Gesellschaft
Corona-Zahlen so hoch wie noch nie

Covid-19: Luzern wappnet sich für Triage in der Intensivmedizin

Das Luzerner Kantonsspital (Luks) bereitet sich wegen der Corona-Pandemie auf Triage-Entscheide vor. (Bild: ber)

Die Intensivpflege-Kapazitäten sind gemäss einer Mitteilung des Kantons Luzern weitgehend ausgeschöpft. Die Luzerner Spitäler bereiten sich auf Triage-Entscheide vor, die nun im Einzelfall nötig werden könnten.

Die neusten Zahlen stammen vom 24. Dezember. Da waren 64 Personen im Kanton Luzern wegen einer Covid-Erkrankung hospitalisiert. Beatmet werden mussten am Heiligabend fünf Corona-Patientinnen.

Das Corona-Reporting von Lustat Statistik Luzern zeigt, dass die Zahl der Hospitalisationen seit Ende Oktober drastisch angestiegen ist. Den vorläufigen Höchststand hat sie am 9. Dezember erreicht (zentralplus berichtete).

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Nie seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 waren die Fallzahlen im Kanton Luzern auf einem so hohen Niveau wie derzeit. Dies zeigt eine Übersicht von Lustat. Die räumliche Verteilung zeigt ausserdem, dass es zurzeit vor allem im Entlebuch zu vielen Ansteckungen kommt.

Impfstatus ist als Triage-Kriterium unzulässig

Dass sich auch die Situation in den Luzerner Spitälern pandemiebedingt weiter zuspitzt, hat nun Konsequenzen, wie der Kanton Luzern in einer Medieneinladung schreibt. «Die Intensivpflege-Kapazitäten werden zusehends knapp und die Verlegungsmöglichkeiten zwischen den Spitälern – auch über den Raum Zentralschweiz hinaus – sind weitgehend ausgeschöpft.»

«Vor diesem Hintergrund könnten in den Luzerner Spitälern nun im Einzelfall Triage-Entscheide in der Intensivmedizin notwendig werden», heisst es weiter. Wie sich die Spitäler darauf vorbereiten, darüber will Gesundheitsdirektor Guido Graf morgen an einer Medienkonferenz informieren. Bei dieser Gelegenheit werden auch der Direktor der Hirslanden Klinik St. Anna sowie der Leiter des Pandemiestabs am Luzerner Kantonsspital Auskunft geben. Ebenfalls vor Ort wird der Co-Leiter des Ethikforums des Luzerner Kantonsspitals sein.

Klar ist: Pauschal den Impfstatus als Triage-Kriterium zu verwenden ist «juristisch unzulässig» und «undifferenziert». Das sagte Regina Aebi-Müller, Rechtsprofessorin der Uni Luzern, kürzlich gegenüber zentralplus. Sie hatte bei der Erstellung der Triage-Richtlinien zu Covid-Zeiten mitgewirkt.

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