Gastronomie
«Gaston, Rechnung bitte!»

Luzerner App soll Bezahlen in Restaurants vereinfachen

Mariana Barbosa ist Teil des «Gaston»-Teams, das den Restaurant-Service revolutionieren will. (Bild: zvg)

Lange auf die Rechnung warten schmeckt keinem Restaurantgast. Ein Luzerner Techunternehmen will dem Problem mittels einer App entgegenwirken.

Das Problem ist bekannt. Man sitzt im Restaurant, hat soeben etwas Leckeres gegessen und wartet nur noch auf die Rechnung. Und wartet. Und wartet. Der Laden ist rappelvoll, das Personal an allen Ecken eingespannt.

Genau so ging es Produktentwickler Philip Schönholzer 2016, als er in einem Lokal seinen Kaffee bezahlen wollte – und nach zwanzig Minuten immer noch unverrichteter Dinge in die leere Tasse starrte. Zusammen mit seinen Kollegen Roman Schaller, Patrik Stutz und Dave Decker hat er sich in den Monaten danach zusammengesetzt und an einer App getüftelt, die solche Momente künftig vermeiden soll.

App wurde mit Restaurants zusammen entwickelt

«Gaston» heisst die App und stammt vom Luzerner Entwicklerunternehmen Apptiva mit Sitz in Sempach. Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen App, die sich die Rettung von Lebensmitten und die Minimierung von Foodwaste auf die Fahne geschrieben hat. Das Ziel von Apptivas «Gaston»: Nutzerinnen können in teilnehmenden Restaurants über die App die Speisekarte lesen, direkt bestellen und später via Twint oder Kreditkarte bezahlen. Falls gewünscht, auch gleich mit Trinkgeld für das Servicepersonal. «Uns ist es wichtig, dass kein Gast warten soll, um zu bestellen oder zu bezahlen», erklärt «Gaston»-Mediensprecherin Mariana Barbosa den Ursprungsgedanken gegenüber zentralplus.

«Gaston ist nicht als Ersatz des Personals gedacht, sondern als Unterstützung und Ergänzung.»

Mariana Barbossa, Apptiva

Die App sei ein zwar noch ein «relativ neues Produkt auf dem gastronomischen Markt», stösst gemäss Barbosa aber auf grosses Interesse. Vor allem, weil sie eine Möglichkeit sein könne, Probleme wie den Personalmangel in der Gastronomie, die Wartezeiten und Probleme mit falschen Bestellungen zu lösen. Rückmeldungen zufolge sei die App vor allem zu Spitzenzeiten sehr beliebt, wenn mehrere Gäste beispielsweise über die knappe Mittagspause gleichzeitig bezahlen möchten.

Keine Konkurrenz zu echten Menschen

Sorgen, damit dem Servicepersonal die Arbeit streitig zu machen, hat das Unternehmen nicht. «Gaston ist nicht als Ersatz des Personals gedacht, sondern als Unterstützung und Ergänzung», so Barbosa. Das Personal spiele nach wie vor eine äusserst wichtige Rolle. Die App wurde in Zusammenarbeit mit lokalen Betrieben entwickelt, um die Qualität und Geschwindigkeit des Services verbessern zu können. Quasi, um den Angestellten vor Ort mehr Luft verschaffen.

Die «Gaston»-App ist eine weitere Möglichkeit, mit der Luzerner Technologieunternehmen der angeschlagenen Gastronomiebranche unter die Arme greifen wollen. Eine Firma aus Horw beispielsweise setzt nicht auf eine App, sondern auf miauende Büsi-Roboter, die unter anderem als Tellerträger um die Tische kurven. Auch sie sind als Entlastung für das Servicepersonal gedacht (zentralplus berichtete).

Bisher ist die App vor allem im Herkunftskanton Luzern im Einsatz. Beispielsweise im «Seehaus Grill», im Restaurant Franz und im Seehotel Kastanienbaum in Luzern sowie im «El Mosquito» in Sursee. «Wir konzentrieren uns vorerst auf den lokalen Markt in Luzern», schreibt Barbosa. Danach sei eine Expansion in die ganze Schweiz – und möglicherweise darüber hinaus – angedacht.

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Verwendete Quellen
  • Schriftlicher Austausch mit Mariana Barbosa, Mediensprecherin Gaston
  • Website Gaston
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