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«Geschmacklos und deplatziert»: Ombudsmann rüffelt 3Fach
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Eine 3Fach-Moderatorin provoziert mit ihrem Beitrag zum Coronavirus. (Screenshot: 3Fach)

Schelte für Luzerner Jugendsender «Geschmacklos und deplatziert»: Ombudsmann rüffelt 3Fach

2 min Lesezeit 2 Kommentare 31.03.2020, 11:22 Uhr

Der Luzerner Jugendsender 3Fach bekommt sein Fett weg. Die Ombudsstelle der privaten Radio- und Fernsehveranstalter rügt den Sender für einen satirischen Beitrag, indem sich dieser über das Corona-Virus lustig macht.

Eigentlich ist Ombudsmann Oliver Sidler nicht zuständig für die Beurteilung des Youtube-Videos, das Radio 3Fach vor einigen Wochen zum Corona-Virus gemacht hat (zentralplus berichtete).

Darin zu sehen: Eine Moderatorin, die verschiedene Dinge ableckt. So etwa Hazel Bruggers Hand. Das designierte Ziel der jungen Radiomacherin: Sich mit dem Virus anzustecken. Damit schlug sie sämtliche Hygieneempfehlungen des BAGs in den Wind.

In einem Artikel von «Persoenlich.com» wird Ombudsmann Sidler wie folgt zitiert. «Eine Anleitung zur Ansteckung mit dem Virus, auch wenn sie proaktiv und nicht ernst gemeint war, sprengt meines Erachtens den weiten Rahmen der Gestaltungsmöglichkeiten satirischer Beiträge», so Sidler im Schlussbericht.

Dass die Flächen desinfiziert waren, ist nicht ersichtlich

Wie Radio 3Fach nach Veröffentlichung des Videos kundtat, habe man alle Flächen vor und nach der Aktion desinfiziert. Sidler kritisiert im Ombudsbericht, dass ein Hinweis darauf im Youtube-Video gänzlich fehle. Er bezeichnet es als «geschmacklos und deplatziert».

Den dazugehörigen Radiobericht, welcher der eigentliche Grund der Beanstandung bildet und für den Sidler zuständig ist, findet dieser hingegen weniger problematisch. Dies insbesondere, weil offengelegt wurde, dass die von der Moderatorin abgeleckten Flächen vorgängig desinfiziert worden seien.

Doch sei für Sidler nicht ganz nachvollziehbar, wie die Redaktion mit den Rückmeldungen auf das Video umgegangen sei. Im Radiobeitrag sprach diese von einem «Shitstorm» und von «Wutbügern», die sich öffentlich zum Video geäussert hätten.

Keine adäquate Reaktion von 3Fach

Die Redaktion habe es gemäss Sidler versäumt, die «doch recht heftigen und teilweise auch berechtigten Reaktionen auf das Video» zu analysieren und eigene Handlungen zu hinterfragen. Ihm fehle die journalistisch korrekte Auseinandersetzung mit der heftigen Kritik. Ebenso eine adäquate Reaktion.

Der Ombudsmann empfiehlt der Programmleitung von 3Fach, den Radiobeitrag nochmals mit den Mitarbeitern zu analysieren. dies zur künftigen Qualitätsverbesserung.

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2 Kommentare
  1. Silvio Bonzanigo, 01.04.2020, 08:11 Uhr

    Radio 3fach hat ohnehin ein problematisches Verhältnis zur Satire. Die 10 Stadtratskandidaten wurden zu einem lockeren Einzeltalk am frühen Morgen eingeladen. Während andere ein bisschen von ihren Morgenritualen und Bürobegegnungen erzählen durften, wurde mit mir als SVP-Kandidat eine Satire versucht: „Was würde Sie als vierfacher Familienvater mehr ärgern: Wenn eines Ihrer Kinder bei der GSoA wäre oder beim Schwarzen Block mitmarschieren würde?“ „Wo würden Sie lieber mit einem Plakat zuvorderst mitmarschieren – bei einer Klimademo oder bei einem 1.Mai-Umzug?“ Etc.
    Liebe 3fach-Macher: Das war unprofessionell und bösartig. Als „Jugendradio“ sollten Sie Ansprüche entwickeln, nicht Ansprüche preisgeben!

  2. Alois Iten, 31.03.2020, 12:35 Uhr

    Nein, er ist dafür nicht zuständig. Und sollte es darum auch sein lassen. Denn wenn Ombudsmänner sich zu Satire äussern, kommt es in der Regel nicht gut. Oder was befähigt ihn dazu? Als Satire-Experte zeichnet Herrn Sidler doch weniger aus als als Rechtsanwalt und Telecömmler

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