Gesellschaft
Von täglich 2'000 auf knapp 300 Neuanmeldungen

Corona-Impfung: Im Kanton Luzern stagniert die Kampagne massiv

49 Prozent der Luzerner Bevölkerung haben mindestens die 1. Impfdose erhalten. (Bild: ida)

Auch im Kanton Luzern kommt der Impfmotor ins Stottern. Von anfänglich 2'000 Neuanmeldungen für eine Corona-Impfung sind es derzeit weniger als 300 pro Tag. Der Kanton will nun niederschwellige Impfangebote auf die Beine stellen – und reduziert gleichzeitig die Öffnungszeiten der beiden Impfzentren.

Die Impfkampagne kommt ins Stocken. Schweizweit – wie auch im Kanton Luzern. Wurden am 15. Juni noch 4'564 Menschen im Kanton Luzern die erste oder zweite Corona-Impfung verabreicht, waren es am 15. Juli nur noch 1'656.

«Der Fortschritt beim Impfen ist beachtlich, aber wir müssen dranbleiben», sagt auch David Dürr, Leiter der kantonalen Dienststelle Gesundheit und Sport. «Anfänglich hatten wir 2'000 Anmeldungen pro Tag. Aktuell sind es weniger als 300.»

Impfzentren haben weniger lang offen

Deswegen hat der Kanton die Öffnungszeiten der beiden Impfzentren in Luzern und Willisau angepasst. Letzteres bleibt an mehreren Tagen die Wochen geschlossen. «Es macht keinen Sinn, dass wir ein Impfzentrum für fünf oder zehn Personen öffnen», sagt David Dürr. Deshalb kann es vorkommen, dass vereinzelt Termine verschoben werden müssen. Wer sich momentan anmelde, erhalte praktisch umgehend einen Impftermin, versichert Dürr.

Niederschwellige Impfangebote und mögliche Impf-Goodies

Der Kanton will deshalb dem Impfen wieder neuen Schub verleihen. «Der Kanton Luzern plant verschiedene Massnahmen, damit es einfach und unkompliziert möglich ist, sich impfen zu lassen», sagt David Dürr.  Seit dem 14. Juni besteht die Möglichkeit, 30 Minuten vor Betriebsschluss eine der neun Wartepositionen in Luzern respektive sechs Wartepositionen in Willisau einzunehmen und sich so spontan impfen zu lassen. Weiter sei angedacht, Walk-in-Impfungen anzubieten, also Impfungen in einem Impfzentrum ohne vorherige Anmeldung. «Zudem ist vorgesehen, mit den Impfungen auf die Menschen zuzugehen – also dorthin, wo sie leben und arbeiten –, damit sie sich nicht extra in ein Impfzentrum begeben müssen», so David Dürr. Weiter soll auch das betriebliche Impfen ausgeweitet werden.

«Jede Impfung zählt – auch mit Blick auf einen möglichen Wiederanstieg der Fallzahlen im Herbst/Winter.»

David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport

Der Luzerner Gesundheitsdirektor Guido Graf sagte kürzlich gegenüber zentralplus, dass man «neue Wege gehen müsse, um die Impfquote zu erhöhen». Es seien auch Überlegungen zu sogenannten Impf-Goodies im Gang, die nach den Sommerferien umgesetzt werden sollen (zentralplus berichtete).

Wie diese Impf-Goodies aussehen könnten, ist derzeit noch unklar. Auf die Frage angesprochen, sagt David Dürr lediglich: «Impfen lassen sollte man sich aus Überzeugung und nicht wegen möglichen Goodies.»

Impfen soll gemäss dem Kanton wieder Fahrt aufnehmen

Er betont aber auch: «Je mehr Menschen geimpft sind, umso rascher können wir zu einem Leben ohne einschränkende Massnahmen zurückkehren.» Und je mehr Menschen geimpft sind, desto weniger Personen könnten sich anstecken und das Virus somit auch nicht auf andere Personen übertragen. «Deshalb: Jede Impfung zählt – auch mit Blick auf einen möglichen Wiederanstieg der Fallzahlen im Herbst/Winter.»

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