berichtete). Er warf seinen Vorgesetzten öffentlich vor, die Inspektion in einer Zuger Arztpraxis verhindert und die Sicherheit von Zuger Patienten gefährdet zu haben.

Wenig verwunderlich wurde der langjährige Kantonsmitarbeiter fristlos entlassen, nachdem er seine Vorwürfe in den Medien publik gemacht hatte (zentralplus berichtete). Er focht die Kündigung an, scheitert damit nun aber vor dem Zuger Verwaltungsgericht.

Zahlreiche Mängel ans Licht gebracht

Aus dem Urteil geht hervor, dass Cap erstens nicht für Inspektionen in Arztpraxen zuständig war und er zweitens mit dem besagten Arzt eine persönliche Rechnung offengehabt haben könnte. Der Hausarzt habe sich aufgrund eines Konflikts daraufhin beim Kantonsarzt über den Heilmittelinspektor beschwert und ihm vorgeworfen, die andere Ärztin bevorzugt zu behandeln.

Nur wenige Tage später ordnete Cap – obwohl er in den Ferien war und obwohl seine Vorgesetzten es ihm untersagt hatten – die umstrittene Inspektion in der Apotheke der Hausarztpraxis an. Bei dieser wurden zwar mehrere Mängel festgestellt (zentralplus berichtete). Das rechtfertigt aus Sicht des Gerichts aber nicht, dass der Heilmittelinspektor seine Vorgesetzten hintergangen hat.

War es eine persönliche Fehde?

«Er wurde von seinem Vorgesetzten schriftlich, klar und unmissverständlich angewiesen, seine Ferien zu beziehen und während dieser Zeit keine Arbeiten, insbesondere keine Inspektionen im Detailhandel zu tätigen», heisst es im Entscheid. Dieser Anordnung habe sich Cap widersetzt. «Sein eifriges Vorgehen erweckt den Eindruck, als ob er mit diesem Arzt aus irgendwelchen Gründen eine private Fehde hätte ausfechten wollen – unter dem Einsatz seiner amtlichen Macht und Missachtung aller Weisungen.»

Mit der Bekanntgabe der Mängel in den Medien habe er eine Linie überschritten, die das Vertrauensverhältnis nachhaltend und dauernd erschüttert habe. Die fristlose Kündigung sei deshalb gerechtfertigt gewesen.

Cap bewarb sich nach seiner Entlassung überraschenderweise erneut auf seine bisherige Stelle (zentralplus berichtete). Das zeigt aus Sicht des Verwaltungsgerichts «eine gewisse Selbstüberschätzung betreffend die eigene Unentbehrlichkeit». Der Entscheid ist noch nicht rechtskräftig.

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1 Kommentar
  • Profilfoto von Roli Greter
    Roli Greter, 16.09.2021, 11:22 Uhr

    Wer zahlt befiehlt…

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