Gefängnisdirektor Zihlmann wurde geschasst
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Hier wird ein neuer Chef gesucht: Strafanstalt Grosshof in Luzern. Verhörraum an einem Tag der offenen Tür. (Bild: AURA )

Überraschender Abgang im Luzerner Grosshof Gefängnisdirektor Zihlmann wurde geschasst

2 min Lesezeit 18.05.2017, 11:25 Uhr

Der Direktor der Luzerner Strafanstalt Grosshof Hanspeter Zihlmann ist nicht mehr auf seinem Posten – er wurde freigestellt. «Unterschiedliche Auffassungen im Bezug auf die Führung» hätten den Ausschlag dazu gegeben, bestätigte am Donnerstag morgen das kantonale Justizdepartement eine Recherche von Radio SRF.

Hanspeter Zihlmann war zehn Jahre lang Gefängnisdirektor gewesen. Schon vorher hatte der gelernte Koch und Sozialpädagoge beim Kanton Luzern gearbeitet – als Abteilungsleiter der Vollzugs- und Bewährungsdienste.

Hanspeter Zihlmann.

Hanspeter Zihlmann.

(Bild: zvg)

Bis eine neuer Gefängnisdirektor offziell eingesetzt wird, übernimmt Stefan Weiss, Leiter der Dienststelle Militär, Zivilschutz und Justizvollzug diesen Job.

Phrasen als Erklärung

Weiss Dienststelle teilte nach dem Radiobericht Folgendes zum Abgang Zihlmanns mit: Der Direktor der Justizvollzugsanstalt Grosshof, Hanspeter Zihlmann, verlasse die kantonale Verwaltung «sofort», «in gegenseitigem Einvernehmen», «aufgrund unterschiedlicher Auffassungen hinsichtlich der Führung, der anstehenden Veränderungen und der künftigen Positionierung» des Grosshof.

Mehr Informationen waren nicht erhältlich – insbesondere warum die Freistellung Knall auf Fall erfolgte.

Die Strafanstalt Grosshof wird derzeit erweitert. Das 1998 eröffnete Haft- und Untersuchungsgefängnis war ursprünglich für 64 Haftplätze ausgelegt gewesen. Dan hatte man Räumen umgenutzt und Zellen doppelelbegt, wodurch die Kapazität auf 97 Plätze stieg.

Überfüllter Knast wurde vergössert

Diese waren längerfristig aber nicht gesetzeskonform gewesen und hätten auf 82 Plätze reduziert werden müssen. Die Nationale Kommission zur Verhütung von Folter hatte nach einem Besuch im Februar 2011 knappe Platzverhältnisse, mangelnde Bewegungsfreiheit und fehlende Frischluftzufuhr im Luzerner Gefängnis kritisiert.

2015 war eine knapp 15 Millionen Franken teure Erweiterung nach Süden mit einem zusätzlichen Trakt errichtet worden. Mit der Erweiterung wurde die Anstalt um 40 auf 104 gesetzeskonforme Haftplätze vergrössert.

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