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Geld oder Lebensqualität? Der Poker um Jan Kovar
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Er ist der Spieler, der aktuell am drittmeisten Tore in der National League vorbereitet hat: der Zuger Jan Kovar. (Bild: Urs Lindt/freshfocus)

Der EV Zug kämpft um sein Ausländer-Quartett Geld oder Lebensqualität? Der Poker um Jan Kovar

4 min Lesezeit 08.02.2020, 05:00 Uhr

Die Vertragsverlängerung mit Jan Kovar müsste schon in trockenen Tüchern sein. Aber mit KHL-Vertretern haben sich finanziell potente Gegner in den Bieter-Wettbewerb eingeschaltet. Dennoch glaubt EVZ-Sportchef Reto Kläy an eine weitere Zusammenarbeit mit dem Tschechen. Und mit dem Schweden Oscar Lindberg.

Die letzte Nationalmannschaftspause vor der entscheidenden Phase der Meisterschaft nähert sich ihrem Ende. Gut vier Wochen vor Beginn der Playoff-Viertelfinals am 7. März fehlten dem Leader die Schweizer Sven Leuenberger, Yannick Zehnder, Livio Stadler und Tobias Geisser, der Franzose Thomas Thiry, die Schweden Oscar Lindberg und Carl Klingberg sowie der Tscheche Jan Kovar im Training. Das ist gut ein Drittel des Teams von EVZ-Trainer Dan Tangnes.

Darum waren die Entscheidungen, die im Büro von EVZ-Sportchef Reto Kläy vor der Wiederaufnahme der Meisterschaft am Dienstag zu Hause gegen Lausanne gefällt werden mussten, mindestens so spannend wie die Übungen auf dem Eis. Der 41-jährige Langnauer ist daran, die Vertragsverlängerung mit Kovar zu «finalisieren», wie er sich ausdrückt. Danach gibt er aber zu, dass man derzeit am «Märten» sei.

Kürzlich zum zweiten Mal Vater geworden

Anders ausgedrückt: Es geht nur noch um die Kohle. Kläy war sich vor einem Monat sicher, dass der EV Zug einen der spielerisch attraktivsten Ausländer der Liga in seinen Reihen halten kann (zentralplus berichtete). Er ist nach wie vor guten Mutes, auch wenn sich finanzkräftige Klubs aus der Kontinental Hockey League (KHL) eingeschaltet haben.

«In der Schweiz sind wir die erste Adresse für Jan Kovar.»

EVZ-Sportchef Reto Kläy

Sind für Kovar bloss die Zahlen ausschlaggebend, hat der EV Zug im Vertragspoker um den Mann, der schon zweimal mit Magnitogorsk die KHL gewann, keine Aussicht auf Erfolg. «Für Jan Kovar geht es darum, die Höhe eines Salärs mit der Lebensqualität für seine junge Familie abzuwägen», glaubt Kläy. Der bald 30-jährige Tscheche ist erst vor wenigen Wochen zum zweiten Mal Vater geworden. «In der Schweiz», ist sich Kläy sicher, «sind wir die erste Adresse für Jan Kovar.»

Kläy und Lindberg wollen Option ziehen

Kläy möchte auch im Fall von Oscar Lindberg bald Nägel mit Köpfen machen. Er will den zweifachen Weltmeister, dem im Playoff eine wichtige, wenn nicht sogar entscheidende Rolle im EVZ zugetraut wird, auch nächste Saison im Dress der Zuger spielen sehen. «Wir sind mit all unseren Ausländern zufrieden», betont Kläy. In dieses Lob schliesst er auch Carl Klingberg und Erik Thorell ein. Diese besitzen einen Vertrag bis zum Ende der nächsten Saison.

«Oscar Lindberg hat die NHL noch nicht ganz aus dem Kopf.»

Im Fall von Lindberg geht es darum, die gegenseitige Option zu ziehen. «Es geht nur um das Einverständnis beider Seiten für die Vertragsverlängerung um ein Jahr. Denn in der Option sind viele Details für die weitere Zusammenarbeit bereits geregelt.»

Nicht zuletzt auch die Deadline, die Lindberg einen Wechsel in die National Hockey League (NHL) ermöglicht. Kläy: «Oscar Lindberg hat die NHL noch nicht ganz aus dem Kopf. Aber weil wir Planungssicherheit brauchen, haben wir für die Sommerzeit einen Stichtag festgesetzt.» Lindberg hat sich jüngst gegenüber zentralplus dahingehend geäussert, dass er seine Karriere beim EVZ fortsetzen will.

Kristensen bleibt im EVZ-Farmteam

Mit Emil Kristensen hatte Kläy eine weitere Personalie eines Ausländers auf dem Tisch, die einer zeitnahen Entscheidung harrte. Weil die EVZ Academy zwei Runden vor Schluss der Qualifikation in der Swiss League die benötigten 18 Punkte Vorsprung aufweist, um in der bevorstehenden Klassierungsrunde dem Abstieg zu entgehen, steht es den Zugern frei, den dänischen Academy-Verteidiger dem Meisteraspiranten als siebten Ausländer zur Verfügung zu stellen (zentralplus berichtete).

«Nur wenn Tobias Geisser von seiner NHL-Organisation noch getradet wird, muss er uns verlassen.»

Doch Kläy sieht davon ab. Schliesslich muss Dan Tangnes mit dem norwegischen Stürmer Andreas Martinsen in den letzten drei Wochen vor Playoff-Beginn schon Testläufe veranstalten. Zudem wird das von den Washington Capitals ausgeliehene Verteidiger-Talent Tobias Geisser aller Voraussicht nach die Saison mit dem EVZ beenden. Kläy sagt: «Nur wenn Tobias Geisser von seiner NHL-Organisation noch getradet wird, muss er uns verlassen. Aber diese Wahrscheinlichkeit ist sehr gering.»

Weil die EVZ Academy nach menschlichem Ermessen auch nächste Saison in der zweithöchsten Liga der Schweiz vertreten sein wird, denkt Kläy daran, einen Stürmer wie Livio Langenegger dem Team von Dan Tangnes in den Playoffs zur Verfügung zu stellen. Spieler mit Jahrgang 1998 und jünger können nach Belieben in der ersten Mannschaft eingesetzt werden.

Doch im Zentrum des öffentlichen Interesses stehen vor allem die angekündigten Vertragsverlängerungen mit Jan Kovar und Oscar Lindberg.

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