Auch Konkurse nahmen zu

Ämter haben so viele Zuger betrieben wie noch nie

Die Zuger Betreibungsämter waren 2023 stark gefordert. (Bild: ber)

Die Zuger Betreibungsämter haben 2023 insgesamt 36'531 Betreibungen gegen Zugerinnen und Firmen ausgestellt – ein neuer Rekord. Doch nicht nur da: Auch Konkurse und Pfändungen haben deutlich zugenommen.

Der Verband der zugerischen Betreibungs- und Konkursbeamten vermeldet für das Jahr 2023 einen neuen Rekord – schon wieder. 36'531 Betreibungen haben die kantonalen Ämter gegen Zuger und Firmen ausgestellt, wie die Stadt Zug am Mittwoch mitteilt. Damit haben sie den bisherigen Rekord von 2022 (30'163) deutlich übertroffen (zentralplus berichtete).

Bei natürlichen Personen sieht Cornelia Löhri, Leiterin des Betreibungsamtes Zug, den Grund beim Konsumverhalten und den hohen Lebenshaltungskosten in Zug (zentralplus berichtete). Firmen wiederum zahlten häufig ihre AHV- oder Steuerforderung sowie öffentlich-rechtliche Gebühren nicht.

Mehr Konkurse wegen Pleiten

Deutlich zugenommen hätten auch Pfändungen. 9342 Pfändungen hätten die Ämter vollzogen – 2022 waren es noch 8060. Insgesamt haben die Betreibungsämter rund 68,5 Millionen Franken von säumigen Zahlern eingeholt und an die Gläubigerinnen ausgezahlt. Dabei hat auch ihre Online-Versteigerungsplattform «eGant» eine Rolle gespielt. Mit dieser erzielte das Betreibungsamt Zug 2023 mit 14 Auktionen einen Erlös von 65'134 Franken, das Konkursamt mit 98 Auktionen 85'300 Franken.

Trotzdem mussten die Ämter Verlustscheine über rund 55 Millionen Franken ausstellen. Einen solchen stellen sie aus, wenn die Schuldner nicht zahlen können und Gläubigerinnen so ganz oder zum Teil leer ausgehen. Auch die Konkurse haben im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Gegenüber dem Vorjahr kam es mit 699 Fällen zu 17 mehr Konkursen. In den letzten Jahren waren meist Organisationsmängel Hauptursache für den Anstieg (zentralplus berichtete). 2023 seien jedoch die «normalen» Konkurse wegen Betreibungen sowie Pleiten deutlich gestiegen.

Verwendete Quellen
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