Gastronomie
Apartments zur Miete statt Hotelzimmer

Restaurant Central in Kriens erwacht aus Dornröschenschlaf

Rita Marbach (links) und ihr Mann haben das Central in Kriens rund 50 Jahre geleitet. Oliver Blättler (rechts) leitet nun die Geschicke des Betriebs. (Bild: cbu)

Das Jugendstilgebäude im Zentrum von Kriens erwacht aus seinem zweijährigen Schlaf. Bis Ende Jahr sollen hier wieder Gäste einkehren. Das Hotel verfolgt aber ein neues Konzept.

Lange Zeit war es ruhig um das rosafarbene Gebäude bei der Busschleife in Kriens. Das Wirtepaar Rita und Heinz Peter Marbach führte das Jugendstilhotel bis 2017 und gab den Betrieb daraufhin altersbedingt ab. Nachdem das Interieur versteigert wurde (zentralplus berichtete) gab der neue Besitzer, Investor Oliver Blättler aus Hergiswil, bekannt, das gesamte Haus grundlegend zu sanieren und zu renovieren (zentralplus berichtete).

Nach über zwei Jahren Bauzeit nähert sich das Projekt langsam der Fertigstellung. Wir besuchen das Bijou und stellen fest: rosafarben ist es nicht mehr. Zumindest nicht vollständig, denn alles oberhalb des Erdgeschosses erstrahlt jetzt in einem hellen Grauton. Ausserdem meisseln, schleifen und hämmern im Haus noch fleissig die Bauarbeiter. Inhaber Oliver Blättler nimmt uns auf einen Rundgang mit.

Das «Central» bleibt ein Restaurant

Im Erdgeschoss befindet sich – wie schon in der früheren Generation – ein Restaurant. Verschwunden ist jedoch die kleine Küche, in der man sich kaum bewegen konnte. Die wurde im massiv ausgebauten Untergeschoss untergebracht und ist mit einem Speiseaufzug erschlossen. «Künftige Köche haben jetzt eine Küche nach modernstem Ausbaustandard», sagt der Unternehmer. Der Gästeraum selbst lässt sich aktuell nur erahnen. Wirft man aber einen Blick auf die Visualisierungen, wird klar, was Blättler vorschwebt.

Nämlich ein Restaurant im Brasseriestil, das optisch an die alten Jugendstilzeiten des «Central» erinnert. «Wir möchten hier einen Treffpunkt für die Krienser Bevölkerung schaffen», so Blättler. Einen Ort, an dem sowohl Sportvereine – immerhin wurde gemäss Blättler der SC Kriens im Central gegründet – als auch Hochzeitsgesellschaften, Büezer und Familien gerne einkehren.

Das soll sich auch in der Speisekarte zeigen. Zwar ist der Inhaber immer noch auf der Suche nach einem geeigneten Pächter, die Aussichten sind jedoch gut. «Wir haben einige Anfragen von Interessenten erhalten und prüfen diese derzeit.» Geht es nach Blättler, soll im Central nicht einfach die nächste Pizzeria entstehen, sondern eine Küche, die zum Haus passt und welche die rund 120 Sitzplätze im Restaurant füllt.

Biergarten war das Resultat von Verhandlungen

Vom Gästeraum aus führt eine Türe in den halbrunden Anbau. Dieser wird komplett neu erstellt. Hier wird dereinst eine Bar stehen. Durch Schiebefenster gelangt man in den Biergarten, der das Resultat von Verhandlungen mit der Bell-Areal-Eigentümerin Logis Suisse ist.

Ursprüngliche Pläne sahen nämlich vor, an dieser Stelle die Kühlanlage und Entsorgungcontainer aufzustellen. Das wäre für die künftigen Bewohner des Areals jedoch ein unattraktiver Anblick geworden, hiess es seitens der Logis Suisse. Darum habe man sich geeinigt, diese Installationen in den ausgebauten Keller zu verlegen und dafür eine erweiterte Aussenfläche als Biergarten zu nutzen.

Noch mehr Platz fürs Restaurant

Zurück im Haus, steigen wir eine unfertige Treppe hoch in den ersten Stock. Hier gibt es nebst einem weiteren Gastraum, der auch ein Séparée hat, eine Terrasse. Eine noch nicht gebaute Wendeltreppe führt von hier aus direkt in den Weinkeller im Untergeschoss.

Wer auch immer den Betrieb einst übernehmen wird, hat also jede Menge Gastronomiefläche zur Verfügung. Diese ist gemäss Blättler auch nötig, um Abwechslung in die Krienser Gastroszene zu bringen.

Hotelbetrieb mit neuem Konzept

Eine Änderung erfährt auch der Hotelbetrieb. Wo früher Touristen übernachtet haben, sollen die Gäste künftig eher langfristig unterkommen. Vermieterin der möblierten Zimmer in den oberen Etagen ist Blättlers Firma Lake Lucerne Apartments AG mit Sitz in Stansstad.

Ziel ist es, die Zimmer gleich für mehrere Wochen oder Monate, vielleicht sogar Jahre zu vermieten. Einzelübernachtungen sind jedoch trotzdem nicht ausgeschlossen. «Schliesslich möchten wir Leerstände vermeiden.»

Die 21 Zimmer werden rundum erneuert und später vermietet. (Bild: cbu)

Warum dieser Nutzungswechsel? «Weil das Apartmentangebot an unseren anderen Standorten sehr gut ankommt», sagt der Unternehmer. Denn ähnliche Apartments bietet Blättlers Firma auch in Altdorf, Stansstad und Hergiswil an. Zu den Mietern zählen unter anderem Studenten, Arbeiterinnen oder Betagte.

Wie viel die mit Badezimmer ausgestatteten Räume kosten werden, kann Blättler noch nicht sagen. Das kleinste der 21 Zimmer soll jedoch für unter 1000 Franken pro Monat zu haben sein.

Spontane Generationsübergabe

Der einstige Plan, das Restaurant im Sommer zu eröffnen, scheint im Angesicht der aktiven Baustelle etwas unrealistisch. Oliver Blättler bestätigt denn auch, dass die Eröffnung des neuen Restaurant Central eher im dritten oder gar vierten Quartal stattfinden wird.

Als wir unseren Baustellenrundgang beenden, kreuzt Rita Marbach gerade die Strasse. Fast fünfzig Jahre lang hat sie mit ihrem Mann Heinz Peter Marbach das «Central» geleitet. Der Neueröffnung blickt auch sie gespannt und neugierig entgegen.

Verwendete Quellen
  • Augenschein vor Ort
  • Persönliches Gespräch mit Oliver Blättler
  • Lake Lucerne Apartments Webseite
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