Geplante Kiesgrube: Zuger Regierung will noch grösseres Loch
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Kiesgrube Äbnetwald. (Bild: mam)

Cham: Abbaubereich wird vergrössert, Wald gerodet Geplante Kiesgrube: Zuger Regierung will noch grösseres Loch

3 min Lesezeit 29.10.2018, 10:09 Uhr

Das gibt Ärger: Während sich alle Chamer Ortsparteien gegen den geplanten Kiesabbau in Hatwil stemmen, hält der Zuger Regierungsrat an seinen Plänen fest. Und der Zuger Baudirektor Urs Hürlimann (FDP) setzt sogar noch einen drauf.

Der Zuger Regierungsrat befürwortet die Festsetzung des Kiesabbaustandorts Hatwil/Hubletzen in Cham im kantonalen Richtplan und unterstützt die von der Baudirektion vorgeschlagene Perimetererweiterung, wie am Montag bekannt wurde.

Doch ums was geht’s? Im kantonalen Richtplan war das Abbau- und Rekultivierungsgebiet «Hatwil/Hubletzen» im Norden von Niederwil in der Gemeinde Cham, im Jahre 2009 als Zwischenergebnis für die langfristige Kiesversorgung aufgenommen worden. Denn im Kanton Zug geht irgendwann das Kies aus. Damals hatte man mögliche Abbaustandorte im Rahmen des Kieskonzepts 2008 geprüft und eingestuft.

Ein Werk der vergangenen Monate

Dann sollte die Zuger Baudirektion in Zusammenarbeit mit der Standortgemeinde und den betroffenen Grundeigentümern die definitive Abgrenzung vorzunehmen und diese dem Kantonsrat im Zeitraum zwischen 2015 und 2020 zur Festsetzung vorzulegen.

Provisorischer Abbauperimeter Hatwil in der Mitte des Bildes: grau. Neuer Perimeter rot umrandet.

Provisorischer Abbauperimeter Hatwil in der Mitte des Bildes: grau. Neuer Perimeter rot umrandet.

(Bild: zvg)

Diesem Richtplanauftrag folgend, hat sich eine breit abgestützte Begleitgruppe in den letzten Monaten unter Leitung der Baudirektion intensiv mit der Fragestellung einer Festsetzung für das Kiesabbaugebiet «Hatwil/Hubletzen» auseinandergesetzt, wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Auch Zürcher und der Bund durften mitreden

Neben den Grundeigentümern, der Standortgemeinde, der Abbauunternehmung, Umweltorganisationen, dem Bundesamt für Raumentwicklung und den kantonalen Fachstellen hätten auch die zürcherischen Nachbargemeinden Knonau und Maschwanden am Prozess mitgewirkt.

So ein Kieswerk wie im Äbnetwald bei Niederwil will Cham nicht mehr in Hatwil-Hubletzen.

Kieswerk Äbnetwald: Hierin soll das abgebaute Gestein mit Rollbändern gebracht werden.

(Bild: mam)

«Bevor das Geschäft in die öffentliche Mitwirkung geht, hat die Baudirektion die Haltung des Regierungsrats abgefragt. Der Regierungsrat befürwortet die Festsetzung des Abbaustandorts im Richtplan und befindet die von der Baudirektion vorgeschlagenen Anpassungen des Perimeters für gut», fasst Baudirektor Urs Hürlimann zusammen.

Grösserer Abbaubereich – wirtschaftlicher Betrieb

Verschiedene neue Erkenntnisse seien bei der Perimeterfestlegung eingeflossen. Insbesondere ist in den vergangenen Jahren die Geologie und die Hydrologie im Gebiet Hatwil/Hubletzen vertieft untersucht worden. Um die für die Kiesgewinnung ergiebigen Schotterschichten optimal auszunutzen, muss laut Baudirektion der Perimeter weiter nach Osten ausgedehnt werden.

Im erweiterten Abbaugebiet wird mit einem abbaubaren Kiesvolumen von neun bis zehn Millionen Kubikmetern gerechnet. Mit dem neuen Perimeter könne «auf die geologischen Gegebenheiten reagiert, die Quelle Hatwil besser geschützt, die Erschliessung des Abbaugebiets vereinfacht und letztlich auch die Grundlage für einen wirtschaftlichen Kiesabbau geschaffen werden».

Das Hatwilerholz kommt weg

Das hat neue Konsequenzen für einen Wald im Gebiet: Hatwilerholz mit einer Grösse von sieben Hektaren muss gerodet werden.

Dennoch versucht die Zuger Regeriung auch kritische Stimmen zu berücksichtigen, die den schnellen Kiesabau im Kanton Zug kritisiert haben und keine Freude daran haben, dass der Recyclinggedanke nicht im vorgesehen Ausmass berücksichtigt wird.

Mehr Recyling, aber keine Abbauexzesse mehr

So erteilte der Regierungsrat der Baudirektion weitere Aufträge im Zusammenhang mit der Kiesversorgung. Einerseits soll die Baudirektion zusammen mit der Bauwirtschaft griffige Massnahmen für die Erhöhung des Anteils des Recyclingmaterials im Hoch- und Tiefbau ergreifen. Andererseits soll die Baudirektion bei der Erteilung von Abbaubewilligungen die Abbaumenge so limitieren, dass exzessive Kiesexporte künftig unterbleiben.

Die Baudirektion wird als nächstes die gewonnenen Erkenntnisse in einem raumplanerischen Bericht zusammenstellen. Dieser wird danach öffentlich aufgelegt, so dass sich die Bevölkerung zur Richtplanfestsetzung äussern kann. Dies dürfte im kommenden Frühjahr stattfinden. Abschliessend wird die Richtplananpassung dem Kantonsrat zum Entscheid vorgelegt.

Ländliche Idylle bei Niederwil.

Ländliche Idylle bei Niederwil.

(Bild: mam)

 

 

 

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