Andeutung von Tännler

Bei OECD-Nein macht es Zug wohl im Alleingang

Heinz Tännler wird das Abstimmungsergebnis über die OECD-Steuer mit grossem Interesse verfolgen. (Bild: SVP Schweiz)

Die Schweiz stimmt am 18. Juni über die OECD-Mindeststeuer ab. Wird die Vorlage abgelehnt, wagt Zug wohl den Alleingang.

Sollen die grössten Unternehmen in der Schweiz stärker besteuert werden? Mit dieser Frage muss sich das Schweizer Stimmvolk vor dem 18. Juni auseinandersetzen. Stimmt die Schweiz der Vorlage zu, wird der Gewinn von Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 750 Millionen Euro zusätzlich besteuert.

In Zug hat man lange mit der Vorlage gerungen und später im Parlament erfolgreich dafür geweibelt, dass 75 Prozent der Steuereinnahmen an die Kantone fliessen. Der Bund wollte eigentlich, dass die zusätzlichen Einnahmen zu je 50 Prozent zwischen Bund und Kantonen aufgeteilt werden.

Tännler erwägt einen Alleingang bei OECD-Nein

Die Vorlage wird sehr wahrscheinlich angenommen. Sollte es aber ein überraschendes Nein geben, bleibt es im Kanton Zug wohl dennoch nicht beim Stauts quo. Das liess Finanzdirektor Heinz Tännler gegenüber «CH Media» durchblicken.

So wird er in den Zeitungen zitiert: «Sollte das Stimmvolk die Vorlage ablehnen, gilt es zu prüfen, ob das Projekt auf kantonaler Ebene umgesetzt wird, indem der Steuerfuss für Unternehmen entsprechend angehoben wird».

Denn Befürworter der Vorlage befürchten, dass bei einem Nein schlicht andere Länder die grossen Unternehmen besteuern würden. Damit kämen der Schweiz hunderte von Millionen Franken abhanden. Zwar würde es zu lange dauern, ein neues Gesetz auf kantonaler Ebene zu entwerfen. Aber die Kantone könnten einen progressiven Steuersatz anwenden und so die OECD-Steuerreform ungefähr umsetzen.

Verwendete Quellen
0 Kommentare
Apple Store IconGoogle Play Store Icon