Gastronomie
Ein Corona-Hobby, das bleibt

Luzerner Beizerin geht unter die Möbeldesignerinnen

Fiona Meyer baut seit der Corona-Pandemie aus Weinkisten kleine Möbel. (Bild: zvg)

Während der Pandemie haben viele von uns ein neues Hobby gefunden – und wieder aufgegeben. Fiona Meyer von der «Meyer Kulturbeiz» in Luzern betreibt ihres immer noch. Sie kreiert aus Weinkisten Hausbars.

Während der Corona-Lockdowns haben sich einige von uns an Sauerteig- oder Bananenbrot versucht. Oder sich mit Bob-Ross-Videos das Malen beigebracht (wie etwa der Autor).

Die Luzerner Gastronomin Fiona Meyer hat sich hingegen handwerklich betätigt: «Ich wollte schon länger eine Hausbar für unser Zuhause haben», sagt uns die 45-Jährige, die mit ihrem Mann Domi die «Meyer Kulturbeiz» am Bundesplatz in Luzern führt. «Als wir das Lokal coronabedingt schliessen mussten, hatte ich Zeit, mich darum zu kümmern.»

Die ursprüngliche Idee, sich eine fixfertige Bar zu kaufen, verwarf Meyer ziemlich schnell: «Ich hatte Weinkisten, Zeit und Lust. Also habe ich selbst eine gebaut.» Bei einer ist es dann aber nicht geblieben. Fiona Meyer sammelte in ihrem Umfeld weitere Holzkisten und zimmerte daraus während der ganzen Corona-Zeit eine Reihe verschiedener Hausbars.

«Das Meyers verwandelte sich zeitweilig in eine Werkstatt», sagt sie gut gelaunt. Ihre Werke hat sie im Internet zum Verkauf angeboten – und traf einen Nerv. «Das Interesse an den Stücken war überraschend gross. Damit hatte ich nicht gerechnet.»

Aus der Corona-Beschäftigung wird ein Kulturprojekt

Selbst als die Corona-Massnahmen aufgehoben und der Restaurant-Betrieb wieder möglich war, hat Meyer ihre handwerkliche Nebenbeschäftigung nicht aufgegeben. «Logischerweise hatte ich weniger Zeit dafür, aber ich baue sie immer noch.»

Weil ihr Holzkisten-Vorrat aus ihrem Umfeld mittlerweile aufgebraucht war, musste sie sich andere Bezugsquellen suchen. Heute bekommt sie die Weinkisten von der Mövenpick Kellerei und von anderen Restaurants. Pro Bar braucht sie – je nach Modell – bis zu vier Kisten.

«Es ist alles möglich. Manche malen sie vielleicht nur an, andere kreieren eine Kunst-Installation daraus.»

Fiona Meyer, Gastronomin

Weil die «Meyer Kulturbeiz» eng mit der hiesigen Kunst- und Kulturszene verbunden ist, hat Fiona Meyer ihr Corona-Projekt noch weitergetrieben. 13 Exemplare ihrer Eigenkreation «Picta» – ziemlich simpel aus zwei Holzkisten gefertigt – hat sie an befreundete Künstler aus Luzern verteilt. Darunter Namen wie Kaspar Wyss (zentralplus berichtete), Patrizia Richert und Roman Hartmann (zentralplus berichtete). Die Aufgabe lautete mehr oder weniger: «Gestaltet es, wie ihr wollt.»

Künstler haben freie Hand

Fiona Meyer hat selbst noch keine Ahnung, was die Künstlerinnen mit ihren «Pictas» anstellen. «Es ist alles möglich. Manche malen sie vielleicht nur an, andere kreieren eine Kunst-Installation daraus.»

Einer der Künstler habe sie als Allererstes gefragt: «Darf ich's auseinandernehmen?» Vielleicht also kommt eine Hausbar bloss noch als Beutel voller bunter Sägespäne zurück. Möglich wäre es – und erlaubt auch.

Einige der Künstler geben einen minimen Einblick in ihre Arbeit. Entsteht hier ein Hausbar-Töggelichaste?
Einige der Künstler geben einen minimen Einblick in ihre Arbeit. Entsteht hier ein Hausbar-Töggelichaste? (Bild: zvg)

Die Ergebnisse des Projekts werden am 24. September im Rahmen einer Vernissage präsentiert und bleiben bis am 1. Oktober in der «Meyer Kulturbeiz» ausgestellt.

Verwendete Quellen
  • Telefongespräch mit Fiona Meyer
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