Geschichte
Turmruine Richensee

Kanton Luzern rettet 800 Jahre alten Turm vor Zerfall

Die Turmruine Richensee liegt heute mitten im Siedlungsgebiet. (Bild: Kanton Luzern)

Der Kanton Luzern hat die unter Denkmalschutz stehende Turmruine Richensee restauriert. Das liess sich der Kanton was kosten. An der Restauration erfreuen sich aber nicht nur Denkmalschützerinnen und Mittelalter-Fans.

Die Turmruine Richensee bei Hitzkirch gilt als eine der bedeutendsten mittelalterlichen Ruinen des Kantons. Kein Wunder: Die Mauern des Turms stammen aus dem Jahr 1240 und sind bis heute fast in der ursprünglichen Höhe erhalten.

Wobei gerade Letzteres nicht mehr gesichert war. Der bauliche Zustand war seit Längerem schlecht. Es bestand vor allem im Turminneren Einsturzgefahr von gewissen Teilen des Mauerwerks. Nachdem der Kanton als Eigentümer der Ruine bereits 2013 Sofortmassnahmen durchgeführt hatte, begann er 2021 mit einer umfassenden Sanierung. Diese ist nun abgeschlossen.

Um die Turmruine für die Zukunft zu sichern, hat der Kanton verschiedene Massnahmen getroffen: Das Natursteinmauerwerk hat er statisch gesichert, schadhafte Steine im äusseren Mauerwerksmantel restauratorisch konserviert. Zudem hat der Kanton den Turm mit einem Holzdach ausgestattet. Die Gesamtkosten der Restaurierung belaufen sich auf 950'000 Franken.

Kanton schafft neue Brutplätze für Vögel im Turm

Die Durchführung der Arbeiten war nicht einfach, wie der Kanton in der Mitteilung schreibt. Denn im Turm leben Schleiereulen und Fledermäuse. Auch Mauersegler brüten in der Ruine. Darum konnte der Kanton die Sanierungsarbeiten erst mit dem Ende der Brutzeit der Mauersegler starten.

Unter dem Dach der Turmruine schuf der Kanton zusätzliche Nistplätze für Mauersegler. (Bild: Kanton Luzern)

Mauersegler, Schleiereulen und viele Fledermausarten sind auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Im Rahmen der Restaurierung schuf der Kanton für Mauersegler und Fledermäuse unter dem Holzdach zusätzliche Nisthilfen. Somit profitieren nicht nur Mittelalter-Fans, sondern auch die Tierwelt von der Restaurierung.

Zur Geschichte der Turmruine Richensee

Der Burgturm von Richensee wurde in den Jahren um 1240 von den Grafen von Kyburg als Sitz ihres Vogtes im Seetal errichtet. Nach dem Aussterben der Grafenfamilie 1264 fiel die Anlage an die Grafen von Habsburg. Das um den Burgturm entstandene Dorf Richensee entwickelte sich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts zum Marktort. Die Burg wurde zum Verwaltungszentrum eines habsburgischen Amtes. Gemäss den spätmittelalterlichen Chroniken wurde der Turm von Richensee während des Sempacherkriegs 1386 zerstört. Seither ist er eine Ruine. Der Marktort bestand jedoch weiter – der letzte Markt fand 1958 statt.

Verwendete Quellen
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