Gastroverband Luzern sorgt sich um die Zukunft der Lehrlinge
  • Wirtschaft
Auch auf diesen Anblick wird man in der Schweiz noch warten müssen. Bis mindestens am 1. April dürfen auch die Aussenbeizen nicht öffnen. (Bild: balances.ch)

Auch Aussenbeizen bleiben bis Ostern zu Gastroverband Luzern sorgt sich um die Zukunft der Lehrlinge

3 min Lesezeit 1 Kommentar 17.02.2021, 19:00 Uhr

Dass der Bundesrat ab März auch die Aussenbereiche der Restaurants nicht öffnen will, stösst beim Gastroverband Luzern auf Unverständnis. Es werde nicht nur das Überleben vieler Betriebe immer unsicherer, sondern vor allem auch die Lage für die Lehrlinge.

Der Bundesrat gab am Mittwoch bekannt, welche Lockerungen ab März gelten sollen. So ist vorgesehen, dass ab dann alle Läden wieder offen haben dürfen. Allerdings soll es weiterhin eine Obergrenze für die Anzahl Kunden geben. Auch ein Besuch im Museum oder im Lesesaal einer Bibliothek soll wieder möglich sein. Entschieden ist aber noch nichts. Der Bundesrat bespricht seine Vorschläge in den kommenden Tagen mit den Kantonen.

Wenig erfreulich verlief der Mittwochnachmittag hingegen für die Tausenden von Gastronominnen unseres Landes. Sie müssen ihre Betriebe weiterhin komplett geschlossen halten. Nicht einmal die Aussenbereiche der Beizen dürfen ab März betrieben werden. Der Bundesrat vertröstete die Restaurants für diesen Lockerungsschritt auf den 1. April, kurz vor Ostern.

Das lange Warten auf die Öffnung der Gaststuben

Entsprechend enttäuscht ist man beim Luzerner Gastroverband. «Für uns ist das absolut unverständlich», sagt Patrick Grinschgl, der beim Verband unter anderem für politische Fragen verantwortlich ist. Vor allem nervt er sich darüber, dass damit die Öffnung der Gaststuben noch weiter hinausgeschoben wird. «Wenn im April in einem ersten Schritt die Terrassen aufgehen, wird es wohl mindestens Mai, bis wir die Gäste auch drinnen wieder bedienen können.»

Grinschgl geht davon aus, dass weitere Betriebe nicht überleben werden, sollte es nun tatsächlich nochmals mehr als zwei Monate dauern, bis wieder normal gewirtet werden kann. «Wenn man einen Blick auf die Inserateseiten im Internet wirft, sieht man, dass Betriebsschliessungen zunehmen. Dieser Trend könnte sich jetzt nochmals verstärken.»

«Nach dieser Logik müsste man eigentlich auch andere Branchen schliessen.»

Patrick Grinschgl, Präsident Gastro Region Luzern

Grund sei unter anderem, dass es ziemlich lange dauere, bis die Entschädigungszahlungen des Kantons ausbezahlt werden. Aktuell wisse er von wenigen Betrieben im Kanton, die bisher Geld erhalten haben. «In der Öffentlichkeit herrscht zwar das Gefühl vor, dass die Gastrounternehmen dank der staatlichen Hilfen bis auf Weiteres gesichert sind. Dem ist aber leider noch nicht so», betont Grinschgl. «Momentan ist es zu viel zum Sterben, aber zu wenig zum Leben.»

An der Medienkonferenz des Bundesrates sagte Finanzminister Ueli Maurer zu diesem Punkt, dass es sich bei den Hilfsgeldern um Milliarden von Steuermitteln handle, weshalb eine ganz genaue Prüfung der Gesuche durch die kantonalen Behörden angezeigt sei.

Für die Lehrlinge wird es immer prekärer

Grinschgl unterstützt grundsätzlich die Bemühungen des Bundesrates, der verhindern möchte, dass sich schnell wieder viele Menschen auf engem Raum treffen. Er hadert jedoch weiterhin damit, dass die Beizen ein weiteres Mal über die Klinge springen müssen, obwohl sie bisher nicht als Infektionsherde ausgemacht werden konnten. «Nach dieser Logik müsste man eigentlich auch andere Branchen schliessen», so seine Meinung.

Ein besonderes Augenmerk richtet Grinschgl auch auf die Hunderte von Lernenden der Gastrobranche. Viele von ihnen schliessen im Sommer ihre Ausbildung ab. «Ihnen fehlen nun mehrere Monate Erfahrung.» Es gebe zwar Angebote wie das Lernenden-Hotel (zentralplus berichtete), diese könnten die fehlende Praxiserfahrung allerdings nie und nimmer kompensieren.

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1 Kommentare
  1. Fabrizio, 17.02.2021, 21:13 Uhr

    Was soll das Ganze? Es wird langsam für viele Menschen klar, dass es sich um eine völlig überzogene und hochgespielte „Pandemie“ handelt. China produziert wie immer und lacht sich ins Fäustchen. Mit dem absolut inadäquaten PCR-Test aufhören und sofort wieder alles aufmachen, zurück zur Normalität. Denn die Zeche zahlen die folgenden Generationen an Steuerzahlern.

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