Gastronomie
Neues Team nach 14 Jahren

So geht’s im Restaurant Felsenegg in Luzern weiter

Christoph Aebersold, Thomas Gassner und Agron Tunprenkaj freuen sich auf den Start im «Felsenegg 2.0» (Bild: Ron Edwards)

14 Jahre lang haben Melanie und Franco Simioni im Restaurant Felsenegg gewirtet. Jetzt ist klar, wer ihre Nachfolge antritt – und wie viel sich im Stadtluzerner Restaurant ändern wird.

Es war ein Knall, der nachhallte. Im Mai gab das Wirteduo Melanie und Franco Simioni bekannt, nach rund 14 Jahren einen Schlussstrich unter ihr Restaurant Felsenegg zu ziehen. Doch nicht nur die Wirte würden das Lokal verlassen, sondern das komplette Team. Und das, obwohl das Restaurant gut lief. «Man soll aufhören, wenn’s am schönsten ist», schrieb Franco Simioni im Mai (zentralplus berichtete).

Aber nach dem Wirt ist vor dem Wirt. So auch beim Restaurant Felsenegg an der Maihofstrasse in Luzern. Die Nachfolge von Melanie und Franco Simioni treten keine Unbekannten an. Ab Oktober übernehmen der Koch Christoph Aebersold und Gastgeber Agron Tunprenkaj das stadtbekannte Lokal und taufen es auf «Felsenegg 2.0». Wie kam’s dazu?

«Gastronomen sprechen untereinander», sagt uns Aebersold. «Franco Simioni erzählte uns schon vor der Corona-Pandemie, dass er mit dem Gedanken spiele, aufzuhören. Als es dann definitiv wurde, ging alles ziemlich schnell.» Auch der Inhaber der Liegenschaft, Franco Simionis Vater und Ex-FCL-Präsident Romano Simioni, sei von den Nachfolgern schnell überzeugt gewesen.

Christoph Aebersold fährt zweigleisig

Christoph Aebersold ist ein renommierter Koch. Der 37-Jährige hat in seiner Laufbahn schon in diversen Restaurants auf der ganzen Welt gewirkt, beispielsweise im kalifornischen «Solbar Calistoga» oder dem mit drei Michelin-Sternen ausgezeichneten «Akelarre» in Spanien. Auch in Luzern war er tätig und gehörte zum ersten Team, das mit Nenad Mlinarevic das «Focus» in Parkhotel Vitznau eröffnet hat.

«Der Geist des ‹Felsenegg› soll erhalten bleiben. Das Lokal hat nicht umsonst 14 Jahre so gut funktioniert.»

Christoph Aebersold, Gastronom

Sein aktuelles Restaurant ist das «Uniquisine Atelier» in Stansstad, das er zusammen mit seinem langjährigen Freund und Geschäftspartner Agron Tunprenkaj leitet. Tunprenkaj blickt auf 30 Jahre Gastroerfahrung zurück, war unter anderem zur Schärer-Ära im Hotel Seeburg tätig oder als Geschäftsführer im «La Vie en Rose».

Ihr «Uniquisine Atelier», ein kleines Fine-Dining-Lokal, wurde im Frühjahr 2021 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Weil das Restaurant nur an drei Abenden pro Woche geöffnet ist, wollen Aebersold und Tunprenkaj das Lokal trotz «Felsenegg» weiterführen.

In der Küche steht ein «Glücksgriff»

Knackpunkt bei jeder Restaurant-Neueröffnung ist derzeit der Mangel an Personal. Auch wenn die Gastroverbände daran arbeiten, die oft genannten Kritikpunkte in der Branche anzugehen (zentralplus berichtete), suchen viele Betriebe händeringend nach guten Leuten. Das neue «Felsenegg»-Kernteam ist zwar grösstenteils beisammen, der Fachkräftemangel geht aber auch hier nicht spurlos vorbei. «Wir suchen noch einen Koch und jemanden für den Service», so Aebersold.

Stichwort Koch: Obwohl Christoph Aebersold auch «hin und wieder in der Küche» des «Felsenegg» anzutreffen sein wird, übernimmt die Funktion als Küchenchef und Geschäftsführer jemand anderes. Und zwar der ambitionierte Küchenchef Thomas Gassner, der zuvor mehrere Jahre in dieser Funktion im «Apart-Hotel» in Rotkreuz und «Bam Bou» in Luzern gekocht hat. «Das ist ein Glücksgriff», so Aebersold. Er selbst und Agron Tunprenkaj werden im Felsenegg den Aufbau sicherstellen und später, wo nötig, Hand bieten und «sicher auch vor Ort» anzutreffen sein.

Von aussen eher unscheinbar, glänzt die Felsenegg innen unmso mehr.
Von aussen eher unscheinbar, glänzt die «Felsenegg» innen umso mehr. (Bild: hch)

«Felsenegg»-Geist soll erhalten bleiben

Das Team lässt sich auch schon ein Stück weit in die Speisekarte blicken. Aebersold versichert, dass bisherige Stammgäste keine komplette Neuausrichtung befürchten müssen. «Der Geist des ‹Felsenegg› soll erhalten bleiben. Das Lokal hat nicht umsonst 14 Jahre so gut funktioniert.» Einen neuen Wind wolle man trotzdem reinbringen. Aebersold und sein Team setzen auf marktfrische und regionale Küche und verzichten komplett auf Convenience-Produkte.

Zu den neuen Spezialitäten zählen verschiedene «grosse pièces», also Fleischstücke. «Chateaubriand, Kalbskoteletts und geschmorte Kalbshaxen werden heute kaum noch irgendwo serviert. Das wollen wir ändern», sagt der Koch. «Auch ein ‹grosse pièce› für Vegetarier möchten wir anbieten.»

Wie bis anhin sollen hungrige Naturen über den Mittag Menüs zu «fairen Preisen» auf der Karte finden. «Unser Angebot richtet sich an alle, die gerne gut essen. Ein Michelin-Restaurant, bei dem man im Anzug oder Gala-Kleid auftauchen muss, wird das ‹Felsenegg› aber nicht.»

Neueröffnung im Oktober

Melanie und Franco Simioni bleiben noch bis zum 1. Oktober im Restaurant Felsenegg. Danach übernehmen Aebersold und Tunprenkaj. Bis zur Eröffnung dauert es dann noch ein paar Tage.

Nach der Übernahme stehen nämlich noch kleinere Renovationsarbeiten an. Ein neuer Anstrich, neue Böden, nichts Grosses, wie Aebersold betont: «Eher ein kleines Facelifting.»

Laufen die Arbeiten alle nach Plan, öffnet das «neue» «Felsenegg» Mitte Oktober seine Pforten. «Wir freuen uns riesig darauf, die Tradition des ‹Felsenegg› weiterführen zu dürfen.»

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Christoph Aebersold
  • Website «Uniquisine Atelier»
  • Artikel in «GaultMillau»

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